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Bercow: Brexit ist größter Fehler seit dem Krieg
International 06.11.2019

Bercow: Brexit ist größter Fehler seit dem Krieg

Kurz nach Ende seiner Amtszeit hat der britische Ex-Parlamentspräsident John Bercow seine Neutralität aufgegeben und den geplanten EU-Ausstieg scharf verurteilt.

Bercow: Brexit ist größter Fehler seit dem Krieg

Kurz nach Ende seiner Amtszeit hat der britische Ex-Parlamentspräsident John Bercow seine Neutralität aufgegeben und den geplanten EU-Ausstieg scharf verurteilt.
Foto: dpa
International 06.11.2019

Bercow: Brexit ist größter Fehler seit dem Krieg

Kurz nach Ende seiner Amtszeit hat der britische Ex-Parlamentspräsident John Bercow seine Neutralität aufgegeben und den geplanten EU-Ausstieg scharf verurteilt.

(dpa) - „Ich denke, dass der Brexit der größte außenpolitische Fehler in der Nachkriegszeit ist und das ist meine ehrliche Meinung“, sagte Bercow am Mittwoch bei einem Treffen mit Auslandskorrespondenten in London. Der Brexit werde sich nicht positiv auf das internationale Ansehen Großbritanniens auswirken. „Meine ehrliche Antwort ist, dass ich nicht denke, dass dies dem Vereinigten Königreich hilft.“


A still image taken from footage broadcast by the UK Parliamentary Recording Unit (PRU) on November 4, 2019 shows Lindsay Hoyle lisening as Britain's Prime Minister Boris Johnson addresses his in the House of Commons in London, after Hoyle was elected as the new Speaker of the House of Commons. - British MPs will on November 4 select the new speaker of the House of Commons, once an unremarkable event but one now charged with significance following the previous occupant's role in Brexit. (Photo by PRU / PRU / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT " AFP PHOTO / PRU " - NO USE FOR ENTERTAINMENT, SATIRICAL, MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS
Lindsay Hoyle ist neuer Präsident des britischen Unterhauses
Es sind große Fußstapfen, in die Lindsay Hoyle tritt. Ex-Parlamentspräsident John Bercow hatte das vergangene Jahrzehnt nicht nur mit seinen markanten Order-Rufen geprägt. Hoyle dürfte versuchen, weniger anzuecken.

Bercow sagte: „Ich bin nicht mehr der „Speaker“, ich muss nicht mehr unabhängig sein.“ Er betonte, dass er sich während seiner Amtszeit stets neutral verhalten und auch die Brexit-Befürworter stets fair behandelt habe. Er respektiere, dass der Premierminister versucht habe, eine Mehrheit für seinen Brexit-Deal zu bekommen.

Kämpfer für das Parlament


29.10.2019, Großbritannien, London: Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, verlässt die 10 Downing Street nach einer Kabinettssitzung mit einer Mappe unter dem Arm. Großbritannien wird im Zuge des Brexit-Streits voraussichtlich im Dezember ein neues Parlament wählen. Die größte Oppositionspartei Labour gab ihren Widerstand gegen eine Neuwahl auf. Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Brexit-Frist verpasst: Johnson entschuldigt sich
In einem Interview mit dem Sender Sky News entschuldigte sich der Premierminister dafür, dass Großbritannien - entgegen seiner Versprechungen - die EU nicht am 31. Oktober verlassen hat.

Vor allem Brexit-Hardliner hatten dem 56-Jährigen allerdings vorgeworfen, sich parteiisch zu verhalten. Mehrmals setzte er sich über Konventionen hinweg, damit die Abgeordneten im Streit mit der Regierung die Oberhand behalten konnten. Bercow rechtfertigte das mit einem immer stärker autoritären Regierungsstil. Er hatte das Amt des „Speaker of the House of Commons“ zehn Jahre inne. Am Montag wurde der Labour-Politiker Lindsay Hoyle zu seinem Nachfolger gewählt.    


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