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Autofahrer rast in Karnevalsumzug
International 6 2 Min. 24.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Autofahrer rast in Karnevalsumzug

Der Fahrer des grauen Mercedes durchbrach zuerst eine Absperrung und fuhr anschließend in die Menschenmenge.

Autofahrer rast in Karnevalsumzug

Der Fahrer des grauen Mercedes durchbrach zuerst eine Absperrung und fuhr anschließend in die Menschenmenge.
Foto: AFP
International 6 2 Min. 24.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Autofahrer rast in Karnevalsumzug

Während des Rosenmontagsumzugs fährt ein Auto im nordhessischen Volkmarsen in eine Menschenmenge. Mehrere Menschen werden verletzt. Die Hintergründe sind noch völlig unklar.

(dpa) - Im nordhessischen Volkmarsen ist ein Auto in einen Rosenmontagsumzug gefahren. Dabei gab es mehrere Verletzte. Deren Zahl konnte die Polizei am Montag zunächst nicht genau beziffern. Bei der „Bild“-Zeitung war von bis zu 30 Verletzten die Rede. Tote hat es nach Angaben eines Polizeisprechers nicht gegeben.

Der Fahrer sei festgenommen worden, die Polizei sei mit einem großen Aufgebot vor Ort. Vorsichtshalber seien alle Fastnachtsumzüge in Hessen abgebrochen worden, teilte das Polizeipräsidium Westhessen mit.

Die Polizei hat nach eigenen Angaben noch keine Erkenntnisse über die Hintergründe. „Ob es sich um einen medizinischen Notfall handelt oder ein technisches Versagen ist oder ob schlimmstenfalls Absicht dahinter steckt, dazu können wir leider gar nichts sagen“, sagte der Polizeisprecher in Kassel.

Die „Hessische/Niedersächsische Allgemeine“ berichtete, Zeugen hätten geschildert, dass der Fahrer die Absperrung umgangen habe und dann mit Vollgas auf die Menschenmenge zugerast sei. Die Zeugen hätten den Eindruck gehabt, dass der Fahrer es vor allem auf Kinder abgesehen hatte. Von der Polizei gab es dazu keine Angaben.


24.02.2020, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Ein Motivwagen Thüringen mit Björn Höcke (r), Mike Mohring (l, CDU) und Thomas Kemmerich (FDP) fährt beim Rosenmontagszug durch die Menge. Mit den Rosenmontagszügen erreicht der rheinische Straßenkarneval seinen Höhepunkt. Foto: Bernd Thissen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Den Autofahrer werde man nun befragen, hieß es von der Polizei weiter. Weder zu seiner noch zur Identität der Opfer machte der Polizeisprecher Angaben. Ein Zeuge berichtete laut „Bild“-Zeitung, erboste Menschen seien mit erhobenen Fäusten auf den Fahrer zugelaufen, die Polizei habe ihn schützen müssen.

Das Polizeipräsidium Frankfurt bezeichnete die Absage der laufenden Umzüge als Vorsichtsmaßnahme. Wie viele Umzüge betroffen seien, sei derzeit unklar. Ob die für morgen geplanten Veranstaltungen im Straßenkarneval stattfinden können, sei noch nicht entschieden, sagte ein Sprecher.


Figures caricaturing Orthodox Jews are pictured on a chariot ahead of the annual carnival parade in the streets of Aalst (Alost), on February 23, 2020. - The carnival of Aalst, in the Belgian Dutch speaking region of Flanders, was initially added to UNESCO's list of the intangible cultural heritage of humanity in 2010. In an unprecedented move, UNESCO's Intergovernmental Committee for the Safeguarding of Intangible Cultural Heritage said it was withdrawing the carnival "over recurring repetition of racist and anti-Semitic representations" at the event. (Photo by NICOLAS MAETERLINCK / Belga / AFP) / Belgium OUT
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Die Polizei Nordhessen will nach dem Zwischenfall mit einem Auto in Volkmarsen ein Hinweisportal einrichten. Man appelliere an alle, die Bilder und Videos aus Volkmarsen haben, sich mit Spekulationen zurückzuhalten und keine dieser Aufnahmen zu verbreiten, teilte die Polizei Nordhessen am Montag auf Twitter mit.

Volkmarsen ist eine Kleinstadt im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg mit rund 6800 Einwohnern. Sie ist rund 30 Kilometer von Kassel entfernt.

Bereits am Sonntag hatte es nach Angaben der örtlichen Feuerwehr einen Zwischenfall bei einer Karnevalsveranstaltung in einer Halle in Volkmarsen gegeben: Wegen eines Feueralarms seien der Veranstaltungsort geräumt und der betroffene Bereich kontrolliert worden, schrieb die Feuerwehr auf Facebook. 


A German police investigator works outside "La votre" cafe bar, that was targeted in a shooting at the Heumarkt in the centre of Hanau, on February 21, 2020 in Hanau near Frankfurt am Main, western Germany. - German interior minister said that police presence would increase across the country to counter the "very high" security threat from the far-right, after a gunman killed nine in a racist attack in Hanau. The suspect, a 43-year-old German, was found dead at his home after the rampage along with his 72-year-old mother in what appeared to be a murder-suicide. (Photo by Odd ANDERSEN / AFP)
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Der Grund für den Alarm sei nicht feststellbar gewesen, anschließend sei die Veranstaltung nach einer kurzen Unterbrechung fortgesetzt worden. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen gibt, ist unklar.



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