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Boeing meldet Korrekturen an 737 Max
International 2 Min. 19.05.2019

Boeing meldet Korrekturen an 737 Max

Nach Flugverbot noch immer am Boden: Southwest Airlines Boeing 737 MAX.

Boeing meldet Korrekturen an 737 Max

Nach Flugverbot noch immer am Boden: Southwest Airlines Boeing 737 MAX.
AFP
International 2 Min. 19.05.2019

Boeing meldet Korrekturen an 737 Max

Um gegen das noch immer bestehende Flugverbot seiner 737 Max anzukämpfen hat Hersteller Boeing die verhängnisvolle Flugsimulatorsoftware überarbeitet.

(dpa) - Der US-Flugzeughersteller Boeing hat nach eigenen Angaben Korrekturen an der Software des Flugsimulators für die Maschine vom Typ 737 Max vorgenommen. Das teilte das Unternehmen am Samstagabend (Ortszeit) mit. Zudem habe man den Gerätebetreibern zusätzliche Informationen bereitgestellt, um sicherzustellen, dass das Simulatorerlebnis für verschiedene Flugbedingungen repräsentativ sei. Mit dem Simulator können Piloten für den Flug mit einer 737 Max trainieren. 


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Die US-Flugaufsichtsbehörde FAA muss die Änderungen noch zertifizieren, bevor die Boeing 737 Max wieder fliegen darf. Die Behörde hatte angekündigt, die Software einer „rigorosen Sicherheitsüberprüfung“ zu unterziehen. Die FAA hat Aufsichtsbehörden aus der ganzen Welt für den 23. Mai nach Fort Worth in Texas eingeladen, um sie über die Sicherheitsanalyse zu informieren. Das Treffen richtet sich einer Mitteilung zufolge ausschließlich an Aufsichtsbehörden und findet ohne Beteiligung der Industrie statt.

Beim Absturz einer Boeing 737 Max von Ethiopian Airlines im März und einer Maschine gleichen Typs der indonesischen Fluglinie Lion Air im Oktober waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen. In beiden Fällen war möglicherweise die MCAS-Software verantwortlich. Der Bordcomputer soll die Nase der Boeing nach unten gedrückt haben, die Besatzung war nicht mehr in der Lage, den Fehler zu korrigieren.

Boeing hatte bereits am Donnerstag in Chicago mitgeteilt, die aktualisierte Software sei bereits im Flugsimulator und auf Testflügen erprobt worden. Bislang sei das MCAS-System mit dem Update mehr als 360 Stunden lang auf insgesamt 207 Testflügen eingesetzt worden. Boeing habe zudem verbesserte Trainingsmaterialien entwickelt, die nun von der FAA, von Flugaufsichtsbehörden anderer Länder und von Boeing-737-Max-Kunden überprüft würden.

In der Mitteilung des Konzerns hieß es weiter, man arbeite daran, der FAA auf deren Anforderung hin noch weitere Informationen zur Verfügung zu stellen. Dabei gehe es unter anderem darum, wie Piloten in verschiedenen Szenarien mit der Flugzeugsteuerung und den Anzeigen interagierten. Sobald diese Anforderungen erfüllt seien, werde Boeing mit der FAA einen Testflug zur Zertifizierung vereinbaren.

Das „Wall Street Journal“ hatte zuvor berichtet, es sei unwahrscheinlich, dass die Maschinen vom Typ 737 Max vor Mitte August wieder fliegen dürften. Damit stünden sie für einen großen Teil des Ferienverkehrs nicht zur Verfügung. Die Zeitung schrieb, die endgültige Zertifizierung durch die FAA hänge auch von der Reaktion ausländischer Flugaufsichtsbehörden ab, die ihre eigenen Untersuchungen vornehmen wollten.


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