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Ausweitung von Ermittlung um verschwundenen saudischen Journalisten
International 2 Min. 08.10.2018

Ausweitung von Ermittlung um verschwundenen saudischen Journalisten

Was passierte mit Dschamal Chaschukdschi?

Ausweitung von Ermittlung um verschwundenen saudischen Journalisten

Was passierte mit Dschamal Chaschukdschi?
Foto: AFP
International 2 Min. 08.10.2018

Ausweitung von Ermittlung um verschwundenen saudischen Journalisten

Verschleppt, ermordet oder noch im Istanbuler Konsulat? Der saudi-arabische Journalist Jamal Khashoggi bleibt verschwunden. Gibt es erste Spuren?

(dpa) - Im Fall des in Istanbul verschwundenen und möglicherweise ermordeten saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi erhöht die Türkei den Druck. Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche bestellte das Außenministerium in Ankara den Botschafter des arabischen Königreiches ein. Außerdem beantragten die türkischen Behörden am Montag eine Erlaubnis, um das Konsulat im Viertel Levent zu durchsuchen, wie der Sender CNN Türk unter Berufung auf diplomatische Quellen berichtete. Der Fall Khashoggi könnte zu einer diplomatischen Krise zwischen Ankara und Riad führen.

Der 59 Jahre alte Journalist und Regimekritiker  Khashoggi   wird nun schon seit fast einer Woche vermisst. Er betrat das saudi-arabische Konsulat in Istanbul am Dienstag, um Papiere für seine Hochzeit abzuholen, aber war nicht wieder herausgekommen. Seine Verlobte wartete nach eigenen Angaben stundenlang vor dem Eingang auf ihn. Medien und Freunde berichteten daraufhin unter Berufung auf türkische Ermittler und Regierungskreise,  Khashoggi   sei ermordet worden. Saudi-Arabien wies die Vorwürfe zurück.

Vor dem Konsulat versammelten sich am Montag Unterstützer Khashoggis und forderten Aufklärung. Sie hielten Schilder hoch mit der Aufschrift: „Freiheit für Journalist Jamal Khashoggi“. Unter den Demonstranten war auch die jemenitische Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman, die Saudi-Arabien Terror gegen seine eigenen Bürger vorwarf.


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Dem Botschafter Saudi-Arabiens sei bei seiner Einbestellung mitgeteilt worden, dass die Türkei eine „vollständige Zusammenarbeit bei den Ermittlungen“ erwarte, um das Verschwinden Khashoggis aufzuklären, berichtete die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Demnach wurde der Botschafter schon am Sonntag ins Außenministerium gerufen.

Die der türkischen Regierung nahe stehende Zeitung „Sabah“ berichtete, Spezialisten der Istanbuler Polizei und des Geheimdienstes MIT ermittelten in dem Fall. Sie gingen davon aus, dass Khashoggi ermordet und zwei Stunden nach Betreten des Konsulats in einem schwarzen Kleinbus mit verdunkelten Fensterscheiben herausgebracht worden war.

Die Ermittler konzentrierten sich auf den Kleinbus und fünf weitere diplomatische Fahrzeuge, die das Gebäude in der kritischen Zeit verlassen hätten. Sie versuchten, die Insassen zu identifizieren. Das Spezialteam ginge auch davon aus, dass der saudi-arabische Geheimdienst in den Fall verwickelt sei.

Khashoggi war vergangenes Jahr wegen seiner kritischen Berichterstattung ins Visier der saudi-arabischen Staatsmacht geraten und nach Washington geflohen. Der Journalist war zwischenzeitlich auch Medienberater für einige Mitglieder der Königsfamilie in Saudi-Arabien. Er schrieb nun auch für die „Washington Post“.

Nach Ansicht von Beobachtern ist das Verschwinden Khashoggis kein Einzelfall, sondern Muster einer immer aggressiveren Außenpolitik des 33 Jahre alten saudi-arabischen Thronfolgers, Kronprinz Mohammed bin Salman. Unter anderem gilt er als Initiator der Blockade des Nachbaremirats Katar von 2017, die auch zu Spannungen mit der Türkei führte. Damals unterstützte Ankara das Golfemirat.

Friedensnobelpreisträgerin Karman sagte dem TV-Sender Al-Dschasira während der Proteste in Istanbul: „Das Verbrechen wirft ein Schlaglicht auf die Situation der Menschenrechte in Saudi-Arabien und den durchgeführten Staatsterrorismus“.

Sie warf dem saudi-arabischen Kronprinzen vor, in die Details des Falls eingeweiht gewesen zu sein. „Saudi-Arabien wollte Jamal Khashoggi zum Schweigen bringen, aber was passierte, war das Gegenteil. Seine Stimme ist stärker geworden und verbreitet sich weiter“, sagte sie.


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