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Attentäter ebenfalls tot: Taliban töten 130 Schulkinder
International 1 2 Min. 16.12.2014 Aus unserem online-Archiv

Attentäter ebenfalls tot: Taliban töten 130 Schulkinder

International 1 2 Min. 16.12.2014 Aus unserem online-Archiv

Attentäter ebenfalls tot: Taliban töten 130 Schulkinder

Taliban-Extremisten stürmten am Dienstag eine Schule in Pakistan und nahmen Hunderte Kinder als Geiseln. Mindestens 130 Kinder und Jugendliche starben. Auch die sechs Attentäter sind tot.

(dpa) - Bei einem Überfall islamistischer Taliban auf eine Schule des Militärs sind in Pakistan mindestens 130 Kinder und Jugendliche getötet worden. Die Terroristen bezeichneten die Attacke als einen Racheakt für eine seit Monaten laufende Militäroffensive in ihren Stammesgebieten. Bei dem Angriff auf die Schule in der pakistanischen Millionenstadt Peshawar kamen am Dienstag insgesamt mehr als 140 Menschen ums Leben, mehr als 250 weitere wurden verletzt, wie die Regierung der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa mitteilte.

Mehr als 250 Kinder wurden verletzt.
Mehr als 250 Kinder wurden verletzt.
AFP

Am Dienstagabend (Ortszeit) beendete die Armee die Geiselnahme nach stundenlangen Gefechten. Alle sechs Angreifer seien tot, teilte das Militär mit. Die Extremisten waren vormittags in die vom Militär betriebene Schule eingedrungen und hatten etwa 500 Schüler und Lehrer als Geiseln genommen. Pakistanischen Medienberichten zufolge missbrauchten die Taliban Schüler sogar als menschliche Schutzschilde.

Es wurde befürchtet, dass die Opferzahl weiter steigt. Mehrere Dutzend Kinder erlitten Schussverletzungen, ihr Gesundheitszustand war kritisch.

Soldaten bringen gerettete Schüler in Sicherheit.
Soldaten bringen gerettete Schüler in Sicherheit.
REUTERS

„In der Schule finden intensive Feuergefechte statt“

Ein Sprecher der Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) rechtfertigte den Angriff in örtlichen Medien. Die vom Militär betriebene Schule sei zum Ziel geworden, „weil sie auch unsere Familien angreifen. Wir wollen, dass sie den Schmerz fühlen, den wir fühlen.“

Die Armee geht massiv in den Stammesgebieten im Grenzgebiet zu Afghanistan gegen radikalislamische Gruppen wie die Taliban oder das Terrornetz Al-Kaida vor. Dabei wurden nach Regierungsangaben bereits tausende Extremisten getötet und vertrieben.

Eine Lehrerin sagte, dass Schüler der oberen Klassen eine Prüfung schrieben, als die Terroristen das Feuer eröffneten. Im Fernsehen war zu sehen, wie Soldaten Schüler in Sicherheit brachten. Kinder in ihren Schuluniformen mit grünen Pullovern über der traditionellen Kleidung rannten verängstigt ins Freie. Blutüberströmte Schüler und Lehrer wurden aus der Schule getragen. Verzweifelte Eltern drängten sich um die Rettungsautos und hinter Absperrungen vor der Schule und den Notaufnahmen der Krankenhäuser.

Die Rettungskräfte fanden kriegsähnliche Zustände vor.
Die Rettungskräfte fanden kriegsähnliche Zustände vor.
REUTERS

Ministerpräsident Nawaz Sharif nannte den Angriff eine nationale Tragödie und ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. „Das sind meine Kinder. Es ist mein Verlust.“ Die Militäraktionen gegen die Taliban würden trotz des Anschlags fortgesetzt, betonte er. Kurz darauf flog die Luftwaffe zehn Angriffe in der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa, offenbar als Vergeltungsmaßnahme.

Die pakistanische Friedensnobelpreis-Trägerin Malala Yousafzai verurteilte das Massaker als „grauenhaft und feige“. „Dieser sinnlose und kaltblütige Terrorakt in Peshawar, der sich vor unseren Augen abspielt, bricht mir das Herz“, erklärte die 17-Jährige in London.

Die Schule wird von mehr als 1000 Schülern besucht und bietet Unterricht für Altersstufen von Kindergärtnern bis zur Oberschule. Die Armee betreibt mehr als 120 dieser Schulen in ganz Pakistan. Sie sind bei Eltern aufgrund ihrer hohen Bildungsstandards beliebt. Schulen, besonders solche auch für Mädchen, werden in Pakistan immer wieder zur Zielscheibe für die Extremisten. Sie verbreiten aus deren Sicht „westliche Dekadenz“ und un-islamische Lehren.

Der Angriff fand in der Stadt Peshawar statt.
Der Angriff fand in der Stadt Peshawar statt.
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