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Biden gewinnt wie erwartet Serie von US-Vorwahlen
International 2 Min. 03.06.2020

Biden gewinnt wie erwartet Serie von US-Vorwahlen

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden spricht in der Philadelphia City Hall über die andauernden Proteste.

Biden gewinnt wie erwartet Serie von US-Vorwahlen

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden spricht in der Philadelphia City Hall über die andauernden Proteste.
Foto: AFP
International 2 Min. 03.06.2020

Biden gewinnt wie erwartet Serie von US-Vorwahlen

Im Schatten der Corona-Pandemie und der gewaltsamen Proteste in den USA gehen die Präsidentschaftsvorwahlen in den USA weiter. Trumps designierter Herausforderer Biden räumt erwartungsgemäß ab.

(dpa) - Ex-US-Vizepräsident Joe Biden hat weitere Vorwahlen in mehreren Bundesstaaten gewonnen. Der 77-Jährige sammelte damit Hunderte zusätzliche Delegiertenstimmen für seine geplante Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Demokraten.

Die Staaten Indiana, Maryland, Montana, New Mexico, Pennsylvania, Rhode Island und South Dakota sowie die US-Hauptstadt Washington hatten am Dienstag Vorwahlen abgehalten - inmitten der Corona-Pandemie und der anhaltenden Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt im Land. Vorläufigen Ergebnissen von Mittwoch zufolge siegte Biden - als einzig verbliebener Präsidentschaftsbewerber seiner Partei - erwartungsgemäß überall.


TOPSHOT - Democratic presidential candidate and former US Vice President Joe Biden arrives to pay his respects to fallen service members on Memorial Day at Delaware Memorial Bridge Veteran's Memorial Park in Newcastle, Delaware, May 25, 2020. (Photo by Olivier DOULIERY / AFP)
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Biden ist bereits als designierter Herausforderer von Amtsinhaber Donald Trump bei der Präsidentenwahl im November gesetzt. Bidens offizielle Kür als Präsidentschaftskandidat soll bei einem Parteitag im August folgen. Für eine Nominierung benötigt er dort mindestens 1.991 reguläre Delegierte auf seiner Seite. Nach Berechnungen des US-Senders CNN kommt Biden nach den jüngsten Abstimmungen nun auf mehr als 1.900 Stimmen. Bei einer der nächsten Vorwahlen im Juni dürfte er die nötige Schwelle überschreiten, um sich auch rein formal die nötige Mehrheit für eine Nominierung zu sichern - womöglich bereits in der kommenden Woche. Am 9. Juni stehen nach bisheriger Planung Vorwahlen in Georgia und West Virginia an.

Mitspracherecht für Bernie Sanders

Mehrere der Bundesstaaten, die am Dienstag abstimmten, hatten die Vorwahlen ursprünglich schon eher geplant, verschoben diese wegen der Corona-Krise jedoch auf diesen Termin. Somit war auf einen Schlag ein großer Batzen von insgesamt 479 Delegiertenstimmen zu verteilen - allein 186 davon in Pennsylvania. Nach Angaben der demokratischen Partei dort kam Biden in dem Bundesstaat nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Wahlkreise auf mehr als 77 Prozent der Stimmen.


TOPSHOT - Democratic presidential hopefuls former US vice president Joe Biden (L) and Senator Bernie Sanders greet each other with a safe elbow bump before the start of the 11th Democratic Party 2020 presidential debate in a CNN Washington Bureau studio in Washington, DC on March 15, 2020. (Photo by Mandel NGAN / AFP)
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Der linke Senator Bernie Sanders, der Anfang April aus dem Rennen der Demokraten ausgestiegen war, kam in Pennsylvania demnach auf knapp 19 Prozent. Sanders hatte bei der Bekanntgabe seines Rückzugs angekündigt, bei den restlichen Vorwahlen auf den Wahlzetteln zu bleiben, um weiter Delegiertenstimmen zu sammeln und sich so zumindest noch inhaltlichen Einfluss beim Parteitag zu sichern, wo auch über den programmatischen Kurs debattiert wird.

Sanders hatte bei der Bekanntgabe seines Rückzugs angekündigt, bei den restlichen Vorwahlen auf den Wahlzetteln zu bleiben, um weiter Delegiertenstimmen zu sammeln.
Sanders hatte bei der Bekanntgabe seines Rückzugs angekündigt, bei den restlichen Vorwahlen auf den Wahlzetteln zu bleiben, um weiter Delegiertenstimmen zu sammeln.
Foto: AFP

Biden hat Sanders bereits Mitsprache dort zugesichert. Beide Teams haben auch gemeinsame Arbeitsgruppen gegründet, um zusammen an inhaltlichen Konzepten zu arbeiten. Ziel ist, die Partei so zusammenzuführen. Sanders hat eine klar linke Agenda, Biden gehört zum moderaten Flügel der Partei. Führende Demokraten hatten sich in den vergangenen Monaten demonstrativ hinter Biden gestellt, um alle Kräfte der Partei im Kampf gegen Trump zu bündeln.


TOPSHOT - People gesture as US President Donald Trump and First Lady Melania Trump's motorcade passes on their way to visit the Saint John Paul II National Shrine to lay a ceremonial wreath and observe a moment of remembrance under the Statue of Saint John Paul II on June 2, 2020 in Washington,DC. (Photo by Brendan Smialowski / AFP)
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Aktuell kommt eine weitere Krise hinzu: Seit Tagen kommt es in vielen US-Städten zu Demonstrationen gegen Polizeigewalt, Rassismus und soziale Ungerechtigkeit. Auslöser der Proteste ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis. Die Demonstrationen waren zum Teil in Gewalt ausgeartet. Trump hatte zuletzt angekündigt, die Ausschreitungen notfalls mit einem Einsatz des Militärs zu stoppen.


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