Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Biontech-Chef: Ende Januar Klarheit über Impfstoff-Produktionsmengen
International 2 Min. 01.01.2021 Aus unserem online-Archiv

Biontech-Chef: Ende Januar Klarheit über Impfstoff-Produktionsmengen

Ugur Sahin, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Biontech.

Biontech-Chef: Ende Januar Klarheit über Impfstoff-Produktionsmengen

Ugur Sahin, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Biontech.
Foto: Andreas Arnold/dpa
International 2 Min. 01.01.2021 Aus unserem online-Archiv

Biontech-Chef: Ende Januar Klarheit über Impfstoff-Produktionsmengen

Die Hoffnung ist groß auf mehr verfügbaren Impfstoff. Biontech-Chef Ugur Sahin erklärt, woran es hakt: "Offenbar herrschte der Eindruck: Es wird alles nicht so schlimm."

(dpa) - Biontech-Chef Ugur Sahin geht davon aus, dass das Unternehmen Ende Januar Klarheit über die weiteren Produktionsmengen für den Corona-Impfstoff haben wird. „Wir versuchen, neue Kooperationspartner zu gewinnen, die für uns produzieren. Aber es ist ja nicht so, als stünden überall in der Welt spezialisierte Fabriken ungenutzt herum, die von heute auf morgen Impfstoff in der nötigen Qualität herstellen könnten“, sagte Sahin (55) dem „Spiegel“. „Ende Januar haben wir Klarheit, ob und wie viel wir mehr produzieren können.“


Erste tragfähige Ergebnisse könnte es Ende des Monats auch dazu geben, in welchem Umfang der Biontech-Impfstoff nicht nur Covid-19-Erkrankungen, sondern auch Ansteckungen verhindert. „Wir werden dazu ungefähr Ende Januar Daten haben, zumindest indirekte“, sagte die medizinische Geschäftsführerin und Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci dem „Spiegel“.

Ende Januar haben wir Klarheit, ob und wie viel wir mehr produzieren können.  

Ugur Sahin

Derzeit sehe es hinsichtlich der insgesamt verfügbaren Impfstoffe gegen Covid-19 „nicht rosig“ aus, „weil weitere zugelassene Impfstoffe fehlen und wir mit unserem Impfstoff diese Lücke füllen müssen“, sagte Sahin. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer war kurz vor Weihnachten in der EU zugelassen worden und wird seit einigen Tagen auch verabreicht. Weitere Zulassungen für Corona-Impfstoffe gibt es in der EU bisher nicht. Die Staatengemeinschaft hatte bei mehreren Herstellern Impfstoffdosen geordert. „Es gab die Annahme, dass noch viele andere Firmen mit Impfstoffen kommen. Offenbar herrschte der Eindruck: Wir kriegen genug, es wird alles nicht so schlimm, und wir haben das unter Kontrolle. Mich hat das gewundert“, sagte Sahin dazu.


ARCHIV - 30.12.2020, Bayern, Gauting: Ein Mitarbeiter der Asklepios Klinik wird von einem Kollegen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft. Um möglichst schnell möglichst viele Menschen gegen das Coronavirus zu impfen, könnte es Experten zufolge sinnvoll sein, den Zeitpunkt der Auffrischungsimpfung nach hinten zu verschieben. Da der Abstand zwischen beiden Impfungen mit großer Wahrscheinlichkeit in weiten Grenzen variabel ist, könnte man zunächst bevorzugt die erste Impfung zu verabreichen. Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Luxemburg: Bislang 1.200 Personen geimpft
Bis Ende März soll der Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer an 36.000 Personen verabreicht werden. Die erwartete Zulassung anderer Präparate könnte die Impfkampagne beschleunigen.

Die Idee der EU und anderer Regierungen sei gewesen, sich einen Korb aus verschiedenen Anbietern zusammenzustellen, was ein durchaus sinnvoller Ansatz sei, ergänzte Türeci. „Irgendwann stellte sich aber heraus: Viele können gar nicht zeitig liefern. Dann war es erst mal zu spät, woanders umfänglich nachzuordern.“

Nicht zu lange Zeit zwischen zwei Impfungen lassen

In Deutschland wird derzeit diskutiert, ob man die nötige zweite Impfdosis später verabreichen sollte, um zunächst möglichst viele Menschen mit den knappen Vorräten zu impfen. Die europäische Zulassungsbehörde EMA dämpfte nun die Erwartungen. Zwar sei eine Obergrenze für den zeitlichen Abstand zwischen den Dosen nicht explizit definiert, der Nachweis der Wirksamkeit basiere aber auf einer Studie, bei der die Verabreichung der Dosen im Abstand von 19 bis 42 Tagen erfolgte, teilte die EMA am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Eine Verabreichung etwa im Abstand von sechs Monaten stehe nicht im Einklang mit den Bestimmungen. Eine solche Änderung würde demnach eine Änderung der Zulassung sowie mehr klinische Daten zur Unterstützung einer solchen Änderung erfordern.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Gesundheitsministerin Paulette Lenert über den Wettlauf gegen die Zeit, die Kritik an der Strategie der Regierung und ihre guten Werte in den Umfragen.
Politik, LSAP, Partei, Paulette Lenert  Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort