Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Präsident Erdogan: Attentäter war ein Kind
International 9 22.08.2016 Aus unserem online-Archiv
Bombenanschlag in der Türkei

Präsident Erdogan: Attentäter war ein Kind

International 9 22.08.2016 Aus unserem online-Archiv
Bombenanschlag in der Türkei

Präsident Erdogan: Attentäter war ein Kind

Laurence BERVARD
Laurence BERVARD
Dutzende sterben bei einem schweren Anschlag auf eine Hochzeitsfeier im südosttürkischen Gaziantep. Ein Kind soll die Sprengladung getragen haben, mutmaßlich instrumentalisiert von der Terrormiliz IS.

(dpa) - Ein Kind zwischen 12 und 14 Jahren soll den blutigen Anschlag von Gaziantep verübt haben. Die verheerende Explosion riss inmitten einer kurdischen Hochzeitsfeier in der südosttürkischen Stadt mindestens 51 Menschen mit in den Tod, 69 weitere wurden verletzt. Dabei blieb am Sonntag zunächst unklar, ob sich das Kind selbst in die Luft gesprengt hat oder ob der Sprengsatz per Fernzünder ausgelöst worden war. Das Attentat löste international Entsetzen und Anteilnahme aus.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sagte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, es könne sich um einen „Selbstmordattentäter“ gehandelt haben, der sich in die Luft gesprengt habe oder „gesprengt wurde“. Erste Hinweise deuteten darauf hin, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Drahtzieher des Anschlags war.

Der Chef der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP, Selahattin Demirtas, sagte, das Ziel seien Kurden und der Bräutigam, ein HDP-Mitglied, gewesen. Nach Medienberichten überlebten Braut und Bräutigam verletzt. Unter den Toten seien viele Kinder. Im Beybahce-Viertel der Millionenstadt wohnen viele aus den Südostprovinzen zugezogene Kurden. Der Anschlag war bei den Feierlichkeiten auf offener Straße verübt worden.

Die türkische Regierung hatte den IS in der Vergangenheit für zahlreiche Anschläge im Land verantwortlich gemacht. Mehrmals waren offenbar Kurden das Ziel. Der IS bekannte sich jedoch zu keinem der Bombenattentate in der Türkei. Die Terrormiliz übernahm dagegen in der Vergangenheit die Verantwortung für Morde an syrischen Oppositionellen in Gaziantep. Die gleichnamige Provinz grenzt an das Bürgerkriegsland Syrien. Auf der syrischen Seite kontrolliert der IS ein großes Gebiet.

Erdogan verurteilte den Anschlag und sagte, in der Vergangenheit sei die Polizei schon gegen IS-Zellen in Gaziantep vorgegangen. Er kündigte an: „Natürlich werden unsere dortigen Sicherheitskräfte diese Einsätze noch intensiver fortsetzen.“

Erdogan sagte, die Urheber des Anschlags versuchten, das Volk gegeneinander aufzubringen, indem sie „ethnische und religiöse Empfindlichkeiten“ für ihre Zwecke nutzten. Damit hätten sie keinen Erfolg. Er machte dabei keinen Unterschied zwischen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen und dem IS.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Kampfzone Syrien
Jahrelang war die Rebellenhochburg Daraja im Süden Syriens vom Regime belagert. Nun wurden Tausende Aufständische und Bewohner evakuiert. Im Norden starben Dutzende Menschen bei Luftangriffen der Türkei auf Kurden.
3200 Menschen, darunter Zivilisten und Kämpfer, seien in Bussen aus Daraja weggebracht worden.
Am Samstagabend wurde das türkische Grenzgebiet zu Syrien von einem schweren Anschlag erschüttert. Ziel diesmal: eine Hochzeitsfeier in der Großstadt Gaziantep. Die Bilanz: mindestens 30 Tote und noch viel mehr Verletzte. Steht der IS hinter der jüngsten Bluttat?
Ein Bombenanschlag mit Dutzenden Opfern hat aus einer fröhlichen Hochzeitsfeier in der Türkei ein Blutbad gemacht.
Ankara vermutet die Terrormiliz Islamischer Staat hinter dem Blutbad. Bei der Explosion einer Bombe in einer Grenzstadt nahe Syrien sterben Dutzende Jugendliche. Sie wollten nach Kobane reisen und dort Menschen helfen.
Viele Tote und Verletzte forderte der Anschlag, der mutmaßlich auf das Konto des IS geht.
Die Kurden im Nordirak werfen der Terrormiliz Islamischer Staat den Einsatz von Chemiewaffen vor. Die sunnitischen Extremisten sollen im Januar bei einem Selbstmordanschlag Chlorgas verwendet haben.
Die Kurden bekämpfen den Islamischen Staat.