Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Beruhigung in China, Italien als Sperrzone
International 4 Min. 10.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Beruhigung in China, Italien als Sperrzone

In Italien kontrolliert die Armee mittlerweile den Personenverkehr.

Beruhigung in China, Italien als Sperrzone

In Italien kontrolliert die Armee mittlerweile den Personenverkehr.
Claudio Furlan/LaPresse via ZUMA
International 4 Min. 10.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Beruhigung in China, Italien als Sperrzone

Rasant breitet sich das Coronavirus aus. Italien reagiert und weitet die Sperrungen auf das ganze Land aus. Bayern untersagt alle Veranstaltungen mit über 1000 Teilnehmern. Zarte positive Signale kommen aus Asien.

(dpa) - Zarte Hoffnungen in Asien, trübe Stimmung in Europa: Während die Behörden in China am Dienstag den niedrigsten Anstieg der Infektionen seit Beginn der täglichen Berichte über die Epidemie vor sieben Wochen meldeten und auch Südkorea berichtete, die Zahl der täglich neu erfassten Infektionen sei weiter gesunken, verschärfte die italienische Regierung die ohnehin drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit - und machte nun das ganze Land zur Sperrzone.


08.03.2020, Italien, Parma: Mitarbeiterinnen mit Atemschutz und Schutzanzug kontrollieren die Temperatur von Besuchern am Eingang des Stadio Ennio Tardini vor dem Spiel Parma Calcio - SPAL Ferrara in der italienischen Serie A. Im Kampf gegen das neue Coronavirus schränkt Italien die Bewegungsfreiheit von Bürgern im Norden drastisch ein. Die Menschen in der wirtschaftsstarken Lombardei und 14 anderen Provinzen dürfen nur noch mit triftigen Gründen aus den Zonen hinaus oder in sie hinein. Foto: Piero Cruciatti / Lapresse.Piero/Lapresse via ZUMA Press/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Corona-Virus: Ganz Italien steht unter Quarantäne
Italien bekommt die Ausbreitung des Coronavirus nicht in den Griff. Immer mehr Menschen sterben. Der Premier zieht nun die Notbremse. Und erklärt ganz Italien zur Sperrzone.

Weltweit haben sich inzwischen mehr als 110 000 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert, die Dunkelziffer liegt Experten zufolge noch wesentlich höher.

In Luxemburg gibt es derzeit fünf bekannte Fälle, ein in Luxemburg arbeitender französischer Grenzgänger wurde ebenfalls infiziert.

Scheinbarer Rückgang der Fälle in China

Chinas Behörden meldeten am Dienstag nur noch 19 neu nachgewiesene Virusfälle und 17 weitere Todesfälle. Nicht nur der Anstieg der Infektionen war relativ gering - auch der tägliche Zuwachs der Todesfälle war der niedrigste seit sechs Wochen. Damit sind in der Volksrepublik 3136 Tote zu beklagen. Seit Beginn der Epidemie im Dezember haben sich nach der offiziellen Statistik insgesamt 80 754 Menschen in Festlandchina mit dem neuen Coronavirus infiziert. Fast 60 000 haben die Krankenhäuser wieder verlassen.


Grenzgänger mit Virus infiziert
Eine Person aus Frankreich, die in Luxemburg arbeitet, hat sich mit dem Corona-Virus infiziert. Sie wird in Frankreich behandelt. Die Sanitärinspektion ermittelt Kontaktpersonen im Großherzogtum.

Inwieweit die offizielle Statistik aber die wahre Lage widerspiegelt und wie hoch die Dunkelziffer ist, scheint unklar. Seit einer Änderung der Zählweise Mitte Februar hat sich der täglich berichtete Anstieg der neuen Infektionen mit dem Sars-CoV-2 genannten Virus und der Todesfälle in der amtlichen Auflistung spürbar reduziert. Amtliche Stellen verweisen gerne auf den Rückgang der Zahlen, wenn dazu aufgerufen wird, in weniger betroffenen Gebieten zur Normalität zurückzukehren und die Produktion wieder aufzunehmen.

Eine Passagierin am Brüsseler Flughafen Zaventem.
Eine Passagierin am Brüsseler Flughafen Zaventem.
AFP

Auch in Südkorea sank die Zahl der Neu-Infizierten. Am Montag habe es 131 weitere Fälle gegeben, teilten die Gesundheitsbehörden am Dienstag mit. Das war die niedrigste Zunahme an einem Tag seit zwei Wochen. Die Gesamtzahl stieg auf mehr als 7500. Bisher gab es in Südkorea 54 Todesfälle, die mit dem neuartigen Coronavirus in Verbindung gebracht werden.

Europa auf dem Höhepunkt der Epidemie

In Europa dagegen breitet sich das Virus weiter rasant aus. Im am stärksten betroffenen Land Italien weitete die Regierung die Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit auf das ganze Land aus. Rund 60 Millionen Menschen können sich von (diesem) Dienstag an nicht mehr frei bewegen. Es gebe keine Zeit zu verlieren, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Premierminister Giuseppe Conte am Montagabend. Internationale Zug- und Flugverbindungen sowie der öffentliche Nahverkehr sollen nicht ausgesetzt werden. Mit Bezug auf das Ausland „ändere sich nichts“.


Pedestrians walk past an electronic sign displaying the Hang Seng Index in Hong Kong on March 9, 2020. - Hong Kong stocks ended Monday's morning session sharply lower, in line with a rout across Asia, on coronavirus fears, while energy firms were battered by a crash in oil prices. (Photo by ISAAC LAWRENCE / AFP)
Der Corona-Crash trifft auch Luxemburg
Massive Kursverluste erschüttern die Börsen rund um den Globus. Angst vor dem Corona-Virus, Angst vor einem Preiskrieg der Ölförderer, Angst vor einer Rezession greifen um sich. Der Kurssturz trifft Luxemburgs Vorzeigebranche.

Dafür bleiben Schulen, Universitäten und Kindergärten im ganzen Land bis mindestens 3. April geschlossen. Auch alle Sportveranstaltungen, eingeschlossen der Spiele der Serie A, werden ausgesetzt. Das Land kämpft gegen eine rapide steigende Zahl von Infizierten und Toten durch die Covid-19-Lungenkrankheit. Mittlerweile haben sich fast 10 000 Menschen angesteckt, mehr als 460 sind gestorben. Die Krankenhäuser in den besonders betroffenen Zonen sind am Limit, Plätze in den Intensivstationen sind knapp.

Touristen konnten auch bisher aus den Sperrzonen im Norden ausreisen. Allerdings hatten Fluglinien ihre Verbindungen in den Norden zusammengestrichen oder ganz ausgesetzt. An den Grenzen sollen Einreisende nach Italien kontrolliert werden.

Trump will Wirtschaft schützen

Derweil stellte US-Präsident Donald Trump ein Maßnahmenpaket in Aussicht, um den wirtschaftlichen Auswirkungen entgegenzusteuern. Er kündigte am Montagabend (Ortszeit) an, die Regierung wolle mit dem Kongress unter anderem über Lohnsteuererleichterungen sowie über Kredite für Kleinunternehmen reden. Angedacht seien auch Hilfen für Menschen, die nach Stundenlohn bezahlt würden - für die also bei einem Arbeitsausfall wegen einer Erkrankung besondere Härten entstehen. Am Dienstag solle es dazu Gespräche mit Kongressvertretern geben, sagte Trump. Auch Gespräche mit Fluggesellschaften, Kreuzfahrtveranstaltern und der Hotelindustrie seien geplant.


Corona-Virus: Diese Events in Luxemburg fallen aus
Angesichts der jüngsten Entwicklungen in Sachen Corona-Virus häufen sich die Absagen von Großevents. Die Liste der gestrichenen Termine im Veranstaltungskalender.

Das sich weiter ausbreitende Coronavirus und ein Crash an den internationalen Ölmärkten hatten den US-Aktienmarkt am Montag einbrechen lassen. Der Dow Jones Industrial fiel auf den tiefsten Stand seit Anfang vergangenen Jahres. Nach Zählungen der „New York Times“ gab es am Montagabend (Ortszeit) bereits mehr als 660 Infektionen und mehr als 25 Todesfälle in den Vereinigten Staaten.

Abgeordnete des Europäischen Parlaments wollen am Dienstag in Brüssel mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen über ein gemeinsames Vorgehen der EU-Staaten im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus diskutieren. Über eine entsprechende Resolution soll am Donnerstag abgestimmt werden.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Der Corona-Crash trifft auch Luxemburg
Massive Kursverluste erschüttern die Börsen rund um den Globus. Angst vor dem Corona-Virus, Angst vor einem Preiskrieg der Ölförderer, Angst vor einer Rezession greifen um sich. Der Kurssturz trifft Luxemburgs Vorzeigebranche.
Pedestrians walk past an electronic sign displaying the Hang Seng Index in Hong Kong on March 9, 2020. - Hong Kong stocks ended Monday's morning session sharply lower, in line with a rout across Asia, on coronavirus fears, while energy firms were battered by a crash in oil prices. (Photo by ISAAC LAWRENCE / AFP)
Grenzgänger mit Virus infiziert
Eine Person aus Frankreich, die in Luxemburg arbeitet, hat sich mit dem Corona-Virus infiziert. Sie wird in Frankreich behandelt. Die Sanitärinspektion ermittelt Kontaktpersonen im Großherzogtum.
Corona-Virus: Luxair dünnt Flugplan aus
Buchungsrückgänge, Flugstornierungen - wie viele andere Fluggesellschaften muss auch die nationale Airline mit den Folgen des Corona-Virus kämpfen. Am heutigen Montag fallen vier Luxair-Verbindungen aus.
Am heutigen Montag fallen drei Luxair-Verbindungen zwischen Luxemburg und Milan-Malpensa aus.
Corona-Virus: Fünfter Fall in Luxemburg
Die Zahl der Corona-Virus-Infizierten in Luxemburg ist auf fünf angestiegen. Wie das Gesundheitsministerium am Sonntagabend mitteilt, handelt es sich um einen Patienten, der von einem Aufenthalt im Elsass zurückkam.
Ansteckende Krankheiten - Service des Maladies infectieuses du CHL - coronavirus -  Foto: Pierre Matgé/Luxemburger Wort