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Auch Cargolux passt sich an Flugverbot über Belarus an
International 2 Min. 25.05.2021

Auch Cargolux passt sich an Flugverbot über Belarus an

Die Behörden der autoritär regierten Republik hatten am Sonntag ein Flugzeug auf dem Weg von Athen nach Vilnius zur Landung gezwungen.

Auch Cargolux passt sich an Flugverbot über Belarus an

Die Behörden der autoritär regierten Republik hatten am Sonntag ein Flugzeug auf dem Weg von Athen nach Vilnius zur Landung gezwungen.
Foto: AFP
International 2 Min. 25.05.2021

Auch Cargolux passt sich an Flugverbot über Belarus an

Die belarussische Airline reagiert auf das Verbot der EU. Auch andere europäische Fluglinien, darunter Carogolux, passen sich an.

(dpa) - Die staatliche Fluggesellschaft von Belarus setzt nach der Zwangslandung einer Ryanair-Passagiermaschine in Minsk ihre Flüge nach London und Paris bis Ende Oktober aus. Die "Belavia" reagiere damit auf ein Verbot von Frankreich und Großbritannien für Maschinen aus der Ex-Sowjetrepublik, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Man bedauere die aktuelle Situation, „die wir nicht ändern können“. 

„Mit sofortiger Wirkung werden belarussische Fluggesellschaften daran gehindert, in den britischen Luftraum einzudringen, sofern dies nicht ausdrücklich genehmigt wurde“, twitterte Verkehrsminister Grant Shapps am Dienstag.  

Vom Flughafen der belarussischen Hauptstadt Minsk waren für diesen Dienstag zudem Flüge nach Berlin und Warschau geplant. Zunächst wurde am Vormittag jedoch allein die Verbindung nach Paris zunächst gestrichen. Die Europäische Union hat ein Flug- und Landeverbot gegen belarussische Fluggesellschaften erhängt. Dies ist Teil eines neuen Sanktionspakets gegen Belarus, auf das sich die 27 Staaten in der Nacht zum Dienstag beim EU-Sondergipfel in Brüssel geeinigt hatten.


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Behörden der autoritär regierten Republik hatten am Sonntag ein Flugzeug auf dem Weg von Athen nach Vilnius zur Landung gezwungen. An Bord der Maschine war auch der von Belarus international gesuchte Blogger Roman Protassewitsch. Er und seine Freundin wurden festgenommen. Das Vorgehen löste im Westen massive Kritik aus.

Es gebe keinen Zweifel, dass Protassewitsch im Gefängnis gefoltert werde, schrieb die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja bei Telegram. Die Opposition vermutet, dass er für das Video zu einem „Geständnis“ gezwungen worden sei. Der mit einigen Blessuren gezeichnete Blogger sagte, er werde mit den Ermittlern zusammenarbeiten und „Geständnisse über die Organisation von Massenunruhen in der Stadt Minsk“ abgeben.    

Europäische Airlines reagieren

Nach der Aufforderung setzt die französische Fluggesellschaft Air France ihre Flüge im belarussischen Luftraum aus. Ein Sprecher bestätigte der Deutschen Presse-Agentur in Paris am Dienstag entsprechende französische Medienberichte. Hintergrund sind Spannungen wegen der erzwungenen Landung einer Passagiermaschine und der Festnahme des Bloggers Roman Protassewitsch in der belarussischen Hauptstadt Minsk.  


HANDOUT - 22.04.2021, Ukraine, Tschernobyl: Ilja_Suslow_1986.jpg Autor: unbekannt - Privatarchiv Ilja Suslow Datum: um den 25. August 1986 Ort: 51.390835, 30.096740 Beschreibung: Nach der Errichtung der ersten 17 Meter hohen Kaskade des ersten Betonsakophargs am explodierten Block vier des Atomkraftwerks Tschernobyl posiert Ilja Suslow (r) mit zwei Kollegen für ein Erinnerungsfoto. (zu dpa "35 Jahre Tschernobyl: Atomunglück belastet Zeitzeugen und Politik") Foto: ---/Ilja Suslow/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
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Das luxemburgische Logistikunternehmen Cargolux erklärte am Dienstag, es werde sich den Forderungen anpassen, erwarte allerdings keine größeren Störungen im Frachtverkehr. Wie die „Luxembourg Times“ berichtet, habe der Cargolux-Flug 9722 mit Kurs auf die russische Stadt Nowosibirsk am Dienstagmorgen eine Flugroute eingeschlagen, die den Weißrussischen Luftraum umging. Eine Umleitung des Fluges wurde von der Cargolux-Sprecherin Moa Sigurdardottir jedoch nicht bestätigt.  

Die finnische Fluggesellschaft Finnair fliegt vorerst nicht mehr durch den belarussischen Luftraum. Dies teilte die Gesellschaft am Dienstag mit. Nach Angaben des Rundfunksenders Yle fliegt Finnair nur selten über Belarus. Betroffen sind demnach in erster Linie Flüge in die Türkei und nach Griechenland.   

Die Lufthansa verwies darauf, dass ohnehin nicht alle Flüge Richtung Moskau über Belarus gehen. Über einen für Mittwoch geplanten Flug aus Frankfurt nach Minsk sei noch nicht entschieden, sagte ein Sprecher. Nach Angaben von Eurocontrol gab es seit Anfang April im Schnitt täglich 339 Flüge von und nach Europa durch den belarussischen Luftraum.


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