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Arktischer Rat bekennt sich zum Klimaschutz
International 6 3 Min. 12.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Trotz US-Zurückhaltung

Arktischer Rat bekennt sich zum Klimaschutz

Im Arktischen Rat sitzen die acht Anrainerstaaten sowie Verteter der Indigenen Völker.
Trotz US-Zurückhaltung

Arktischer Rat bekennt sich zum Klimaschutz

Im Arktischen Rat sitzen die acht Anrainerstaaten sowie Verteter der Indigenen Völker.
Foto: AFP
International 6 3 Min. 12.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Trotz US-Zurückhaltung

Arktischer Rat bekennt sich zum Klimaschutz

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Seit 20 Jahren machen die acht Länder des Arktischen Rates auf die Erderwärmung in der Region aufmerksam. Mit dem Regierungswechsel in den USA wurde der Kampf in Frage gestellt. Zunächst scheint Washington jedoch mitzuziehen.

(dpa) - Der Arktische Rat hat sich mit der Stimme der USA für größere Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel ausgesprochen. Eine Entscheidung, ob sein Land Mitglied des Pariser Klimaabkommens bleibe, sei aber noch nicht getroffen, sagte US-Außenminister Rex Tillerson am Donnerstag bei der Konferenz in Fairbanks im US-Bundesstaat Alaska. Die schwedische Außenministerin Margot Wallström forderte massive Anstrengungen von allen Beteiligten. „Wer eine nachhaltige Welt haben will, braucht eine nachhaltige Arktis“, sagte sie.

Fairbanks gilt als Tor zur Polarregion. Der vor 20 Jahren gegründete Arktische Rat besteht aus acht Nationen sowie aus Vertretern indigener Völker. Neben den USA sind Dänemark, Kanada, Russland, Norwegen, Finnland, Schweden und Island Mitglieder.

Besorgte Feststellung, bindende Erklärung

Der Rat nehme mit Besorgnis zur Kenntnis, dass die Durchschnittstemperaturen in der Region nördlich des Polarkreises mehr als zweimal so schnell steigen wie im Rest der Welt, heißt es im Abschlussdokument der alle zwei Jahren stattfindenden Konferenz. Die Erklärung des Rates ist für die Mitgliedsländer bindend. Jüngste Studien hatten ergeben, dass die Durchschnittstemperatur im Januar 2017 um fünf Grad höher war als im Durchschnitt der Jahre 1982 bis 2010.



Der Arktische Rat erneuerte seine Forderung zur Erfüllung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Sie müssten unbedingt eingehalten und bis 2030 umgesetzt werden. Die Erwärmung der Arktis hat weitgehende soziale, umweltpolitische und wirtschaftliche Folgen für die Region und die ganze Welt, heißt es in der Abschlusserklärung von Fairbanks.

Ureinwohner appellieren an USA

Die Haltung der USA war mit Spannung erwartet worden, weil sich die Regierung von Präsident Donald Trump skeptisch zum Klimaschutz geäußert hatte und die in der Wissenschaft eindeutige Auffassung, Treibhausgase seien für die Erderwärmung zu großen Teilen mitverantwortlich, anzweifelt. Die USA geben den Vorsitz des Arktischen Rates nach zwei Jahren an Finnland ab.


Die vom Klimawandel hart getroffenen Menschen in der Arktis-Region hoffen auf eine kontinuierliche Klimapolitik der USA. Der Kampf gegen den Klimawandel müsse auch eine Priorität in der Administration von Präsident Donald Trump bleiben, forderten Klimaschützer und Vertreter von Ureinwohnern zum Auftakt des Ministertreffens.

„Viele Generationen werden nach uns kommen“, sagte Trimble Gilbert, einer der Stammesältesten der Gwitchin-Nomaden bei der Konferenz. Auch sie bräuchten noch eine Nahrungsgrundlage, auch sie hätten ein Recht, das traditionelle Leben ihrer Vorfahren weiterzuleben. Derzeit gibt es vor allem Sorge um Rentierherden und Walrosse.

Zankapfel Ölförderung

Insbesondere die Ölförderung in der Arktis gilt als Zankapfel. Trump will sie wieder erlauben, nachdem sein Vorgänger Barack Obama die Bohrungen in sensiblen Regionen weitgehend verboten hatte. Durch das Abschmelzen der Gletscher und die Aussicht auf eisfreie Sommer in bereits 15 Jahren könnten sich neue Möglichkeiten zur Ausbeutung von Rohstoffen ergeben.

Neben Öl und Gas werden unter dem arktischen Eis weitere rare Rohstoffe vermutet, wie etwa seltene Erze. Seit Jahren gibt es zwischen Russland und Dänemark ein harten Kampf um die Frage, wem der geografische Nordpol gehört. Durch eisfreie Polarrouten könnten sich im Sommer auch neue Möglichkeiten für die internationale Schifffahrt ergeben.

Zuvor hatten mehrere Studien belegt, dass das Eis der Arktis schneller schmilzt als zunächst befürchtet. Schon 2030 könnte die Nordpolarregion im Sommer eisfrei sein. Die Fläche des arktischen Meereises ging in den vergangenen 20 Jahren um 1,21 Millionen Quadratkilometer zurück - 467 Mal die Fläche von Luxemburg.

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