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Autofahrer wegen Mordes an Radfahrer angeklagt
International 12.11.2019

Autofahrer wegen Mordes an Radfahrer angeklagt

Der 46-jährige Angeklagte (r) sitzt in einem Gerichtssaal des Landgerichts neben seinem Anwalt.

Autofahrer wegen Mordes an Radfahrer angeklagt

Der 46-jährige Angeklagte (r) sitzt in einem Gerichtssaal des Landgerichts neben seinem Anwalt.
Thomas Frey/dpa
International 12.11.2019

Autofahrer wegen Mordes an Radfahrer angeklagt

Weil er einen Radfahrer anfuhr und diesen dann am Straßenrand sterben ließ, steht ein 47-jähriger Deutscher nun in Koblenz vor Gericht.

(dpa/lrs) - Ein Autofahrer, der im Januar im Westerwald ohne Führerschein einen Radfahrer tödlich verletzt haben soll, hat nach eigener Aussage nur einen Wildunfall vermutet. Deswegen sei er weitergefahren, ohne sich um das Opfer zu kümmern, sagte der 47-jährige Angeklagte am Dienstag vor dem Landgericht Koblenz.

Der 68 Jahre alte Radfahrer starb bei winterlicher Kälte und in abendlicher Dunkelheit etwa eine Stunde später am Unfallort bei Weitersburg. Staatsanwältin Rachel Weingärtner sagte, bei rascher Hilfe hätte er „möglicherweise überlebt“.

Der Angeklagte gab zu, auf der Landstraße eine Linkskurve mit durchgezogener Linie geschnitten zu haben. Gerast sei er nicht. Den Führerschein habe er wegen „zu vieler Punkte in Flensburg“ verloren. Vom fehlenden Versicherungsschutz des Autos seines Sohnes habe er nichts gewusst. „Ich habe den Radfahrer nicht bemerkt“, versicherte der 47-Jährige. „Ich kann das nicht entschuldigen, das ist vollkommen unmöglich.“ Der entgegenkommende Radfahrer war laut Staatsanwältin Weingärtner mit einer Stirnlampe und Reflektoren „gut sichtbar“ gewesen.


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Der Angeklagte sitzt in Koblenz in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft geht nach eigener Aussage davon aus, dass der 47-Jährige die schweren Verletzungen des Radfahrers bemerkt habe und dennoch ohne Hilfe davongefahren sei. Damit habe er seine Verkehrsstraftaten verdecken wollen: Fahren ohne Führerschein und Versicherung. Angeklagt sei „lediglich ein versuchter Mord, weil nicht nachzuweisen sein wird, dass der Geschädigte tatsächlich bei sofort eingeleiteten Hilfemaßnahmen überlebt hätte“. Terminiert waren vorerst zwei weitere Verhandlungstage bis zum 18. November.


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