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Blockaden beseitigen: Macron will „radikalen Umbau“ Frankreichs
International 02.03.2017

Blockaden beseitigen: Macron will „radikalen Umbau“ Frankreichs

Emmanuel Macron, unabhängiger Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen im April, hat sich viel vorgenommen.

Blockaden beseitigen: Macron will „radikalen Umbau“ Frankreichs

Emmanuel Macron, unabhängiger Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen im April, hat sich viel vorgenommen.
Foto: REUTERS
International 02.03.2017

Blockaden beseitigen: Macron will „radikalen Umbau“ Frankreichs

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Der aussichtsreiche französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron strebt einen „radikalen Umbau“ seines Landes an.

(dpa) - Der aussichtsreiche französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron strebt einen „radikalen Umbau“ seines Landes an. „Die Gesellschaft, die ich will, ist zugleich von ihren Blockaden befreit und schützt die Schwächsten“, sagte Macron bei der lange erwarteten Vorstellung seines Wahlprogramms am Donnerstag. Seinen beiden wichtigsten Konkurrenten François Fillon und Marine Le Pen warf Macron vor, mit ihrer Kritik an Ermittlungsbehörden den Rechtsstaat anzugreifen.

Macron stellte am Donnerstag sechs Schwerpunkte seines Programms vor: Eine Schulreform, die "Arbeitsgesellschaft", die Modernisierung der französischen Wirtschaft, Sicherheit, internationale Beziehungen und die Erneuerung des öffentlichen Lebens.

Aus der Gleichstellung von Männern und Frauen wolle er eine "nationale Angelegenheit" machen, sagte Macron. Eine wirkliche Gleichberechtigung sei ein Grundpfeiler der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Demokratie, unterstrich der Gründer der Vereinigung En Marche!.

Europafreundlicher Kandidat

Macron will im Fall eines Wahlsiegs die Beschäftigung von Familienmitgliedern durch Parlamentarier verbieten. Abgeordnete sollen auch nicht mehr als Berater tätig sein können, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Der 39-jährige Macron kandidiert als unabhängiger Bewerber und positioniert sich „weder rechts noch links“. Er vertritt eine klar europafreundliche Linie und will damit der Rechtspopulistin Le Pen Paroli bieten.

Macrons Programm sieht Reformen des Rentensystems, der Arbeitslosigkeitsversicherung und des Arbeitsrecht vor. Er will auch Entlastungen für Geringverdiener. Zugleich verspricht Macron, über fünf Jahre 60 Milliarden Euro einsparen, um Frankreichs Defizit zu reduzieren. Seine politischen Gegner kritisierten das Programm sogleich als Fortschreibung der glücklosen Präsidentschaft von François Hollande. Macron war unter dem Sozialisten, der nicht mehr antritt, zwei Jahre lang Wirtschaftsminister.

In Umfragen auf Platz 2

Auf europäischer Ebene fordert Macron einen eigenen Haushalt für die Eurozone. Er wolle Deutschland sagen, dass Europa eine „Politik der Solidarität und der wirtschaftlichen Belebung“ brauche, erklärte der Politiker. Er liegt in Umfragen für den ersten Wahlgang auf Platz zwei hinter Le Pen, in einer Stichwahl gegen die Rechtspopulistin könnte er derzeit mit einem klaren Sieg rechnen. Frankreich wählt sienen neuen Staatschef in zwei Wahlgängen am 23. April und am 7. Mai.


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