Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Bluttat an Zugdepot heizt in den USA erneut Waffendebatte an
International 2 Min. 27.05.2021

Bluttat an Zugdepot heizt in den USA erneut Waffendebatte an

Nach dem Vorfall wurde am Tatort nach möglichen Sprengsätzen gesucht.

Bluttat an Zugdepot heizt in den USA erneut Waffendebatte an

Nach dem Vorfall wurde am Tatort nach möglichen Sprengsätzen gesucht.
Foto: Philip Pacheco/Getty Images/AFP
International 2 Min. 27.05.2021

Bluttat an Zugdepot heizt in den USA erneut Waffendebatte an

Zehn Menschen starben nach einem Angriff auf ein Zugdepot in Kalifornien. Der mutmaßliche Schütze soll nach der Tat Suizid begangen haben. Der Vorfall heizt die Waffendebatte in USA erneut an.

(dpa) - Wieder fallen tödliche Schüsse in den USA, diesmal ist Kalifornien der Schauplatz einer Tragödie. An einem Zugdepot für Stadtbahnen in San José hat ein Schütze am Mittwochmorgen (Ortszeit) das Feuer eröffnet und acht Menschen getötet. Auch der mutmaßliche Täter ist tot. Er habe ersten Ermittlungen zufolge Suizid begangen, teilte Polizeisprecher Russell Davis am Mittwochnachmittag mit. Ein weiteres Schussopfer, das im kritischen Zustand in ein Krankenhaus gebracht wurde, ist in der Nacht zum Donnerstag seinen schweren Verletzungen erlegen, wie die Polizei mitteilte. 

Über das Motiv des Todesschützen konnten die Ermittler nichts sagen. Davis erklärte aber, dass der Tatverdächtige ein Mitarbeiter des Unternehmens gewesen sei. Die Schüsse fielen beim Schichtwechsel am Morgen. Das Zugdepot für Stadtbahnen gehört dem örtlichen Verkehrsverbund VTA. Alle Opfer waren männliche Angestellte der örtlichen Verkehrsbehörde, teilte der VTA am Donnerstag mit. Das Alter der Männer wurde mit 29 bis 63 Jahren angegeben.  

Nach dem Vorfall suchten Spürhunde am Tatort nach möglichen Sprengsätzen, wie die Polizei mitteilte. Zudem soll es am frühen Morgen ein Feuer in dem Wohnhaus des Tatverdächtigen gegeben haben. Auch dort waren zahlreiche Ermittler im Einsatz. Die Bundespolizei FBI schaltete sich ebenfalls in den Fall ein. „Wir werden hier sein, solange wir gebraucht werden“, teilte der zuständige FBI-Sonderermittler Craig Fair mit.


Emergency responders gather at the scene of a shooting where several people were reported dead including the shooter on May 26, 2021 at the San Jose Railyard in San Jose, California. - Multiple people were killed in a shooting Wednesday at a rail yard in California's Bay Area, police said, the latest instance of deadly gun violence in the United States. "I can't confirm the exact number of injuries and fatalities. But I will tell you that there are multiple injuries and multiple fatalities in this case," Russell Davis, a Santa Clara County Sheriff's deputy, told journalists, adding that the gunman was dead. (Photo by Amy Osborne / AFP)
Neun Tote nach Schüssen an Zugdepot in Kalifornien
Neun Menschen sterben am Mittwoch an einem Zugdepot in Kalifornien. Unter den Toten ist der mutmaßliche Schütze.

Mehreren Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Schützen um einen 57-jährigen Mann, der von Nachbarn als Eigenbrötler beschrieben wurde. Er soll Waffen und Munition besessen haben. Die Ex-Ehefrau des Tatverdächtigen sagte dem „San Francisco Chronicle“, dass der Mann kaum Freunde hatte und leicht wütend wurde.

Waffendebatte geht in die nächste Runde

Der Vorfall hat den politischen Streit um Waffenrechte neu entfacht. „Dies passiert wieder und wieder“, sagte der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom mit Blick auf die häufigen Fälle von Waffengewalt in den USA. Es müsse sich dringend etwas ändern.

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom sprach am Mittwoch nach der Tat.
Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom sprach am Mittwoch nach der Tat.
Foto: AFP

US-Präsident Joe Biden sprach laut Mitteilung des Weißen Hauses von einer „schrecklichen Tragödie“. Viele Angehörige seien betroffen und würden um die Opfer trauern. Er habe die „traurige Pflicht“, einmal mehr die Anordnung zu geben, Flaggen auf halbmast zu setzen.

Biden erinnerte an mehrere Schießereien in den vergangenen Wochen und Monaten in verschiedenen US-Bundesstaaten. „Es reicht“, heißt es in der Mitteilung. Er würde abermals den Kongress zu sofortigen Maßnahmen drängen, um „die Epidemie von Waffengewalt“ in den USA zu beenden.

Als Kalifornierin sei sie persönlich tief erschüttert, sagte Nancy Pelosi, die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses. „Die Waffengewalt-Krise bringt Familien und Gemeinden im ganzen Land unfassbaren Kummer und Schmerz“, sagte die Top-Demokratin im US-Kongress laut einer Mitteilung. 40.000 Amerikaner würden im Jahr durch Waffen ums Leben kommen. „Untätigkeit ist keine Option“, sagte Pelosi.

In den USA sind Schusswaffen weit verbreitet, die Regeln im Vergleich zu anderen Ländern sind vielerorts sehr lax. Die Gesundheitsbehörde CDC verzeichnete allein 2019 insgesamt 39.707 Schusswaffen-Tote - also fast 110 pro Tag. Bei rund 60 Prozent der Fälle handelte es sich um Selbsttötungen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema