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Auslieferungsverbot für Assange an USA aufgehoben
International 2 Min. 10.12.2021 Aus unserem online-Archiv
London

Auslieferungsverbot für Assange an USA aufgehoben

WikiLeaks-Gründer Julian Assange auf einem Archivbild vom Mai 2019.
London

Auslieferungsverbot für Assange an USA aufgehoben

WikiLeaks-Gründer Julian Assange auf einem Archivbild vom Mai 2019.
Foto: AFP
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London

Auslieferungsverbot für Assange an USA aufgehoben

Der Wikileaks-Gründer muss wieder zittern. Nachdem ein Londoner Gericht den US-Auslieferungsantrag zunächst ablehnte, ging Washington nun erfolgreich in Berufung. Wird Assange nun bald ausgeliefert?

(dpa) - Schwerer Rückschlag für Julian Assange: Ein Berufungsgericht in London hat die Ablehnung des US-Auslieferungsantrags für den Wikileaks-Gründer gekippt. Das teilte ein Richter am Londoner High Court am Freitag mit. Assange muss nun damit rechnen, doch noch an die Vereinigten Staaten ausgeliefert zu werden.

Einem früheren Urteil zufolge war die Auslieferung des 50-Jährigen unter Berücksichtigung seines psychischen und gesundheitlichen Zustands und die zu erwartenden Haftbedingungen in den USA untersagt worden. Washington hatte diese Entscheidung jedoch angefochten - und bekam Recht. Die von den USA in der Zwischenzeit gegebenen Zusicherungen seien ausreichend, um die Sorgen um seine Gesundheit auszuräumen, sagte der Richter am Freitag.

Die US-Justiz will Assange wegen Spionagevorwürfen den Prozess machen. Dem gebürtigen Australier drohen dort bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft. Vorgeworfen wird ihm, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht zu haben. Er habe damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht. Seine Unterstützer sehen in ihm hingegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht brachte.


Julian Assange
Journalistenverband fordert Freilassung von Julian Assange
Das Verfahren, das dem Wikileaks-Gründer in den USA drohe, sei "politisch und unfair", so die ALJP. Er sei daher nicht auszuliefern, sondern freizulassen und medizinisch zu behandeln.

Der Fall werde nun an das erstinstanzliche Gericht zurückgegeben mit der Weisung, die Entscheidung über die Auslieferung der Innenministerin zu überlassen, so der Richter weiter. Ob das Tauziehen um Assange damit ganz zu Ende ist, war aber nicht unmittelbar klar. Seine Unterstützer hatten für diesen Fall bereits angekündigt, erneut in Berufung zu gehen.

Dutzende Anhänger des Wikileaks-Gründers, die sich vor dem Gerichtsgebäude in London versammelt hatten, zeigten sich enttäuscht und empört. Viele skandierten „Schande, Schande“ und kündigten an, weiter für Assanges Freilassung zu kämpfen.

Assanges Angehörige beschreiben seinen Gesundheitszustand seit Monaten als schlecht und besorgniserregend. Der 50-Jährige sitzt seit mehr als zwei Jahren im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh.

Assanges Verlobte Stella Moris kündigte in einem emotionalen Statement vor dem Gerichtsgebäude am Freitag an, in Berufung zu gehen. „Wir werden kämpfen“ sagte Moris und fügte hinzu: „Julian verkörpert die Fundamente dessen, was es bedeutet, in einer freien Gesellschaft zu leben und was es bedeutet, Pressefreiheit zu haben (...)“.

Assange hatte sich mehrere Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London einer Festnahme entzogen. Während dieser Zeit entwickelte sich die Beziehung mit Moris. Das Paar hat zwei kleine Kinder und hatte noch vor kurzem Heiratspläne angekündigt.  


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