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Bekennerschreiben im Namen des IS zu Anschlägen von Paris
International 14.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Neue Drohungen

Bekennerschreiben im Namen des IS zu Anschlägen von Paris

International 14.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Neue Drohungen

Bekennerschreiben im Namen des IS zu Anschlägen von Paris

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat sich in einer zunächst nicht verifizierbaren Erklärung zu den Anschlägen von Paris bekannt. In dem Schreiben werden neue Drohungen ausgesprochen.

(dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat hat sich in einer zunächst nicht verifizierbaren Erklärung zu den Anschlägen von Paris bekannt. „Eine treue Gruppe der Armee des Kalifats [...] griff die Hauptstadt der Unzucht und Laster an“, hieß es in einer im Internet kursierenden Botschaft im Namen des IS. Es seien Sprengstoffgürtel und Maschinenpistolen eingesetzt worden.

Dieser Überfall ist nur der erste Tropfen Regen und eine Warnung“, hieß es in einer am Samstag im Internet kursierenden Botschaft im Namen des IS.

In dem Schreiben werden neue Drohungen ausgesprochen: Frankreich werde ganz oben auf der Liste der Ziele bleiben, heißt es darin. Zugleich wird indirekt auf die französischen Luftangriffe auf den IS verwiesen: Der Geruch des Todes werde ihre Nasen nicht verlassen, solange sie den Propheten beleidigten und Muslime im Land des Kalifats angriffen. Bei der Serie von Attentaten waren am späten Freitagabend in Paris mindestens 128 Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden.

In Frankreich hatte ein Attentäter kurz nach dem Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ im Januar eine Polizistin sowie vier Juden in Paris getötet - in einem Internetvideo hatte er dem Anführer des Islamischer Staates, Abu Bakr al-Bagdadi, einen Treueeid geschworen. Sollten die Angriffe in Paris tatsächlich auf das Konto des Islamischen Staates gehen, wäre dies die erste koordinierte Attacke der Terrormiliz in der westlichen Welt.

Die französische Luftwaffe fliegt seit dem 27. September 2015 Luftangriffe auf Einrichtungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien.

Syrien-Konferenz in Wien

Währenddessen demonstriert man auf der Syrien-Konferenz Einigkeit gegen die Terrormiliz.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sagte, alle 17 Nationen am Verhandlungstisch seien vom Terrorismus bedroht. „Die einzig mögliche und wirksame Antwort ist es, vereint vorzugehen.“ Der russische Außenminister Sergej Lawrow meinte: „Es gibt keine Rechtfertigung für terroristische Akte und auch keine Rechtfertigung für uns, nicht mehr zu tun, um IS, Al-Nusra und ihresgleichen zu besiegen.“

Unter dem Eindruck der Terroranschläge in Frankreich sondieren die Außenminister und Vertreter aus 17 Staaten Auswege aus dem Bürgerkrieg in Syrien. Darunter sind die fünf UN-Vetomächte, Deutschland, der Iran und Saudi-Arabien. Angesichts der Anschläge waren die Sicherheitsvorkehrungen für das Treffen in Wien massiv verstärkt worden.


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