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"Bananenrepublik": Reaktionen auf Eskalation in Washington
International 2 Min. 07.01.2021 Aus unserem online-Archiv

"Bananenrepublik": Reaktionen auf Eskalation in Washington

Trump-Unterstützer stürmten am Mittwoch das US-Kapitol in Washington.

"Bananenrepublik": Reaktionen auf Eskalation in Washington

Trump-Unterstützer stürmten am Mittwoch das US-Kapitol in Washington.
Foto: AFP/Saul Loeb
International 2 Min. 07.01.2021 Aus unserem online-Archiv

"Bananenrepublik": Reaktionen auf Eskalation in Washington

Schock, Unverständnis, tiefe Sorge - die Unruhen rund um das Kapitol in Washington haben weltweit deutliche Reaktionen hervorgerufen. Viele Spitzenpolitiker werten die chaotischen Ereignisse als Angriff auf die Demokratie.

(dpa/jt) - Geschockt und mit großer Sorge haben Spitzenpolitiker in aller Welt auf die gewaltsamen Ausschreitungen von Anhängern des US-Präsidenten Donald Trump in Washington reagiert. EU-Ratschef Charles Michel sprach angesichts der Erstürmung des Kapitols von einem „Schock“, der britische Premier Boris Johnson rief zu einer geordneten Machtübergabe in Washington auf.

Ich bin tief besorgt über die Bilder, die uns aus Washington erreichen“, schrieb Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel (DP) Mittwochnacht auf Twitter. Es handle sich um eine „Attacke gegen die Demokratie und die Pressefreiheit“.

„Die Feinde der Demokratie werden sich über diese unfassbaren Bilder aus Washington, D.C. freuen“, twitterte der deutsche Außenminister Heiko Maas.

Auch der ehemalige US-Präsident George W. Bush verurteilte den Sturm von Trump-Anhängern auf das Kapitol. „So werden Wahlergebnisse in einer Bananenrepublik angefochten - nicht in unserer demokratischen Republik“, betonte Bush am Mittwoch.

Zugleich kritisierte der Republikaner den scheidenden Präsidenten Donald Trump und seine Unterstützer in der Partei - ohne sie jedoch beim Namen zu nennen. „Ich bin entsetzt über das rücksichtslose Verhalten einiger politischer Anführer seit der Wahl“, schrieb Bush. Den Sitz des US-Parlaments hätten Menschen gestürmt, die durch „Unwahrheiten und falsche Hoffnung“ aufgestachelt worden seien.

„Das ist nicht Amerika“

„Der US-Kongress ist ein Tempel der Demokratie. Die Szenen von heute Nacht in Washington, D.C. zu beobachten, ist ein Schock“, schrieb EU-Ratschef Michel. Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sprach von „schockierenden Szenen“. Wie viele andere Politiker forderte der Norweger, dass das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl respektiert werden müsse. Der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, sprach von „tief beunruhigenden Szenen“ und sicherte der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, der Demokratin Nancy Pelosi, Solidarität zu. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell betonte: „Das ist nicht Amerika.“


TOPSHOT - Supporters of US President Donald Trump protest in the US Capitol Rotunda on January 6, 2021, in Washington, DC. - Demonstrators breeched security and entered the Capitol as Congress debated the a 2020 presidential election Electoral Vote Certification. (Photo by SAUL LOEB / AFP)
Die Stürmung des US-Kapitols in Bildern
Am Mittwoch durchbrachen Anhänger des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump Barrikaden und drangen in das Herz der amerikanischen Demokratie ein: Das Kapitol in Washington DC. Die unfassbaren Bilder in der Galerie.

Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian wählte drastische Worte, die in ähnlicher Form auch viele andere Spitzenpolitiker wie Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz und der deutsche Finanzminister Olaf Scholz (SPD) in den Mund nahmen: „Die Gewalttätigkeiten gegen die amerikanischen Institutionen sind ein schwerer Angriff auf die Demokratie.“ Scholz führte die Ereignisse auch auf Trumps Präsidentschaft zurück: „Präsident Trump hat das Land tief gespalten - nun zeigt sich, wie sehr.“  

Zugleich brachten viele Politiker ihr Vertrauen in die US-Demokratie zum Ausdruck. „Ich glaube an die Stärke der US-Institutionen und -Demokratie“, schrieb EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter. „Die friedliche Machtübergabe steht im Mittelpunkt.“ Sie freue sich darauf, mit Joe Biden, der die US-Präsidentschaftswahl gewonnen habe, zusammenzuarbeiten.


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TOPSHOT - Supporters of US President Donald Trump enter the US Capitol's Rotunda on January 6, 2021, in Washington, DC. - Demonstrators breeched security and entered the Capitol as Congress debated the a 2020 presidential election Electoral Vote Certification. (Photo by Saul LOEB / AFP)
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