Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Bericht: NATO arbeitet an Operationsplan für nächste Corona-Welle
International 02.05.2020 Aus unserem online-Archiv

Bericht: NATO arbeitet an Operationsplan für nächste Corona-Welle

Die Pandemie ist für die NATO auch ein Verteidigungsproblem. Sie offenbart Schwächen bei der Reaktionsfähigkeit der Bündnispartner.

Bericht: NATO arbeitet an Operationsplan für nächste Corona-Welle

Die Pandemie ist für die NATO auch ein Verteidigungsproblem. Sie offenbart Schwächen bei der Reaktionsfähigkeit der Bündnispartner.
Foto: AFP
International 02.05.2020 Aus unserem online-Archiv

Bericht: NATO arbeitet an Operationsplan für nächste Corona-Welle

Ein Plan für den Umgang mit einer zweiten Corona-Welle soll bis Ende Juni vorliegen. Die Pandemien seien bislang nämlich zu wenig als Sicherheitsrisiko beachtet worden.

(dpa) - Die NATO  will sich nach „Spiegel“-Informationen mit einem militärischen Operationsplan für eine zweite Corona-Welle im Herbst wappnen. NATO-Oberbefehlshaber Todd Wolters solle den Plan bis zu Beratungen der Verteidigungsminister Ende Juni vorlegen, meldete das Nachrichtenmagazin am Samstag unter Bezug auf Beschlüsse des Nordatlantikrates diese Woche.

Die NATO erklärte der Deutschen Presse-Agentur zu dem Bericht, das Bündnis überprüfe laufend die Reaktion auf die Covid-19-Pandemie und diskutiere die nächsten Schritte. Schon bei der Videoschalte der Verteidigungsminister am 15. April seien die mittel- und langfristigen Auswirkungen und die Vorbereitung darauf besprochen worden. Bei der nächsten Ministerrunde im Juni werde dies fortgesetzt.

„Es ist zu früh, jetzt schon Schlüsse zu ziehen, aber es ist klar, dass wir die Widerstandskräfte unserer Gesellschaften stärken, besser für künftige Pandemien planen, unsere kritische Industrie schützen und die Planungen für eine fortlaufende Geschäftstätigkeit verbessern müssen“, hieß es in der Stellungnahme.

Der „Spiegel“ meldete unter Berufung auf NATO-Diplomaten, die Gefahr durch Virus-Pandemien habe man bisher zu wenig als Sicherheitsrisiko betrachtet. Generalsekretär Jens Stoltenberg habe intern eine besser abgestimmte Reaktion auf eine zweite Corona-Welle zum Lackmustest für Glaubwürdigkeit und Zusammenhalt der Allianz erklärt. Im Nordatlantikrat sei bemängelt worden, dass Widersacher der Allianz wie China oder Russland die zu langsame Reaktion des Bündnisses im Frühjahr strategisch genutzt hätten.

Stoltenberg hat auch öffentlich vor Negativfolgen der Corona-Krise für die Sicherheit der Bündnisstaaten gewarnt. Der erwartete wirtschaftliche Abschwung könnte einige Nato-Staaten angreifbarer machen und empfänglicher für den Verkauf kritischer Infrastruktur. Dies könne langfristig Auswirkungen auf die Sicherheit der Länder und die Reaktion im Krisenfall haben.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Gipfeltreffen in Madrid
Auf dem NATO-Gipfeltreffen am Mittwoch und Donnerstag in Madrid müssen die Alliierten Strategien für heiße Kriegszeiten definieren.
NATO Secretary General Jens Stoltenberg gestures as he speaks during a press conference to preview the NATO Summit in Madrid at the NATO headquarters in Brussels on June 27, 2022. (Photo by Kenzo TRIBOUILLARD / AFP)