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"Aquarius" könnte in Korsika aufgenommen werden
International 12.06.2018 Aus unserem online-Archiv

"Aquarius" könnte in Korsika aufgenommen werden

Korsika hat vorgeschlagen, das Rettungsschiff aufzunehmen.

"Aquarius" könnte in Korsika aufgenommen werden

Korsika hat vorgeschlagen, das Rettungsschiff aufzunehmen.
AFP
International 12.06.2018 Aus unserem online-Archiv

"Aquarius" könnte in Korsika aufgenommen werden

Die italienische Regierung hat der "Aquarius" mit 629 Flüchtlingen an Bord den Hafenzugang verweigert und sie nach Spanien geschickt. Jetzt könnte allerdings auch Korsika angesteuert werden.

(dpa) - Der Chef des korsischen Exekutivrats, Gilles Simeoni, hat die Aufnahme des Rettungsschiffs "Aquarius" in einem Hafen der französischen Mittelmeerinsel vorgeschlagen.

"Mangel an Lebensmitteln, schlechte Wetterbedingungen und ein zu weit entfernter spanischer Hafen: Wegen der Dringlichkeit schlägt der korsische Exekutivrat (der Hilfsorganisation) SOSMedFrance vor, die Aquarius in einem korsischen Hafen aufzunehmen", teilte der nationalistische korsische Regionalpolitiker am Dienstag via Twitter mit.

Der korsische Exekutivrat ist eine Regionalregierung mit weitgehenden Kompetenzen beispielsweise in der Wirtschaftsentwicklung. Ob die Offerte mit der französischen Zentralregierung in Paris abgestimmt ist, blieb offen. Bisher hatte sich Paris nicht zu dem Streit um die "Aquarius" geäußert.

Überfahrt nach Spanien vorbereitet

Das Rettungsschiff bereitete eine mögliche mehrtägige Überfahrt mit den aufgenommenen Migranten nach Spanien vor, nachdem die italienische Regierung den Hafenzugang verweigert hatte. Nach dem Plan der italienischen Behörden sollten zwei italienische Schiffe einige der Migranten übernehmen und alle sollten dann gemeinsam nach Valencia fahren, teilte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen am Dienstag mit.


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Die "Aquarius" kreuzt regelmäßig im südlichen Mittelmeer, um Migranten aus seeuntüchtigen Booten zu retten und nach Italien zu bringen.

Die Organisation kritisierte, dass die erschöpften Migranten so weitere vier Tage auf See überstehen müssten. "Die bessere Option wäre, die Geretteten im nächstgelegenen Hafen an Land gehen zu lassen, wonach sie dann nach Spanien oder in ein anderes sicheres Land gebracht werden können", hieß es.

Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée, der die "Aquarius" gehört, hatten den italienischen Behörden am Montag ihre Bedenken vor der mehrtägigen Überfahrt mitgeteilt. Mit 629 Geretteten ist das Schiff überladen und die Wetterbedingungen verschlechtern sich.


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 / AFP PHOTO / MAHMUD TURKIA