Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Biden und Macron vereinbaren Treffen im Oktober
International 1 3 Min. 23.09.2021
Versöhnung nach U-Boot-Streit

Biden und Macron vereinbaren Treffen im Oktober

Joe Biden am Telefon mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
Versöhnung nach U-Boot-Streit

Biden und Macron vereinbaren Treffen im Oktober

Joe Biden am Telefon mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
Foto: AFP
International 1 3 Min. 23.09.2021
Versöhnung nach U-Boot-Streit

Biden und Macron vereinbaren Treffen im Oktober

Tagelang schäumte die französische Regierung öffentlich vor Wut wegen eines geplatzten U-Boot-Deals durch einen neuen Sicherheitspakt zwischen den USA, Großbritannien und Australien. Nun gab es ein Versöhnungsgespräch auf höchster Ebene. Alles wieder gut?

(dpa) - Entspannungssignale zwischen Washington und Paris: Nach dem schweren Zerwürfnis im U-Boot-Streit wollen US-Präsident Joe Biden und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im Oktober zu einem persönlichen Treffen zusammenkommen. Bei einem Telefonat am Mittwoch hätten beide vereinbart, sich Ende Oktober in Europa zu treffen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung, die beide Regierungen im Anschluss veröffentlichten. Macron habe auch entschieden, dass der französische Botschafter kommende Woche nach Washington zurückkehren solle.


(FILES) A file photo taken on May 2, 2018 shows French President Emmanuel Macron (2/L) and Australian Prime Minister Malcolm Turnbull (C) standing on the deck of HMAS Waller, a Collins-class submarine operated by the Royal Australian Navy, at Garden Island in Sydney. - Australia is expected to scrapped a 66 billion USD deal for France to build submarines, replacing it with nuclear-powered subs using US and British technology. (Photo by BRENDAN ESPOSITO / POOL / AFP)
Eskalation im Indo-Pazifik
Nach dem historischen Sicherheitspakt zwischen den USA, Australien und Großbritannien warnt China warnt vor einem Wettrüsten in der Region.

Die USA hatten vor einigen Tagen ohne Absprache mit den Verbündeten einen neuen Sicherheitspakt mit Australien und Großbritannien im Indopazifik verkündet und damit eine tiefe diplomatische Krise mit Frankreich ausgelöst. Der Pakt ließ ein milliardenschweres U-Boot-Geschäft Australiens mit Frankreichs platzen, was in Paris zu wütenden Reaktionen führte. Macron ließ unter anderem die Botschafter aus den USA und Australien vorübergehend abziehen - eine äußerst ungewöhnliche Maßnahme unter Verbündeten. Zum zurückgerufenen französischen Botschafter in Canberra sei noch keine Entscheidung gefallen, hieß es am Mittwoch von französischer Seite.

Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian hatte sich in dem Streit mit ungewöhnlich scharfen Worten über den Vorstoß der Partner beschwert. Er nannte die Entscheidung unter anderem „brutal“ und verglich Bidens Vorgehen mit jenem von Ex-US-Präsident Donald Trump.

Biden ruft Macron an

Biden hatte Macron schließlich um ein Telefonat gebeten, um die Differenzen zu klären. Frankreichs Präsident wiederum ließ kurz zuvor ausrichten, was genau er von dem Gespräch erwarte.

Die gemeinsame Stellungnahme orientierte sich sehr an dieser vorab verbreiteten - und teils sperrigen - Wortwahl aus Élysée-Kreisen. In der Erklärung zu dem Telefonat hieß es unter anderem, die Präsidenten seien sich einig gewesen, dass die Situation „von offenen Konsultationen zwischen den Verbündeten“ zu Fragen von strategischem Interesse für Frankreich und die europäischen Partner „profitiert“ hätte. Die Präsidenten hätten vereinbart, einen Prozess intensiver Beratungen zu starten, um die Bedingungen zu schaffen, Vertrauen zu gewährleisten und konkrete Schritte mit Blick auf gemeinsame Ziele vorzuschlagen. Ziel des Treffens sei es, „ein gemeinsames Verständnis zu erreichen und die Dynamik in diesem Prozess aufrechtzuerhalten“.

Treffen in Rom?

In Rom steht Ende Oktober der G20-Gipfel, also die Zusammenkunft der 20 wichtigsten Industrienationen, an, zu denen auch die USA und Frankreich gehören. Biden soll dafür ohnehin nach Europa reisen. Ob das Treffen mit Macron am Rande des Gipfels stattfinden soll oder getrennt davon, war zunächst unklar.


French President Emmanuel Macron delivers a statement during the 8th MED7 Mediterranean countries summit in Athens, on September 17, 2021. (Photo by ANGELOS TZORTZINIS / AFP)
Ärger über U-Boot-Deal: Frankreich holt Botschafter zurück
Frankreich reagiert empört über ein geplatztes U-Boot-Geschäft mit Australien. Nun setzt Paris auch ein deutliches diplomatisches Zeichen.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte in Washington, die Details würden noch ausgearbeitet. Sie sagte, das Telefonat von Biden und Macron habe etwa 30 Minuten gedauert und sei im Ton freundlich gewesen. Der US-Präsident hoffe, dass das Gespräch ein Schritt zurück zu Normalität sei. Auf die Frage, ob sich Biden bei Macron entschuldigt habe, antwortete Psaki ausweichend: Der Präsident habe anerkannt, dass es bessere Abstimmung hätte geben können. Der Fokus des Gespräches habe auf dem weiteren Vorgehen gelegen.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

In der gemeinsamen Erklärung nach dem Telefonat hieß es weiter, Biden habe auch die strategische Bedeutung des französischen und europäischen Engagements im Indopazifik nochmals bestätigt und sich zu einer stärkeren Unterstützung der Anti-Terrorbemühungen der Europäer in der Sahel-Zone bekannt. Derlei Klarstellungen und Zusagen hatte Macron ebenfalls vorab verlangt.

Maas vermittelt

Am Mittwoch trafen am Rande der UN-Generalversammlung erstmals seit den Verwerfungen auch wieder Regierungsvertreter beider Länder aufeinander. US-Außenminister Antony Blinken und sein Amtskollege Le Drian begegneten sich bei einer Libyen-Konferenz auf Einladung von Bundesaußenminister Heiko Maas in der deutschen UN-Vertretung in New York und reichten sich die Hand. Le Drian hatte zuvor ein eigentlich ebenfalls für Mittwoch geplantes Vierer-Treffen mit Blinken, Maas und der neuen britischen Außenministerin Liz Truss platzen lassen.

Maas hatte das Zustandekommen des Indopazifik-Pakts am Dienstag als „irritierend“ und „ernüchternd“ kritisiert. Er hofft nun auf Entspannung in dem Streit. 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Geopolitischer Konflikt
Nach dem historischen Sicherheitspakt zwischen den USA, Australien und Großbritannien warnt China warnt vor einem Wettrüsten in der Region.
(FILES) A file photo taken on May 2, 2018 shows French President Emmanuel Macron (2/L) and Australian Prime Minister Malcolm Turnbull (C) standing on the deck of HMAS Waller, a Collins-class submarine operated by the Royal Australian Navy, at Garden Island in Sydney. - Australia is expected to scrapped a 66 billion USD deal for France to build submarines, replacing it with nuclear-powered subs using US and British technology. (Photo by BRENDAN ESPOSITO / POOL / AFP)
Neuer Pakt mit den USA
Es ist eine Botschaft an China. Angesichts von Pekings Machtanspruch wollen die USA ihren Einsatz im Indopazifik-Raum verstärken.
A dolphin leaps over the crest of a wave created by the Australian naval submarine HMAS Dechaineux as the sub sailed to its' base at Garden Island in West Australia, Thursday Dec. 14, 2000. Australian submariners wear a dolphin emblem on their uniform and consider the animals good luck.(AP Photo/Don Lindsay/West Australian)--AUSTRALIA OUT--
Das Atom-U-Boot „Kursk“ war für die Sowjetunion jahrzehntelang Stolz der Marine. Beim Untergang vor 20 Jahren starben mehr als hundert Matrosen.
ARCHIV - 01.01.2000, Russland, Widjajewo: Das später verunglückte russische Atom-U-Boot Kursk liegt in seinem Heimathafen Widjajewo (undatiert). (zu dpa "«Der Schmerz sitzt noch tief»: Kursk-Untergang war Putins erste Krise") Foto: epa stringer/A2800_epa/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Nach fast genau einem Jahr wird die „ARA San Juan“ im Südatlantik entdeckt. Mit 44 Seeleuten an Bord war das U-Boot bei einer Patrouillenfahrt gesunken. Die Familien der Opfer hatten vor allem unter der Ungewissheit gelitten.
Zahlreiche Demonstrationen der Angehörigen hatten die Suche nach den Seeleuten begleitet.