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Antisemitismusbericht: Ex-Labour-Chef Corbyn suspendiert
International 1 29.10.2020

Antisemitismusbericht: Ex-Labour-Chef Corbyn suspendiert

Der frühere Labour-Chef Jeremy Corbyn wurde von der Partei suspendiert.

Antisemitismusbericht: Ex-Labour-Chef Corbyn suspendiert

Der frühere Labour-Chef Jeremy Corbyn wurde von der Partei suspendiert.
Foto: AFP
International 1 29.10.2020

Antisemitismusbericht: Ex-Labour-Chef Corbyn suspendiert

Der ehemalige Parteichef ist von der Labour-Partei suspendiert worden. Grund sei ein unabhängiger Bericht, der auf antisemitische Tendenzen innerhalb der Partei aufmerksam macht.

(dpa/SC) - Die britische Oppositionspartei Labour hat einem Untersuchungsbericht zufolge antisemitische Tendenzen in den eigenen Reihen zugelassen. Es habe Schikanen und Diskriminierungen gegeben, teilte die britische Kommission für Gleichheit und Menschenrechte (EHRC) am Donnerstag in London mit. 

Besonders in der Kritik steht in dem Bericht der Alt-Linke Jeremy Corbyn, der von 2015 bis 2020 Chef der Partei war. Er wurde am Donnerstag einem Labour-Sprecher zufolge von der Partei suspendiert. Grund für die Suspendierung seien verharmlosende Aussagen des ehemaligen Parteichefs zu der unabhängigen Untersuchung gewesen. Im April 2020 wurde der 71-Jährige von Keir Starmer abgelöst.

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Corbyn stand häufig in der Kritik. So hatte er sich geweigert, sich bei Juden für antisemitische Tendenzen in seiner Partei zu entschuldigen. Kritiker warfen dem Alt-Linken auch eine einseitige Unterstützung der Palästinenser im Nahostkonflikt vor. Noch bevor er Labour-Chef wurde, bezeichnete er laut britischen Medien die im Gazastreifen herrschende Hamas, die unter anderem von der EU als Terrororganisation eingestuft wird, als „Freunde“. 

Es habe „unentschuldbare Fehler“ gegeben, die auf einen Mangel an Bereitschaft zur Bekämpfung des Antisemitismus zurückzuführen seien, sagte die Vorsitzende der unabhängigen Kommission, Caroline Waters. 


In this TV grab from a handout video received from the Labour Party on April 4, 2020, new Leader of the Labour Party Keir Starmer speaks on the announcement of his victory in the leadership race of the Labour Party. - ritish Labour leadership candidate, Keir Starmer has won the leadership of the Labour Party.  The human rights lawyer beat rivals Rebecca Long-Bailey and Lisa Nandy after the first round of voting. (Photo by Handout / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO /LABOUR PARTY " - NO MARKETING - NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
Keir Starmer, ein Mann des Ausgleichs
In Großbritannien setzt der neue Labour-Chef Keir Starmer in der Corona-Krise auf Kooperation mit der Regierung.

Corbyn wollte nicht alle Vorwürfe gelten lassen. Er sei „immer entschlossen gewesen, alle Formen des Rassismus zu beseitigen“. Er bedauere aber, dass der Wandel so lange gedauert habe. Sein Nachfolger Starmer sprach von einem „Tag der Schande“ für Labour. Die Partei muss nun binnen sechs Wochen einen Aktionsplan vorlegen.

Seit Jahren werfen Kritiker den britischen Sozialdemokraten antisemitische Tendenzen - etwa in Beiträgen in sozialen Medien - vor. Mehrere Abgeordnete verließen aus Protest die Partei. 2018 räumte Corbyn ein, dass Disziplinarverfahren gegen antisemitische Parteimitglieder zu langsam und zaghaft betrieben worden seien.


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