Beim "Salon des Entrepreneurs" in Paris

Reporter wird nach Frage an Le Pen angegriffen

Paul Larrouturou (r.) wird vom Sicherheitsdienst massiv an der Ausübung seiner journalistischen Arbeit behindert.
Foto: Screenshot Twitter / Quotidien

(tom) - Es sind erschreckende Bilder: Ein französischer Journalist will der französischen Rechtspopulistin Marine Le Pen am Rande einer öffentlichen Veranstaltung eine Frage stellen - und wird brutal vor die Tür gesetzt. 

Dabei ist die Frage von Paul Larrouturou, Fernsehjournalist für die Sendung "Quotidien", journalistisches Tagesgeschäft: Le Pen macht derzeit Schlagzeilen, weil sie Mitarbeiter ihrer Partei Front National regelwidrig aus Mitteln des europäischen Parlaments bezahlt haben soll. Insgesamt soll Le Pen 342 000 Euro zurückzahlen, doch sie weigert sich.

Mit dieser Vorinformation kam Larrouturou zu einem Pressetermin mit Le Pen im Pariser Salon des Entrepreneurs.  

Als Le Pen nach Ende des Termins an ihm vorbeiging, stellte er ihr die Frage, ob ihre Leibwache ebenfalls zu den fiktiven Angestellten im EU-Parlament gehöre, die ihr vorgeworfen werden.

Eine Antwort bekam Larrouturou nicht, obwohl er es hartnäckig versuchte. Statt dessen warfen ihn die Bewacher von Marine Le Pen aus dem Saal. Man sieht Gewalt gegen den Reporter, aber auch Schläge gegen die Kamera. Auch die deutlich vorgezeigte Presseakkreditierung ändert nichts an der Situation.

Die französische Version der Huffington Post stellte später ein Video des Vorfalls aus einer anderen Perspektive online.

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Florian Philippot, der Vizepräsident der rechtsextremen Partei, bestritt hinterher auf Twitter, dass die aggressiven Bodyguards aus dem Video vom Front National bezahlt seien. Er bezeichnete diesen Vorwurf als "Fake News".

Larrouturou twitterte dagegen, dass die Sicherheitskräfte Anweisungen des Front-National-Sicherheitsteams entgegen genommen hätten. Das behauptete er später auch in der Sendung "Quotidien" und belegte diesen Vorwurf mit Videomaterial. 



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