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Atomkraftwerk: Belgien fährt Tihange 2 wieder hoch
Der Atomreaktorblock Tihange 2 wird wieder hochgefahren.

Atomkraftwerk: Belgien fährt Tihange 2 wieder hoch

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Der Atomreaktorblock Tihange 2 wird wieder hochgefahren.
International 17.11.2015

Atomkraftwerk: Belgien fährt Tihange 2 wieder hoch

Die Atomreaktorblöcke Doel 3 und Tihange 2 in Belgien werden wieder hochgefahren. Sie waren vor eineinhalb Jahren wegen Haarrissen an den Reaktorbehältern ausgeschaltet worden.

(dpa/ks) - In Belgien werden die seit mehr als eineinhalb Jahren ruhenden Atomreaktorblöcke Doel 3 und Tihange 2 wieder hochgefahren. Die föderale Nuklearaufsichtsbehörde AFCN erlaubte dies am Dienstag dem Betreiber Electrabel, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga. Bis die Stromversorgung steht und der Betrieb tatsächlich beginnen kann, dürfte es aber noch etwa zwei bis drei Wochen dauern.

Die beiden baugleichen Reaktoren waren im März 2014 aus Sicherheitsgründen abgeschaltet worden, nachdem man Haarrisse an den Reaktorbehältern entdeckt hatte. Nach einer Prüfung stellte AFCN nun fest, dass es sich dabei um ein Problem handle, das durch das Schmieden der Stahlringe des Behälters entstanden sei und keine Gefahr für die Sicherheit der Reaktoren darstelle.

Greenpeace zweifelt weiter an der Sicherheit

Das Kernkraftwerk Doel liegt bei Antwerpen, Tihange in der Nähe von Lüttich. Die baugleichen Blöcke waren bereits ab Sommer 2012 rund ein Jahr wegen der Haarrisse stillgelegt. Die Betriebsgenehmigung gilt laut Belga nun bis zum Abschalten der Kraftwerke, also für Doel 3 bis Oktober 2022 und für Tihange 2 bis Februar 2023. 2011 hatte Belgien den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen.

Nach den Terroranschlägen von Paris hatte Belgien bereits am Freitag die Sicherheitsüberwachung für Atomanlagen erhöht, meldete Belga.

Greenpeace Luxemburg zweifelt an der Sicherheit der Atomreaktorblöcke. Prüfungen hätten ergeben, dass die Ursachen für die Risse nicht sicher bestimmt worden seien. Auch die weiteren Folgen seien nicht absehbar. Die Nuklearaufsichtsbehörde spiele mit der "Sicherheit von Millionen Bürgern in Belgien und den Nachbarländern". Greenpeace fordert die luxemburgische Regierung auf, bei den belgischen Behörden zu intervenieren und das Abschalten der Reaktorblöcke zu fordern.

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