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Aufnahme von 50 Flüchtlingen in Weilerbach: Cahen: Ankunft nicht vor Mittwoch
International 18 3 Min. 06.09.2015

Aufnahme von 50 Flüchtlingen in Weilerbach: Cahen: Ankunft nicht vor Mittwoch

Nachdem Tausende Flüchtlinge tagelang in Ungarn festgehalten worden waren und viele sich zu Fuß Richtung Österreich und Deutschland aufgemacht hatten, ist der Weg nach Westen nun frei. Auch Luxemburg wird in den kommenden Tagen 50 Flüchtlinge aus den Reihen der Welle aufnehmen.

(CBu/dco/dpa) - Überraschend durften in der Nacht zum Samstag in Ungarn gestrandete Flüchtlinge Richtung Österreich und Deutschland ausreisen. Das wurde in mehreren Gesprächen am Freitagabend zwischen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann so abgesprochen.

Auch das Großherzogtum signalisiert Entgegenkommen und Unterstützung: Familienministerin Corinne Cahen teilte am Samstagabend über die sozialen Netzwerke mit, dass Luxemburg seinen Teil dazu beitragen werde, diesen Flüchtlingen schnelle Hilfe zu leisten:  "Och Lëtzebuerg ass solidaresch: mir erwaarden eng 50 Leit déi an Ungarn waren. Si wäerten an den nächsten 48 Stonnen hei ukommen." Am Sonntag präzisierte sie auf Nachfrage, dass die Flüchtlinge zunächst in Weilerbach untergebracht werden sollen, wo wieder nach dem Umzug von Flüchtlingen in anderen Gemeinden Platz für die Aufnahme sei. 

Ankunft der Flüchtlinge nicht vor Mittwoch

Gegenüber dem "Luxemburger Wort" nannte die Ministerin am Sonntagabend weitere Details. Man sei dabei, den Transport der Flüchtlinge zu organisieren. Ein Bus mit Sozialarbeitern an Bord werde sich am Montag auf den Weg nach Bayern machen, wo die betroffenen Menschen auf ihre Überbringung nach Luxemburg vorbereitet würden, so Cahen. Man sei dabei in ständigem Kontakt mit dem deutschen Innenministerium. Die Ankunft der 50 Flüchtlinge in Luxemburg werde demnach nicht vor Mittwoch erwartet.

Gleichzeitig bedankte sich die Ministerin für die vielfältige Unterstützung und Solidarität im Land, den Kleiderspendern und den vielen helfenden Freiwilligen, besonders aber auch bei Mitarbeitern der Hilfsorganisationen und staatlichen Einrichtungen für die Flüchtlinge, die rund um die Uhr im Einsatz seien.

Insgesamt rund 4.500 Flüchtlinge sind in der Nacht zum Samstag im Auftrag der ungarischen Regierung mit Bussen aus Ungarn an die österreichische Grenze gebracht worden.

Ein erster Sonderzug mit Flüchtlingen aus Ungarn wird am Samstagvormittag gegen 10.30 Uhr in Salzburg direkt an der deutschen Grenze erwartet. 

Zug Richtung Westen

Der Zug mit 400 Menschen an Bord hat den österreichischen Ort Nickelsdorf an der Grenze zu Ungarn am frühen Morgen verlassen. Dort kamen allein in den frühen Morgenstunden 4.000 Menschen über die Grenze. Die österreichische Polizei stellte sich auf bis zu 10.000 Flüchtlinge ein. Viele von ihnen hatten zuvor Deutschland als Ziel ihrer Flucht genannt. 

Am Wiener Westbahnhof ist am Samstagmorgen ein erster Sonderzug mit rund 400 Flüchtlingen eingetroffen, die in der Nacht über die Grenze von Ungarn nach Österreich gekommen waren. Zahlreiche freiwillige Helfer begrüßten die Menschen mit Applaus und teilten Essen, Getränke und Decken aus.

Nachdem sich herumgesprochen hatte, dass Ungarn die Flüchtlinge ausreisen lässt, sind am Samstagmorgen etwa 200 Flüchtlinge aus dem ungarischen Aufnahmelager Vamosszabadi  zu Fuß Richtung Österreich aufgebrochen. Das Lager befindet sich etwa 50 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt.

Die Außenminister der Europäischen Union wollen am zweiten Tag eines Treffens in Luxemburg weiter über die Flüchtlingskrise beraten. Zu den Gesprächen an diesem Samstag werden auch Vertreter aus den westlichen Balkanstaaten erwartet. Über Länder wie Serbien versuchen derzeit Tausende Asylsuchende, in westliche EU-Staaten zu gelangen.

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