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Attentäter von London war bekannter Terrorist
International 3 Min. 30.11.2019

Attentäter von London war bekannter Terrorist

Die Polizei sperrte die London Bridge weiträumig ab.

Attentäter von London war bekannter Terrorist

Die Polizei sperrte die London Bridge weiträumig ab.
Foto: AFP
International 3 Min. 30.11.2019

Attentäter von London war bekannter Terrorist

Wegen Terrordelikten saß er sechs Jahre im Gefängnis. Dann wurde Usman Khan im Dezember 2018 vorzeitig entlassen. Er hatte zugestimmt, eine Fußfessel zu tragen.

(dpa) - Bei dem erschossenen Attentäter von London handelt es sich um einen verurteilten 28-jährigen Terroristen, der vor einem Jahr vorzeitig aus der Haft entlassen wurde. Das sagte der Chef der britischen Anti-Terror-Polizei, Neil Basu, am frühen Samstagmorgen. Usman Khan sei im Jahr 2012 wegen Terror-Straftaten verurteilt und im Dezember 2018 vorzeitig zur Bewährung entlassen worden. Er hatte der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge Verbindungen zu islamistischen Terrorgruppen. Laut „Times“ war der Attentäter aus der Haft entlassen worden, nachdem er zugestimmt hatte, eine elektronische Fußfessel zu seiner Überwachung zu tragen. Die Polizei rief die Öffentlichkeit auf, weiter wachsam zu sein.

Bombenattrappe am Körper

Der Attentäter war vorzeitig aus der Haft entlassen worden, nachdem er zugestimmt hatte, eine Fußfessel zu tragen.
Der Attentäter war vorzeitig aus der Haft entlassen worden, nachdem er zugestimmt hatte, eine Fußfessel zu tragen.
Foto: AFP

Der Mann hatte am Freitagnachmittag auf der London Bridge mitten in der britischen Hauptstadt zwei Passanten mit einem Messer getötet und drei weitere verletzt. Die Polizei erschoss ihn dann nach einer Rangelei mit Passanten. Er habe eine Bombenattrappe am Körper getragen, sagte der Chef der britischen Anti-Terror-Polizei, Neil Basu. Der britische Premier Boris Johnson sagte der BBC, er sei immer dagegen gewesen, dass Schwer- und Gewaltverbrecher vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen würden, insbesondere wenn es sich um Terroristen handele.

Basu sagte, ein weiterer Täter werde nach dem Angriff derzeit nicht gesucht. Dennoch arbeite man schnell, um sicherzustellen, dass keine weiteren Menschen in den Angriff verwickelt gewesen seien und keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit bestehe. Usman K. habe in der Gegend von Staffordshire gelebt.


An armed police officer covers a cordon near London Bridge in London, on November 29, 2019 after reports of shots being fired on London Bridge. - A man wearing a suspected hoax explosive device was shot dead by armed officers on London Bridge on Friday after a stabbing spree, in what police said was a terrorist incident. (Photo by DANIEL SORABJI / AFP)
Zwei Todesopfer bei Messerattacke in London
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Der Täter habe vor dem Angriff an der Veranstaltung „Zusammen lernen“ in der nahe der London Bridge gelegenen Fishmongers' Hall teilgenommen. Laut Medien handelt es sich dabei um ein Resozialisierungsprogramm für Ex-Häftlinge, organisiert von der Cambridge Universität. „Wir gehen davon aus, dass der Angriff innen begann, bevor er (der Täter) das Gebäude verließ und auf der London Bridge weitermachte, wo er festgehalten und schließlich von bewaffneten Polizisten gestellt und erschossen wurde“, sagte Basu. Die „Times“ berichtete, Usman K. habe in der Halle gedroht, das denkmalgeschützte Gebäude in die Luft zu jagen.

Bei den beiden Getöteten handele es sich um einen Mann und eine Frau, fügte Basu hinzu. Die drei Verletzten - ein Mann und zwei Frauen - seien noch im Krankenhaus. Der Nationale Gesundheitsdienst (NHS England) teilte mit, der Zustand eines der Verletzten sei kritisch, aber stabil.

Neben dem Attentäter starben am Freitag ein Mann und eine Frau bei der Attacke.
Neben dem Attentäter starben am Freitag ein Mann und eine Frau bei der Attacke.
Foto: AFP

Ein Augenzeuge sagte der PA, ihm habe einer der Männer, die den Täter niedergerungen hätten, gesagt, dieser sei offenbar wegen Terrorismus im Gefängnis gewesen. „Einige der Typen, die auf ihm gewesen waren, waren Ex-Gefangene und sie alle waren in der Fishmongers' Hall.“

Aufnahmen in sozialen Medien zeigten laut PA, dass die bewaffneten Polizisten einen Mann aufforderten, vom Attentäter wegzugehen, bevor er aus nächster Nähe erschossen wurde. Nach dem Schuss habe der Täter seine Arme in Richtung seines Kopfs erhoben - dabei habe man ein zweites Messer auf der Erde in der Nähe seines Körpers sehen können. Die Polizei twitterte, die umfangreichen Absperrungen würden wohl noch einige Zeit in Kraft bleiben. Die Öffentlichkeit solle die Gegend meiden.


Policemen stand near a police cordon at the Grote Marktstraat, one of the main shopping streets in the centre of the Dutch city of The Hague, after several people were wounded in a stabbing incident on November 29, 2019. - Three people were wounded in the stabbing in one of the main shopping streets in the centre of the Dutch city of The Hague on late November 29, police said. (Photo by Sara MAGNIETTE / AFP)
Angreifer von Den Haag weiter auf der Flucht
Ein Mann sticht in Den Haag um sich. Drei junge Menschen werden verletzt. Das Motiv ist noch unklar.

Laut „Guardian“ wurde Usman Khan 2012 schuldig gesprochen, weil er Terrortaten geplant und Gelder dafür gesammelt habe. Er habe eine militärische Ausbildungseinrichtung für Terroristen in Kaschmir einrichten wollen. Der Richter habe seine Pläne als „ernsthaftes, langfristiges Projekt“ bezeichnet und gewarnt, dass er ein anhaltendes Risiko für die Öffentlichkeit darstellen könnte.

Usman Khan habe auch einen Angriff auf die Londoner Börse 2010 geplant. Er habe zu einer Gruppe von neun Extremisten gehört, die auch deswegen 2012 verurteilt worden seien, hieß es in dem Bericht weiter. K. sei mit damals 19 Jahren der jüngste in der Gruppe gewesen. Der Richter habe gesagt, K. und zwei weitere seien „ernstzunehmendere Dschihadisten“ als die anderen. Ursprünglich sollte K. nicht wieder freigelassen werden, es sei denn, er werde nicht mehr als Bedrohung angesehen. Diese Bedingung sei später aufgehoben worden.

Die Sicherheitskräfte lobten den heldenhaften Einsatz einiger Passanten.
Die Sicherheitskräfte lobten den heldenhaften Einsatz einiger Passanten.
Foto: AFP



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