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Bericht von Amnesty International: Zahl der vollstreckten Todesstrafen steigt
International 06.04.2016

Bericht von Amnesty International: Zahl der vollstreckten Todesstrafen steigt

Vier Länder haben die Todesstrafe im vergangenen Jahr abgeschafft.

Bericht von Amnesty International: Zahl der vollstreckten Todesstrafen steigt

Vier Länder haben die Todesstrafe im vergangenen Jahr abgeschafft.
Foto: Shutterstock
International 06.04.2016

Bericht von Amnesty International: Zahl der vollstreckten Todesstrafen steigt

Kerstin SMIRR
Kerstin SMIRR
Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurden im vergangenen Jahr 1.634 Menschen hingerichtet - so viele wie seit 25 Jahren nicht mehr. Doch es gibt auch eine positive Entwicklung.

(KNA) - Die Zahl der weltweit vollstreckten Todesstrafen ist so hoch wie seit 25 Jahren nicht mehr. Im Jahr 2015 wurden laut einer am Mittwoch veröffentlichten Statistik der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) mindestens 1.634 Menschen hingerichtet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeute dies einen Anstieg um mehr als 50 Prozent auf den nun höchsten Wert seit 1989.

"Diese Entwicklung ist zutiefst beunruhigend", sagte AI-Generalsekretär Salil Shetty. Viele Regierungen hätten an der unbarmherzigen Praxis festgehalten, Menschen das Leben zu nehmen. All das aufgrund der "irrigen Annahme", dass die Todesstrafe für mehr Sicherheit sorge.

Etwa 90 Prozent der 2015 registrierten Hinrichtungen sind der Amnesty-Statistik zufolge auf die Staaten Iran (mindestens 977), Pakistan (mindestens 320) und Saudi-Arabien (mindestens 158) zurückzuführen, die hauptverantwortlich für den globalen Anstieg seien.

Zahlen aus China fehlen

"Diese Länder haben Menschen in einem unfassbaren Ausmaß umbringen lassen - zumeist nach vollkommen unfairen Verhandlungen. Dieses Abschlachten, muss ein Ende haben", forderte Shetty. Amnesty wies darauf hin, dass in dem neuen Jahresbericht keine Zahlen aus China enthalten seien, wo es wahrscheinlich Tausende weitere Opfer gegeben habe. Die entsprechenden Daten würden von der chinesischen Regierung wie ein Staatsgeheimnis unter Verschluss gehalten.

Trotz der besorgniserregenden weltweiten Lage gab es laut Amnesty im vergangenen Jahr auch positive Entwicklungen. So hätten die USA mit 28 vollstreckten Todesurteilen den niedrigsten Wert seit 1991 verzeichnet.

Vier Länder - Fidschi, Madagaskar, die Republik Kongo und Suriname hätten die Todesstrafe komplett abgeschafft. Damit seien die Länder, in denen die Todesstrafe aus den Gesetzbüchern gestrichen worden sei (102), weltweit erstmals in der Mehrzahl. Die Staaten, die weiterhin Todessurteile vollstreckten, müssten indes erkennen, dass sie "auf der falschen Seite der Geschichte stehen", sagte Shetty.


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