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Bahnverkehr in Frankreich gestört
International 2 Min. 01.04.2018

Bahnverkehr in Frankreich gestört

Der geplante Eisenbahnerstreik könnte sich über Monate hinziehen.

Bahnverkehr in Frankreich gestört

Der geplante Eisenbahnerstreik könnte sich über Monate hinziehen.
AFP
International 2 Min. 01.04.2018

Bahnverkehr in Frankreich gestört

Nicht nur die französischen Grenzgänger müssen sich seit Dienstag auf ihrem Weg zur Arbeit wegen eines Streiks der französischen Eisenbahner mit viel Geduld wappnen. Auch die TGV-Verbindungen mit Paris sind betroffen.

Der Beginn einer Streikwelle legt am Dienstag große Teile des Zugverkehrs in Frankreich lahm. Aus Protest gegen die von der Regierung angekündigte Bahnreform wollen 77 Prozent der Lokführer ihre Arbeit niederlegen, wie das Bahnunternehmen SNCF am Sonntag bekanntgab. Deshalb dürften nur 12 Prozent der geplanten TGV-Fernzüge fahren.

Der TGV aus und nach Paris (über Metz und Thionville) wird nur einmal am Tag verkehren, der aus und nach Straßburg (ebenfalls über Metz und Thionville) gar nicht. Für den Regionalverkehr (TER) zwischen Luxemburg und Metz sind 20 Verbindungen im provisorischen Fahrplan angegeben. Zwischen Longwy und Rodange fallen alle Züge aus.

Die wenigen Züge, die am Dienstag verkehrten, waren hoffnungslos überfüllt.
Die wenigen Züge, die am Dienstag verkehrten, waren hoffnungslos überfüllt.
AFP

Die SNCF schreibt auf ihrem Online-Portal von einer "circulation très perturbée" und rät, Bahnreisen zu verschieben.Reisende und Pendler werden gebeten, sich online zu informieren. Dort besteht die Möglichkeit, via die Nummer zu ermitteln, ob ein Zug verkehrt oder nicht. Ab 17 Uhr Nachmittags will man jeweils versuchen, die Lage am Folgetag vorherzusagen. Die Gewerkschaften haben gedroht, dass die Streikwelle bis Ende Juni dauern könnte: Sie wollen von Dienstag an immer im Wechsel zwei Tage streiken und drei Tage arbeiten

Weil zahlreiche Grenzgänge notgedrungen wohl auf ihren Privatwagen als Alternative umsteigen, muss auf der A3 und auf den Landstraßen in Richtung Luxemburg mit erhöhtem Verkehrsaufkommen und einer Verlangsamung gerechnet werden.

Die konservative Zeitung „Le Figaro“ kommentierte, Macron und die Regierung riskierten viel: Falls sie einknickten, könnten sie auch Reformplänen in anderen Bereichen Adieu sagen, so das Blatt. Die linksliberale „Libération“ kritisierte dagegen, mit ihrem forschen Auftreten bei der Bahnreform habe die Regierung die Gewerkschaften zusammengeschweißt.

„Das ist wirklich blockiert“, berichtete ein Reporter des Senders Franceinfo am Dienstagmorgen vom Pariser Nordbahnhof. Das Gebäude sei ungewöhnlich ruhig, bei den Fernstrecken würden nur einige internationale Verbindungen angezeigt. Auch bei den für Pendler wichtigen Pariser Vorortzügen gab es Probleme: Dort sollte durchschnittlich nur jeder fünfte Zug fahren.

Bei der Fluggesellschaft Air France sollte wegen eines Streiks für höhere Gehälter ein Viertel der Flüge ausfallen. Und Mitarbeiter der Müllabfuhr waren zum Streik für bessere Arbeitsbedingungen aufgerufen.

Die Bahn-Gewerkschaften wehren sich gegen die Regierungspläne zum Umbau der SNCF - dabei soll beispielsweise für Neueinstellungen der vorteilhafte Eisenbahner-Status wegfallen.


TOPSHOT - Demonstrators clash with riort police on March 22, 2018 in Nantes as part of a nationwide day of protest against French president multi-front reform drive.
Seven trade unions have called on public sector workers to strike on March 22, including school and hospital staff, civil servants and air traffic controllers. More than 140 protests are planned across France, the biggest culminating at the Bastille monument in Paris where unions expect 25,000 demonstrators.
 / AFP PHOTO / JEAN-SEBASTIEN EVRARD
Streiks und Demonstrationen gegen Macrons Reformpläne
Ausgefallene Züge, streikende Lehrer und Störungen im Luftverkehr: Französische Gewerkschaften machen Front gegen die Politik von Präsident Macron und die Pariser Regierung. Vor allem der Konflikt mit den Eisenbahnern könnte sich weiter hochschaukeln.

Verkehrsministerin Elisabeth Borne kritisierte, es sei unverständlich, dass die Gewerkschaften einen langen Streik beginnen, obwohl Gespräche über die Ausgestaltung der Reform noch nicht beendet sind und die Regierung den Dialog suche. „Die Franzosen haben keine Lust, drei Monate Schlamassel zu ertragen, der durch nichts gerechtfertigt ist“, sagte sie der Zeitung „Le Parisien“.


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