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Bischöfe uneins bei wiederverheirateten Geschiedenen
International 21.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Katholische Kirche

Bischöfe uneins bei wiederverheirateten Geschiedenen

Papst Franziskus, der ungarische Kardinal Peter Erdo, der französische Kardinal Andre Vingt-Trois, der philippinische Kardinal Luis Antonio G. Tagle und der südafrikanische Kardinal Wilfrid Fox Napier bei einer Sitzung der Bischofssynode  in der Audienzhalle Paul VI.
Katholische Kirche

Bischöfe uneins bei wiederverheirateten Geschiedenen

Papst Franziskus, der ungarische Kardinal Peter Erdo, der französische Kardinal Andre Vingt-Trois, der philippinische Kardinal Luis Antonio G. Tagle und der südafrikanische Kardinal Wilfrid Fox Napier bei einer Sitzung der Bischofssynode in der Audienzhalle Paul VI.
Foto: AFP
International 21.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Katholische Kirche

Bischöfe uneins bei wiederverheirateten Geschiedenen

Am Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen scheiden sich noch immer die Geister. Eine Einschätzung der Mehrheiten innerhalb der Bischofssynode erweist sich als schwierig.

(KNA) - Die gegenwärtig im Vatikan tagende Bischofssynode über Ehe und Familie ist uneins über den künftigen kirchlichen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. Das geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahmen der Arbeitsgruppen hervor.

  • Demnach sprechen sich drei der 13 Gruppen ausdrücklich für eine Beibehaltung der derzeitigen offiziellen Praxis aus. Sie schließt Geschiedene, die eine zweite zivile Ehe eingegangen sind, vom Kommunionempfang aus. Diese Position wird von zwei englischsprachigen und einer französischsprachigen Gruppe vertreten.
  • Vier Gruppen fordern jeweils eine sorgfältige Prüfung des Einzelfalls unter Aufsicht des Ortsbischofs oder Beichtvaters und schließen eine Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion dann nicht grundsätzlich aus. Hierzu zählt die deutschsprachige Gruppe sowie zwei italienische und französischsprachige Gruppen.
  • Eine der betreffenden italienischen Gruppen sowie zwei weitere Gesprächszirkel sprechen sich für eine weitere Sondierung des Problems und eine anschließende Entscheidung des Papstes aus. Eine Gruppe ist geteilter Meinung. Die drei übrigen äußern sich nur allgemein oder gar nicht zu diesem Thema.

Eine Einschätzung der Mehrheitsverhältnisse in dieser Frage ist auch deshalb schwierig, weil aus den Stellungnahmen der Arbeitsgruppen nicht immer klar hervorgeht, ob diese einstimmig beschlossen wurden. Erforderlich ist nur eine absolute Mehrheit.

Die erste Bischofssynode über Ehe und Familie im Herbst 2014 hatte sich nicht auf eine einheitliche Linie im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen verständigen können.

Der Abschnitt im Abschlussdokument, der eine weitere Sondierung der Frage vorsah, fand nicht die nötige Zweidrittelmehrheit. Auf Wunsch des Papstes wurde er jedoch dennoch in das Arbeitspapier für die jetzige Synode aufgenommen.

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