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Bewaffneter Neonazi in Belgien immer noch flüchtig
International 1 2 Min. 20.05.2021

Bewaffneter Neonazi in Belgien immer noch flüchtig

Spezialeinheiten durchsuchen den Nationalpark unter größter Vorsicht. Auch Panzer kommen zum Einsatz.

Bewaffneter Neonazi in Belgien immer noch flüchtig

Spezialeinheiten durchsuchen den Nationalpark unter größter Vorsicht. Auch Panzer kommen zum Einsatz.
Pino Misuraca/BELGA/dpa
International 1 2 Min. 20.05.2021

Bewaffneter Neonazi in Belgien immer noch flüchtig

In der belgischen Provinz Limburg fahndet die Polizei nach einem bewaffneten Soldaten. Die Luxemburger Polizei hat Spezialkräfte in Bereitschaft versetzt. Der Mann steht wegen seiner rechtsextremen Ansichten auf einer Gefährderliste der belgischen Anti-Terror-Behörde.

(AFP/TJ/dpa/tom) - Mit einem regelrechten Großaufgebot durchsuchen 250 Polizisten und knapp 100 Soldaten mit gepanzerten Fahrzeugen auch am Donnerstag einen Nationalpark in der Provinz Limburg. Die Suche gilt einem Mann, der von den belgischen Antiterroreinheiten der rechtsextremen Szene zugeschrieben wird.

Jurgen Conings gilt wegen seiner Ausbildung als gefährlich.
Jurgen Conings gilt wegen seiner Ausbildung als gefährlich.
Foto: AFP

Nach dem 46 Jahre alten Militärausbilder Jurgen Conings wird seit Dienstag gefahndet, nachdem man seinen Geländewagen in der Gemeinde Niel-bij-As, östlich von Genk, entdeckt hatte. Einem Förster war der Wagen aufgefallen. In dem Fahrzeug des Mannes fanden die Fahnder Munition und vier Antipanzerraketen. Der Wagen soll laut Medienberichten zudem mit einer Sprengfalle versehen gewesen sein.


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Conings war bereits am Montag verschwunden, nachdem er sich an seiner Arbeitsstelle - einer Militärbasis - möglicherweise mit Munition eingedeckt hatte. Er soll laut Medienberichten gedroht haben, die Obrigkeit und Virologen anzugreifen. Zudem soll er in einer E-Mail Abschiedsworte verfasst haben, so als rechne er damit, getötet zu werden. 

Luxemburger Polizeifahrzeuge vor Ort

LW-Informationen zufolge hat die Luxemburger Polizei sämtliche Einsatzkräfte in einer internen Notiz über den Fall informiert. 

Auf einem Twitter-Video waren am Donnerstag Spezialfahrzeuge mit Luxemburger Kennzeichen am Einsatzort zu sehen, die Polizei hat die Teilnahme auf Nachfrage hin noch nicht bestätigt.

In der Vergangenheit hatte die Unité Spéciale der Luxemburger Polizei bereits mehrfach belgische Einheiten bei Einsätzen im Nachbarland unterstützt - zuletzt bei der Großrazzia im Kontext der Sky ECC-Razzien Anfang März. Zudem kann auch die Möglichkeit eines Grenzübertritts des schwerbewaffneten, mutmaßlichen Rechtsterroristen nicht ausgeschlossen werden.  

Suche auf 12.000 Hektar

Der Nationalpark „Hoge Kempen“, ein Areal von 12.000 Hektar, in dem Conings vermutet wird, wurde gesperrt. Die Suche läuft am Donnerstag unvermindert weiter, jetzt auch mit Einheiten der berittenen Polizei. Medien berichten von Detonationen, die aus dem bewaldeten Areal zu hören gewesen seien. Auch am Donnerstag soll es zu Detonationen gekommen sein. Journalisten wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Die Atmosphäre ist generell angespannt, zahlreiche Eltern schickten ihre Kinder am Donnerstagmorgen nicht in die angrenzenden Grundschulen. 

Premierminister De Croo zeigte sich schockiert, dass solche Elemente in der belgischen Armee aktiv seien. Der belgische Justizminister Vincent Van Quickenborne sagte indes dem belgischen Sender VTM, dass sich die Hinweise gehäuft hätten, wonach der Mann eine akute Bedrohung sei. Der 46-Jährige steht aufgrund seiner rechtsextremen Sympathien wohl seit längerer Zeit auf einer Terroristenliste der belgischen Anti-Terror-Behörde Ocam.  

Der Virologe Marc Van Ranst und seine Familie wurden zwischenzeitlich an einen sicheren Ort gebracht. Gegen Corona-Maßnahmen und Impfstoffe zu sein, gehe allzu oft mit Gewaltverherrlichung und rohem Rassismus einher, schrieb der Virologe in der Nacht zu Mittwoch auf Twitter. „Damit eines klar ist: Solche Drohungen machen nicht den geringsten Eindruck auf mich.“  


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