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Boko Haram bekennt sich zu Angriff auf Schule in Nigeria
International 3 15.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Boko Haram bekennt sich zu Angriff auf Schule in Nigeria

Nur die Rucksäcke sind übrig: Ein Klassenzimmer der Government Science School in Kankara.

Boko Haram bekennt sich zu Angriff auf Schule in Nigeria

Nur die Rucksäcke sind übrig: Ein Klassenzimmer der Government Science School in Kankara.
Foto: AFP
International 3 15.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Boko Haram bekennt sich zu Angriff auf Schule in Nigeria

Die Terrorgruppe begründet die Tat mit einer islamfeindlichen, westlichen Erziehung der Kinder. Die Regierung stehe in Kontakt zu den Entführern, heißt es.

(dpa) - Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram steckt nach eigenen Angaben hinter dem Angriff auf eine Schule im westafrikanischen Staat Nigeria und der Verschleppung hunderter Kinder. Die Online-Zeitung „Daily Nigerian“ erhielt nach eigenen Angaben am Dienstag eine Audio-Botschaft des Boko-Haram-Anführers Abuibakar Shekau. Darin werde die Tat mit einer islamfeindlichen, westlichen Erziehung der Kinder begründet. Laut dem Gouverneur des Bundesstaates, Aminu Masari, besteht Kontakt der Behörden zu den Entführern, wie er über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.


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Unklarheit herrscht über die Zahl der verschleppten Kinder und Jugendlichen. Die nigerianische Regierung spricht von 333 entführten Schülern. Der Zeitung zufolge sind es 668, also praktisch doppelt so viele. Der Angriff auf die staatliche Oberschule in Kankara in der Nordregion Katsina war am vergangenen Freitag. Dabei schossen zahlreiche bewaffnete Männer mit Maschinenpistolen um sich. Etwa 200 Kinder und Jugendliche konnten entkommen.

In der Nachricht der Terrorgruppe heißt es „Daily Nigerian“ zufolge: „Was in Katsina passiert ist, wurde getan, um den Islam zu fördern und un-islamische Praktiken wie westliche Erziehung zu entmutigen.“ Die Zeitung erhielt früher schon Selbstbezichtigungsnachrichten von Boko Haram.

Ähnliche Überfälle hat Boko Haram schon wiederholt verübt. Im April 2014 hatte sie aus einer Schule in Chibok (Bundesstaat Borno) 276 Mädchen entführt. Viele gelten bis heute noch als vermisst.


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