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Arabische Länder boykottieren Frankreich
International 25.10.2020

Arabische Länder boykottieren Frankreich

Der französische Präsident Macron stellt sich hinter die Satire- und Meinungsfreiheit.

Arabische Länder boykottieren Frankreich

Der französische Präsident Macron stellt sich hinter die Satire- und Meinungsfreiheit.
Foto: AFP
International 25.10.2020

Arabische Länder boykottieren Frankreich

Nachdem sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf die Seite jener gestellt hat, die Mohammed-Karikaturen veröffentlichen wollen, reagieren mehrere muslimische Staaten.

(dpa) - Im Streit um Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed haben mehrere arabische Länder einen Boykott gegen Frankreich gestartet. Händler in Jordanien, Kuwait und Katar nahmen französische Waren aus ihren Filialen. Zugleich wuchs die Sorge vor sich verschlechternden Beziehungen zwischen der muslimischen Welt und Frankreich. Die einflussreiche Al-Azhar-Lehranstalt in Kairo warnte vor einer Kampagne gegen den Islam.

Hintergrund sind Aussagen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Er hatte sich am Mittwoch auf Seite derjenigen gestellt, die Mohammed-Karikaturen zeigen oder veröffentlichen wollen. Frankreich werde nicht „auf Karikaturen und Zeichnungen verzichten, auch wenn andere sich davon zurückziehen“, sagte Macron bei einer Gedenkfeier zu Ehren des getöteten Lehrers Samuel Paty. Dieser hatte die Karikaturen im Unterricht gezeigt. Die islamische Tradition verbietet es dagegen, den Propheten abzubilden.

Supermärkte entfernen französische Waren

In Kuwait erklärten 50 Konsumgenossenschaften der Zeitung „Al-Kabas“ zufolge, alle französischen Waren aus ihren Filialen entfernt zu haben. Auch in Katar erklärten Supermarkt-Ketten, französische Waren bis auf Weiteres zu entfernen. In sozialen Netzwerken waren Videos zu sehen, wie Mitarbeiter eines Supermarkts in Jordaniens Hauptstadt Amman französische Milchprodukte aus dem Kühlregal räumen. Nutzer verbreiteten im Internet die Namen französischer Marken und riefen zum Boykott auf, auch entsprechende Hashtags machten die Runde.

Mohammed-Karikaturen hatten schon mehrfach gewaltsame Proteste in der islamischen Welt ausgelöst - Anfang 2006 kamen dabei mehr als 150 Menschen ums Leben. Auslöser waren damals Karikaturen der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“. 2015 starben bei einem Attentat auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“, das ebenfalls Karikaturen des Propheten gezeigt hatte, zwölf Menschen. Für strenggläubige Muslime sind Filme oder Bilder, die den Propheten Mohammed als Person zeigen, anstößig und eine Form der Gotteslästerung.


France's President Emmanuel Macron gives a press conference at the end of the two days face-to-face European Union (EU) summit at the European Council Building in Brussels, on October 16, 2020. (Photo by KENZO TRIBOUILLARD / POOL / AFP)
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Das mutmaßlich terroristische Attentat gegen einen Lehrer hat die Debatte nun mächtig angefacht. Ein Minister spricht bereits von einer „Fatwa“.

Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) verurteilte die Veröffentlichung satirischer Karikaturen, die den Propheten zeigen. Solch ein Verhalten „beschädige die muslimisch-französischen Beziehungen“. Der Großimam von Kairo, Ahmed al-Tajib, sprach von einer systematischen Kampagne, die den Islam in politische Kämpfe drängen solle. Das jordanische Außenministerium erklärte, dass die Veröffentlichungen die Gefühle von Muslimen verletzten.

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