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Atommüll-Lager: Belgien wirft Luxemburg "Desinformation" vor
International 13.05.2020

Atommüll-Lager: Belgien wirft Luxemburg "Desinformation" vor

Marie-Christine Marghem ist irritiert über die Vorwürfe aus Luxemburg.

Atommüll-Lager: Belgien wirft Luxemburg "Desinformation" vor

Marie-Christine Marghem ist irritiert über die Vorwürfe aus Luxemburg.
Foto: AFP
International 13.05.2020

Atommüll-Lager: Belgien wirft Luxemburg "Desinformation" vor

Carole Dieschbourgs Aufruf zum Widerstand gegen ein mögliches Atommüll-Lager an der Grenze zu Luxemburg sorgt in Belgien für Unmut. Luxemburg betreibe Desinformation, sagt Umweltministerin Marie-Christine Marghem.

(mth) - Nachdem Carole Dieschbourg (Déi Gréng) am Dienstag in einer Pressekonferenz die Bürger Luxemburgs dazu aufgerufen hatte, sich gegen ein geplantes belgisches Atommüll-Lager nahe der Grenze zur Wehr zu setzen, kam jetzt die Antwort ihrer belgischen Amtskollegin. Dieschbourg betreibe eine "Desinformationskampagne", so Belgiens Umweltministerin Marie-Christine Marghem vom liberalen Mitte-Rechts-Bündnis "Mouvement réformateur" (MR) in einer Reaktion am Dienstagabend.


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Entgegen der Darstellung der luxemburgischen Umweltministerin habe Belgien bislang weder einen Standort gewählt noch eine Entscheidung über die geologischen Voraussetzungen des geplanten Endlagers getroffen.

Der einseitige mediale Angriff der luxemburgischen Ministerin sei umso irritierender, da die luxemburgische Seite bisher in dieser Sache noch gar nicht an die zuständigen belgischen Entscheider herangetreten sei, so Marghem, die von einem "ernsten diplomatischen Zwischenfall" sprach.

"Einfach eine Karte zeigen, auf der angeblich geplante Standorte gezeigt werden und dann noch über eine mögliche Kontaminierung des Grundwassers zu reden, das kann man wirklich nur als schädliche Desinformationskampagne bezeichnen", so Marghem gegenüber der belgischen Presse.

Die belgische Umweltministerin fügte hinzu, dass die Bürgerkonsultation zum Endlager "in sämtlichen Punkten" dem nationalen und europäischen Regelwerk entsprächen. Es handele sich entgegen der Darstellung Dieschbourgs nur um den ersten Schritt in einer längeren Prozedur, während der jedes Mal die Öffentlichkeit befragt werde. 

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