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Bob Geldofs Wutrede: „Ich verachte diese Leute”
International 1 09.10.2017

Bob Geldofs Wutrede: „Ich verachte diese Leute”

Bob Geldof nahm - wie zu erwarten- kein Blatt vor den Mund.

Bob Geldofs Wutrede: „Ich verachte diese Leute”

Bob Geldof nahm - wie zu erwarten- kein Blatt vor den Mund.
Foto: Screenshot Youtube Prensa Movistar Colombia
International 1 09.10.2017

Bob Geldofs Wutrede: „Ich verachte diese Leute”

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Altrocker und Sozialaktivist Bob Geldof hat bei einer Rede vor 1.400 jungen Leuten aus aller Welt in Kolumbien derbe Worte über die internationale Politik verloren. Unter anderem Myanmars Regierungschefin Aung San Suu Kyi bekam einiges zu hören.

(tom) - Der irische Rockmusiker und Sozialaktivist Bob Geldof ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, wenn es um „die Zustände” geht. Diese Eigenschaft hat ihn 1985 „Live Aid” organisieren lassen, und auch in den Folgejahren war Geldof unter anderem mit seinen Forderungen nach einem Schuldenschnitt für Afrika ein Stachel im Fleisch der Weltpolitik. 

Jetzt hat Geldof beim „One Young World Summit” im kolumbianischen Bogotà wieder  das Wort ergriffen und deutliche Kritik an der internationalen Politik, richtiger: den Politikern, geübt. Das berichtet unter anderem der britische „Guardian”. 

Geldof nannte Wladimir Putin und Donald Trump „Autokraten, [die] uns als menschliche Wesen beleidigen”. Außerdem warf er Myanmars Regierungschefin Aung San Suu Kyi vor, „eine der großen ethnischen Säuberungen unseres Planeten” zu verantworten („[she is] one of the great ethnic cleansers of our planet”). 

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Geldof führte weiter aus, er habe „die Welt satt” und „ertrage diese Politiker nicht mehr”. „Ich habe genug von Putin, ich habe genug von Xi Jinping, von Trump, von Erdogan”, sagte Geldof, der schon während seiner Karriere als Folk-Punk-Musiker den Beinamen „Loudmouth” („Großmaul”) bekam. Der 66-Jährige sprach vor 1.400 jungen Menschen aus 196 Ländern. 

Das Verhalten der Friedensnobelpreisträgerin von 1991, Aung San Suu Kyi, die Geldof nicht namentlich nannte, sei eine Beleidigung für die anwesenden vier Nobelpreisträger, darunter der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan. „Eine von ihnen, in Myanmar, beleidigt sie. Sie hat den größten Preis, den Menschen einander geben können, angenommen, um dann zu einem der großen ethnischen Säuberer unseres Planeten zu werden. Das ist eine Schande.”

Geldof wies darauf hin, dass „völlig neue Strukturen und Ideen” notwendig seien, um „unser Jahrhundert zu überleben”. Die Welt sei „wirklich zunehmend gefährlich. Veränderungen können von überall kommen, sie können gut oder schlecht sein. Aber sie sind nur dann gut, wenn sie den Bedürfnissen der Gesellschaft Rechnung tragen.”


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