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Außenminister im Interview: Jean Asselborn kämpft für Schengen
International 15.12.2015

Außenminister im Interview: Jean Asselborn kämpft für Schengen

Jean Asselborn befürchtet, dass nationale Grenzkontrollen ausgeweitet werden.

Außenminister im Interview: Jean Asselborn kämpft für Schengen

Jean Asselborn befürchtet, dass nationale Grenzkontrollen ausgeweitet werden.
AFP
International 15.12.2015

Außenminister im Interview: Jean Asselborn kämpft für Schengen

Die EU-Kommission will die Mitgliedsstaaten zu einem besseren Schutz der europäischen Außengrenzen zwingen. Am Dienstag legt sie ihren Vorschlag vor. Derweil wirbt der luxemburgische Außenminister für das Schengensystem.

(dpa) - Außenminister Jean Asselborn hat sich im Zusammenhang mit der Flüchtlingsdebatte für einen wirksameren Schutz der europäischen Außengrenzen ausgesprochen. „Ist ein Loch im Gefüge, so riskiert das ganze System Schengen (für einen visafreien Reiseverkehr) zu bersten“, sagte Asselborn am Dienstag dem Deutschlandfunk. „Darum muss man sich Gedanken machen, wie man nationale Kompetenzen mit europäischen Kompetenzen (...) ersetzen kann.“

Die EU-Kommission will die Staaten zu einem besseren Schutz der europäischen Außengrenzen zwingen. Ein entsprechender Entwurf sollte am Dienstag in Brüssel vorgelegt werden. Demnach sollen Länder, die aus Brüsseler Sicht EU-Außengrenzen nicht ausreichend bewachen, künftig Grenzschützer aus anderen EU-Ländern akzeptieren. Dies könnte auch ohne Zustimmung des betreffenden Landes erfolgen.

Der Vorschlag der Kommission führe zu einer „Souveränitätsdebatte“, sagte Asselborn. Gleichzeitig warnte er: „Wenn die Grenzen nicht kontrolliert werden, werden die Innengrenzen wieder zu nationalen Außengrenzen.“ Aber jeder wolle, dass der Schengen-Raum für einen visafreien Reiseverkehr aufrechterhalten bleibe, sagte Asselborn.


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