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Antisemit will Synagoge anzünden, verbrennt sich dabei selbst
International 1 10.07.2019

Antisemit will Synagoge anzünden, verbrennt sich dabei selbst

Der mutmaßliche Täter wurde bei seiner Tat von einer Überwachungskamera gefilmt.

Antisemit will Synagoge anzünden, verbrennt sich dabei selbst

Der mutmaßliche Täter wurde bei seiner Tat von einer Überwachungskamera gefilmt.
Foto: Youtube Screenshot, via Devon and Cornwall Police
International 1 10.07.2019

Antisemit will Synagoge anzünden, verbrennt sich dabei selbst

Der Anschlag auf eine Synagoge im englischen Exeter ging für einen antisemitischen Rechtsradikalen ordentlich nach hinten los.

(SC) - Der Mann, der der sogenannten "White Supremacy"-Szene angehört, erfuhr die Bedeutung von "Instant Karma" am eigenen Leib. Eine Überwachungskamera hielt die Szenen fest.


People hug next to police tape across the street from the Chabad of Poway Synagogue after a shooting on April 27, 2019 in Poway, California. - A gunman opened fire at a synagogue in California, killing one person and injuring three others including the rabbi as worshippers marked the final day of Passover, officials said Saturday, April 27, 2019. The shooting in the town of Poway came exactly six months after a white supremacist shot dead 11 people at Pittsburgh's Tree of Life synagogue -- the deadliest attack on the Jewish community in the history of the United States. (Photo by SANDY HUFFAKER / AFP)
Tödlicher Angriff auf Synagoge in San Diego
Erneut wurde in den USA eine Synagoge zum Ziel eines mutmaßlichen Antisemiten. Eine Frau wurde getötet, drei Menschen verletzt.

Der 52-Jährige wollte eine historische Synagoge im Süden Englands niederbrennen und rückte ausgerüstet mit einem Benzinkanister, einer kleinen Axt und einem Zünder an. An einer Tür im hinteren Bereich der Synagoge schlug er zunächst ein Fenster ein, bevor er kurz aus der Sicht der Überwachungskamera verschwand. Bald kam er jedoch wieder - ausgestattet mit einem kleinen grünen Benzinkanister.

In dem Überwachungsvideo, das die Devon and Cornwall Police am 5. Juli veröffentlichte, sieht man dann, wie der Mann einen Zündkörper durch das Fenster wirft. Er tritt einen Schritt zurück, doch bevor er sich von dem Tatort entfernen kann, schlägt ihm eine Stichflamme entgegen, die ihm die Kappe vom Kopf bläst. Seine Haare fangen kurz Feuer, danach sind nur noch Rauchschwaden um seinen Kopf zu sehen.

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Die spektakulären Aufnahmen entstanden bereits im Sommer letzten Jahres, doch erst jetzt gelangten sie an die Öffentlichkeit. Zwei Zeugen erinnerten sich vor Gericht an den Tag, an dem der 52-Jährige den Brandstiftungsanschlag auf die Synagoge ausübte. Zuerst hätte es einen lauten Knall gegeben, danach hätten sie den mutmaßlichen Täter lachend um die Ecke kommen sehen.


A woman kneels to place a candle outside the Tree of Life Synagogue after a shooting there left 11 people dead in the Squirrel Hill neighborhood of Pittsburgh on October 27, 2018. - A heavily armed gunman opened fire during a baby-naming ceremony at a synagogue in the US city of Pittsburgh on October 27, killing 11 people and injuring six in the deadliest anti-Semitic attack in recent American history. (Photo by Brendan Smialowski / AFP)
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Feuerwehrkräfte konnten das schwere Feuer löschen, bevor sich die Flammen auf einen Gastank ausbreiteten. Der Schaden war trotzdem erheblich: Umgerechnet sollen die Renovierungsarbeiten rund 25.000 Euro kosten.

Die Polizei konnte den Täter recht schnell über die Überwachungsaufnahmen ausfindig machen. Als die Beamten an seiner Tür vorstellig wurden, roch der mutmaßliche Täter noch nach Kraftstoff und Rauch. Als sie ihn in den Polizeiwagen brachten, sagte der mutmaßliche Täter den Beamten: "Bitte sagen Sie mir, dass die Synagoge in Schutt und Asche liegt. Wenn nicht, war es bloß schlechte Vorbereitung".

Der Täter räumte im Laufe seines Prozesses unter anderem Brandstiftung ein. Nach einer Gerichtssitzung am vergangenen Freitag erklärte der anwesende Staatsanwalt, der Täter habe "eine tief sitzende, antisemitische Weltvorstellung, die sich in dem Wunsch, der jüdischen Gemeinschaft Schaden zuzufügen und einer Obsession mit schrecklichem, antisemitischen Material äußert".


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