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Bischofsvikar Tom Kerger: "Die Synode war ein wichtiger Schritt"
International 2 Min. 25.10.2015 Aus unserem online-Archiv

Bischofsvikar Tom Kerger: "Die Synode war ein wichtiger Schritt"

Im Rahmen der Synode hat Papst Franziskus die Kongregation für die Laien, die Familie und den Lebensschutz gegründet.

Bischofsvikar Tom Kerger: "Die Synode war ein wichtiger Schritt"

Im Rahmen der Synode hat Papst Franziskus die Kongregation für die Laien, die Familie und den Lebensschutz gegründet.
REUTERS
International 2 Min. 25.10.2015 Aus unserem online-Archiv

Bischofsvikar Tom Kerger: "Die Synode war ein wichtiger Schritt"

Die Weltbischofssynode zur Familie ist nun beendet und das Abschlussdokument wurde Papst Franziskus überreicht. Aus diesem Anlass hat wort.lu mit Abbé Tom Kerger, Bischofsvikar für den synodalen Prozess, gesprochen.

Interview: Anne Chevalier

Die Weltbischofssynode zur Familie ist nun beendet und das Abschlussdokument wurde Papst Franziskus überreicht. Aus diesem Anlass haben wir mit Abbé Tom Kerger, Bischofsvikar für den synodalen Prozess, über den Ausgang gesprochen.


Herr Kerger, sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?

Wie es der Papst in seiner Predigt noch einmal betont hat, war die Synode ein wichtiger Schritt für die Bischöfe, die Theologen aber auch die teilnehmenden Familien um sich mit den Problemen, Schwierigkeiten und den Herausforderungen der Familie und zwar weltweit und auf den verschiedenen Kontinenten auseinanderzusetzen. Von daher bin ich sehr zufrieden. Ich denke, es ist den Synodenvätern mit dem Abschlussdokument gelungen, die Familie zu stärken.

Was bringt diese Synode für die Kirche und die Gläubigen in Luxemburg?

Tom Kerger.
Tom Kerger.
Foto: Anouk Antony

Es bleibt jetzt abzuwarten, was als nächstes passiert. Ich denke, dass erste Wege aufgezeigt wurden und man wird beispielsweise sehen, ob der Vorschlag der deutschsprachigen Gruppe mit den spezifischen Fragen zu den wiederverheirateten Geschiedenen, der ja schlussendlich aufgenommen wurde, weiter erörtert wird. Die Ortskirchen werden sicherlich die Familienpastoral stärken. Es geht des Weiteren darum, inwiefern, und das gilt auch für Luxemburg, die Familien stärker in die Seelsorge und in die Familien begleitende Katechese eingebunden werden können.

Wie geht es weiter?

Es hängt, wie gesagt, davon ab, was jetzt mit den Überlegungen und Vorschlägen der Synode passiert und ob der Papst auf einige der Vorschlage eingeht. Ich denke nicht, dass er weit darüber hinaus gehen wird. Er hat auch schon angedeutet, dass er eine Dezentralisierung wünscht, dass nicht alles von oben herab von Rom, sondern in Verbindung mit Rom und im Rahmen des Lehramts, entschieden werden soll und dass beispielsweise die Bischofskonferenzen stärker in der Findung von Lösungen eingebunden werden sollen. Ich könnte mir vorstellen, dass er dieses in einem Nachsynodalen Schreiben festhält.

Mit der neu gegründeten Kongregation für die Laien, die Familie und den Lebensschutz hat Papst Franziskus außerdem den Päpstlichen Rat für die Laien, also die Familie und die Laien, aufgewertet. Inhalt und Ziel sind noch nicht konkret vorgegeben, diese sollen ja von einem Kardinalsgremium ausgearbeitet werden. Insgesamt ist vor Ende des Jahres kaum etwas Konkretes zu erkennen, der Papst muss ja sicherlich mit seinen Beratern zusammenkommen und am 8. Dezember fängt ja auch schon das Jahr der Barmherzigkeit an.

Papst Franziskus hat außerdem noch einmal die Wichtigkeit der Barmherzigkeit betont, auch bewusst in Hinblick auf dieses Jubiläum. Es geht um das Bild der Kirche als Mutter der Barmherzigkeit, wo nicht starre Regeln, sondern innerhalb der Regeln die Barmherzigkeit Gottes und sein Blick auf die Menschen im Mittelpunkt stehen. Um diesen Blick ging es auch bei der Synode.

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