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Barbuda, Anguilla und Saint-Martin : "Irmageddon" in der Karibik
International 2 2 Min. 07.09.2017

Barbuda, Anguilla und Saint-Martin : "Irmageddon" in der Karibik

In St. Maarten sind stellenweise nahezu alle Häuser zerstört.

Barbuda, Anguilla und Saint-Martin : "Irmageddon" in der Karibik

In St. Maarten sind stellenweise nahezu alle Häuser zerstört.
AFP
International 2 2 Min. 07.09.2017

Barbuda, Anguilla und Saint-Martin : "Irmageddon" in der Karibik

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Hurrikan „Irma“ hat eine Schneise der Zerstörung durch das tropische Paradies geschlagen. Mehrere Menschen kommen ums Leben, Tausende sind obdachlos. Nun nimmt der Hurrikan Kurs auf Haiti und Florida.

(dpa) - Zerstörte Häuser, überflutete Straßen, entwurzelte Bäume: Hurrikan „Irma“ hat eine Schneise der Zerstörung durch die Karibik geschlagen. Der Wirbelsturm der höchsten Kategorie fünf, richtete schwere Verwüstungen an und riss mehrere Menschen in den Tod.

Die Schäden auf den Inseln Barbuda, Anguilla und Saint-Martin wurden als katastrophal beschrieben. Einige Gegenden gelten als unbewohnbar. „Mindestens 95 Prozent der Gebäude in Barbuda wurden beschädigt. 60 Prozent der Bevölkerung sind obdachlos“, sagte der Premierminister von Antigua und Barbuda, Gaston Browne.

Der Sturm wütete mit unvorstellbarer Kraft, wie diese Amateurbilder beweisen.

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Wie viele Menschen ums Leben kamen, blieb zunächst unklar. Frankreichs Premierminister Edouard Philippe sagte am Donnerstag, im Überseegebiet Saint-Martin seien vier Tote gefunden worden. Er betonte, die Bilanz sei noch unsicher. Innenminister Gérard Collomb hatte zuvor von acht Toten gesprochen. „Es ist eine große Katastrophe. 95 Prozent der Insel sind zerstört“, sagte der Präsident des Territorialrats von Saint-Martin, Daniel Gibbs, im Radiosender RCI.

Im britischen Überseegebiet Anguilla und auf Barbuda kamen zwei Menschen ums Leben. Auch von den britischen Jungferninseln kamen Berichte von Toten und Verletzten, genaue Zahlen gibt es noch nicht. 

"Irma" könnte am Sonntag in Florida auf Land treffen. Auf dem Weg dahin liegen noch einige Inseln.
"Irma" könnte am Sonntag in Florida auf Land treffen. Auf dem Weg dahin liegen noch einige Inseln.
Grafik: AFP

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich bestürzt über die Todesopfer und die Verwüstungen in der Karibik. Den Menschen und Regierungen der Gebiete sprach er sein Beileid aus.

Aufräumarbeiten im Gang

Nach dem Durchzug von „Irma“ begannen auf den Kleinen Antillen im Südosten der Karibik die Aufräumarbeiten. Vom französischen Übersee-Département Guadeloupe aus wurden 400 Gendarmen und 400 Feuerwehrleute in das Gebiet geschickt. Zwei Fregatten, zwei Aufklärungsflugzeuge, Transportflugzeuge und Helikopter sind im Einsatz.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May vereinbarten eine enge Zusammenarbeit, um das Ausmaß der Zerstörung zu erfassen und die Rettungsmaßnahmen zu koordinieren. Die niederländische Regierung schickte zwei Marineschiffe mit Hilfsgütern zu der französisch-niederländischen Insel Saint-Martin. Außerdem sollten von der Karibikinsel Curacao aus Militärflugzeuge mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln starten.

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Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten in den kommenden Tagen bis zu 37 Millionen Menschen von den Auswirkungen des Sturms betroffen sein. Der Hurrikan passierte am Donnerstag die Dominikanische Republik sowie Haiti und sollte dann weiter Richtung Kuba, Bahamas und Florida ziehen. 

Haiti schwer getroffen

Mit Sorge blickten Hilfsorganisationen auf das bitterarme Haiti. Dort leiden die Menschen noch immer unter den Auswirkungen des Erdbebens von 2010 und Hurrikan „Matthew“ im vergangenen Jahr. Viele Haitianer leben in provisorischen Unterkünften und sind schlecht auf einen neuerlichen Tropensturm vorbereitet. „Wir erwarten schwere Schäden an der Nordküste“, sagte Georg Dörken von der Welthungerhilfe.

In Haiti leben noch viele Menschen in provisorischen Unterkünften.
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AFP



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 / AFP PHOTO / Michele Eve Sandberg