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Attentat in der Südosttürkei: Tote bei Autobombenanschlag auf Polizei
International 08.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Attentat in der Südosttürkei: Tote bei Autobombenanschlag auf Polizei

Am Dienstag wurde dieses Hotel in Istanbul durch einen Bombenanschlag zerstört. Am Mittwoch dann das nächste Attentat - dieses Mal in Midyat.

Attentat in der Südosttürkei: Tote bei Autobombenanschlag auf Polizei

Am Dienstag wurde dieses Hotel in Istanbul durch einen Bombenanschlag zerstört. Am Mittwoch dann das nächste Attentat - dieses Mal in Midyat.
Foto: AFP
International 08.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Attentat in der Südosttürkei: Tote bei Autobombenanschlag auf Polizei

Erst detoniert eine Autobombe in Istanbul. Schon am Tag darauf wird wieder ein solcher Anschlag verübt - diesmal in den Kurdengebieten im Südosten des Landes. In beiden Fällen richtet sich der Verdacht auf die PKK.

(dpa) - Einen Tag nach dem verheerenden Anschlag in Istanbul sind bei der Explosion einer weiteren Autobombe in der Südosttürkei mindestens vier Menschen getötet und 30 weitere verletzt worden. Unter den Toten seien zwei Polizistinnen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch. Die meisten Verletzten seien Kinder. Anadolu machte die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für den Anschlag auf das Polizei-Hauptquartier in der Stadt Midyat verantwortlich.

Auch hinter dem Anschlag in der Metropole Istanbul am Dienstag vermutet die Staatsführung die PKK. „Alle Angaben und Hinweise bezüglich des gestrigen Anschlags in Istanbul deuten auf die separatistische Terrororganisation hin“, sagte der Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, am Mittwoch in Ankara.

Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag in Istanbul bekannt, bei dem sechs Polizisten und fünf Zivilisten getötet wurden. Die PKK - und ihre in Metropolen operierende Splittergruppe TAK - verüben immer wieder Anschläge auf Sicherheitskräfte.

Auf Fernsehbildern aus Midyat war zu sehen, dass die Wucht der Detonation die Fassade eines fünfstöckigen Gebäudes zerstörte. Anadolu meldete, auch andere Gebäude in der Umgebung seien beschädigt worden. Rauch stieg auf. Ein Reporter der Nachrichtenagentur DHA berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, vermutlich habe ein Selbstmordattentäter den zur Bombe umgebauten Wagen gesteuert.

Fast 500 Kurden getötet

In Nusaybin rund 40 Kilometer südlich von Midyat hat die Armee erst vor wenigen Tagen eine groß angelegte Operation gegen die PKK für beendet erklärt. Nach Angaben der Streitkräfte wurden dabei seit Mitte März fast 500 PKK-Kämpfer getötet. Auch zahlreiche Angehörige der Sicherheitskräfte kamen ums Leben.

Die regierungsnahe Zeitung „Günes“ machte unterdessen Deutschland für den Anschlag in Istanbul verantwortlich. „Deutsches Werk“, lautet die Schlagzeile auf der Titelseite vom Mittwoch. Die Zeitung schrieb, Deutschland habe die Reaktion der Türkei auf die „beschämende“ Völkermordresolution des Bundestages nicht ertragen. „In Panik geratend, ist es in alte Gewohnheiten zurückgefallen. Es hat die Terrororganisationen, die es als Marionette benutzt, einen blutigen Anschlag in Istanbul verüben lassen.“

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