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Bilanz in der FAZ: Abrechnung mit "Schlitzohr" Juncker
International 27.08.2016 Aus unserem online-Archiv

Bilanz in der FAZ: Abrechnung mit "Schlitzohr" Juncker

Jean-Claude Juncker (hier bei der Pressekonferenz nach dem Brexit im Juni 2016) steht diesmal aus dem Kreis der Konservativen in der Kritik.

Bilanz in der FAZ: Abrechnung mit "Schlitzohr" Juncker

Jean-Claude Juncker (hier bei der Pressekonferenz nach dem Brexit im Juni 2016) steht diesmal aus dem Kreis der Konservativen in der Kritik.
Foto: AFP
International 27.08.2016 Aus unserem online-Archiv

Bilanz in der FAZ: Abrechnung mit "Schlitzohr" Juncker

Daniel CONRAD
Daniel CONRAD
In einem Essay, der in der Online-Ausgabe der großen deutschen Zeitung FAZ am Samstagnachmittag veröffentlicht wurde, gehen die beiden Autoren, Hans-Olaf Henkel und Joachim Starbatty, mit Jean-Claude Juncker hart ins Gericht.

(dco) - Er "führt sich auf wie der europäische Ministerpräsident", brauche es "mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen" und sei von der deutschen Kanzlerin Angela Merkel als EU-Kommissionspräsident nicht gewollt gewesen - so heißt es in einem Gastbeitrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

In dem Essay unter dem Titel "Jean-Claude Juncker, das Schlitzohr!", der auf der Online-Ausgabe der großen deutschen Zeitung am Samstagnachmittag veröffentlicht wurde, gehen die beiden Autoren, Hans-Olaf Henkel und Joachim Starbatty (beide sind aktuelle EU-Parlamentarier in der Fraktion der "Europäischen Konservativen und Reformer" und ebenfalls beide ehemalige Mitglieder der "Alternative für Deutschland" (AfD) mit dem einstigen Luxemburger Premier hart ins Gericht.

Attacke gegen den „Lehrmeister Europas“

Juncker sei seit seiner Wahl mit "großem Macht- und Sendungsbewusstsein aufgetreten". Zu seinen Reden bemerken die beiden Autoren: "Hier spricht jemand zu uns, der sich als „Praeceptor Europae“, als „Lehrmeister Europas“, berufen fühlt, Europa auf den rechten Weg zu führen."

Juncker mische sich selbst zu sehr ein, ziehe es gar vor, wie bei einem Treffen der Eurogruppe im Mai 2011, der Öffentlichkeit politische Akte zu verschweigen – oder gar mehr. Der heutige EU-Kommissionspräsident selbst habe gesagt: „Wenn es ernst wird, muss man lügen.“

In ihrem Beitrag führen die Autoren unter anderem Aussagen von Parlamentsvertretern oder auch dem deutschen Finanzminister Schäuble zur Kritik an. "Verständlich, dass Vicky Ford, unsere Kollegin aus der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer, über Junckers Gehabe meinte, seine Arroganz sei atemberaubend." Die Autoren bemängeln Junckers Politik als "Umschreibungen eines immer zentralistischeren Europas und einer immer mächtigeren Kommission".

Für Juncker dürfte diese Kritik nicht neu sein: Schon seit seiner Wahl 2014 musste er mit Vorwürfen - teils unter der Gürtellinie - zurechtkommen. Dazu finden Sie hier einen Beitrag unseres Brüsselkorrespondenten, Diego Velasquez (wort+).


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