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Asselborn: "Kein Katz- und Mausspiel"
International 1 25.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Nach Brexit

Asselborn: "Kein Katz- und Mausspiel"

International 1 25.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Nach Brexit

Asselborn: "Kein Katz- und Mausspiel"

Cheryl CADAMURO
Cheryl CADAMURO
Luxemburg und die anderen fünf Gründerstaaten der Europäischen Union wollen die Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der EU so schnell wie möglich aufnehmen.


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(dpa) -Luxemburg und die anderen fünf Gründerstaaten der Europäischen Union haben ihren Druck auf Großbritannien erhöht, nach dem Brexit rasch die konkreten Verhandlungen über einen Austritt Großbritanniens aus der EU aufzunehmen. In der EU wird befürchtet, dass London bei den Verhandlungen über den Ausstieg aus der EU auf Zeit spielt.

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn sagte mit Blick auf London: „Ich hoffe, dass wir hier kein Katz- und Mausspiel machen.“ Das passe weder zur EU noch zu Großbritannien. „Hier muss Klarheit sein. Das Volk hat gesprochen. Und wir müssen diese Entscheidung umsetzen.“ Großbritannien müsse nun sehr schnell den in Artikel 50 des Lissabon-Vertrages festgelegten Mechanismus zum Austritt in Gang setzen. „Wenn das nicht geschieht (...), kann es geschehen, dass eine Periode von vier Monaten, vielleicht noch mehr, eine Periode der Unsicherheit ist.“ Rasches Handeln sei wichtig für die Wirtschaftsbeziehungen zu Großbritannien und damit verknüpft auch für soziale Fragen in der EU.

Jean-Marc Ayrault machte seinen Standpunkt deutlich.
Jean-Marc Ayrault machte seinen Standpunkt deutlich.
Foto: AFP

Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault forderte einen neuen britischen Regierungschef „innerhalb weniger Tage“. Der Amtsinhaber, Großbritanniens Premierminister David Cameron, hatte am Freitag seinen Rücktritt bis spätestens Oktober angekündigt. Die Austrittsverhandlungen mit Brüssel solle dann sein Nachfolger führen.

Zu den Gründerstaaten der EU, die bei der Gründung 1957 Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) hieß, zählen neben Luxemburg Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande und Deutschland.



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