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Anti-Terror-Einsätze in Griechenland und Belgien: Jagd nach möglichen Hintermännern geht weiter
International 3 Min. 18.01.2015

Anti-Terror-Einsätze in Griechenland und Belgien: Jagd nach möglichen Hintermännern geht weiter

Im Zuge der erhöhten Bedrohungslage in Belgien: An als besonders gefährdet eingestuften Orten patrouilliert die Armee.

Anti-Terror-Einsätze in Griechenland und Belgien: Jagd nach möglichen Hintermännern geht weiter

Im Zuge der erhöhten Bedrohungslage in Belgien: An als besonders gefährdet eingestuften Orten patrouilliert die Armee.
REUTERS
International 3 Min. 18.01.2015

Anti-Terror-Einsätze in Griechenland und Belgien: Jagd nach möglichen Hintermännern geht weiter

In Belgien und Griechenland wurden mehrere mutmaßliche Extremisten festgenommen. Die Suche nach den Terror-Hintermännern der enttarnten Extremistenzelle in Belgien wird jedoch fortgesetzt.

(dpa/CBu/DL) - Bei der Suche nach möglichen Hintermännern des in Belgien vereitelten Terroranschlags haben sich Festnahmen in Griechenland als falsche Fährte entpuppt. Ein Sprecher der belgischen Staatsanwaltschaft sagte der Deutschen Presse-Agentur am späten Samstagabend, beide Fälle hätten nichts miteinander zu tun. Dies habe eine Prüfung der Ermittlungsergebnisse in dem südeuropäischen Land ergeben. In griechischen Medienberichten hatte es zuvor geheißen, unter den vier festgenommenen mutmaßlichen islamistischen Extremisten sei auch der Anführer der im Osten Belgiens enttarnten vermeintlichen Terrorzelle. Die griechische Polizei wollte sich erst nach Abschluss der Ermittlungen äußern.

Griechische Medien hatten zuvor berichtet, dass es sich bei einem der in dem Land Festgenommenen um den 27-jährigen mutmaßlichen Anführer der Terrorzelle aus Verviers handeln solle. Der aus Marokko stammende Extremist Abdelhamid A., der seinen Wohnsitz in Brüssel hatte, war demnach zum Kampf für die Terrormiliz Islamischer Staat nach Syrien aufgebrochen. Wie die griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA meldete, wurde der Mann von einer Anti-Terror-Einheit der Polizei in Athen gestellt.

Weitere Verdächtige in Belgien verhaftet

Aus dem Polizeihauptquartier in Athen hieß es auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, bereits am Abend des Polizeieinsatzes in Verviers sei ein Amtshilfeersuchen der belgischen Polizei eingegangen sei. Seither seien Personen sowie Informationen überprüft worden. Eine offizielle Mitteilung werde es erst nach Ende der Ermittlungen geben.

Die belgische Polizei hat indes am Samstag drei weitere Terrorverdächtige in Gewahrsam genommen. Sie hätten Polizisten bedroht, teilten die Behörden am Samstag mit. Zwei Männer seien am späten Freitagabend im Brüsseler Stadtteil Molenbeek gefasst worden. Ein weiterer Mann sei in der belgischen Hauptstadt festgenommen worden, als er versuchte, auf einen Polizeioffizier zu schießen.

Alarmzustand

Im Land herrscht Alarmzustand, denn mutmaßliche Dschihadisten planten einen größeren Anschlag auf Polizisten. Bei einem Einsatz von Spezialkräften der Polizei waren am Donnerstag im ostbelgischen Verviers zwei gesuchte Terroristen ums Leben gekommen.

In Brüssel bewachten sechs Soldaten das Jüdische Museum, wo ein Attentäter im Mai vorigen Jahres vier Menschen kaltblütig ermordet hatte. Militär unterstützte die Polizei auch in Antwerpen, vor allem im jüdischen und im Diamantenviertel der Stadt. Die Regierung hatte angekündigt, bis zu 300 Soldaten in den großen Städten einzusetzen.

Zwölf-Punkte-Plan zum Kampf gegen Terrorismus und Radikalismus

Die Regierung des liberalen belgischen Premiers Charles Michel hatte am Freitag unter dem Eindruck der Bedrohung einen Zwölf-Punkte-Plan zum Kampf gegen Terrorismus und Radikalismus auf den Weg gebracht. Die Behörden riefen die zweithöchste Terrorwarnstufe für das Land aus.

Auch vor Gebäuden der EU-Institutionen wie hier vor dem Sitz der Europäischen Kommission zeigt die belgische Armee verstärkt Präsenz.
Auch vor Gebäuden der EU-Institutionen wie hier vor dem Sitz der Europäischen Kommission zeigt die belgische Armee verstärkt Präsenz.
REUTERS

Über mögliche Hintermänner der Terrorzelle in Belgien, zu der laut Ermittlern auch Syrien-Kämpfer gehören, wurde weiter spekuliert. Die Staatsanwaltschaft macht dazu mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben. Die Zeitung „La Dernière Heure“ (Samstag) schrieb, hinter der Terrorzelle von Dschihadisten stehe ein 27 Jahre alter Belgier marokkanischer Abstammung, der in Syrien gekämpft habe und sich nun in einem anderen Land aufhalte.

Auch in Luxemburg gibt es eine "abstrakte, aber reale Bedrohung"

Auch in Luxemburg sind die Behörden in erhöhter Alarmbereitschaft. Die Anti-Terror-Einheit des Ministeriums für Innere Sicherheit berät regelmäßig über die Bedrohungslage. Der Vize-Premier und für die innere Sicherheit zuständige Minister Etienne Schneider sprach in diesem Zusammenhang von einer "abstrakten, aber realen Bedrohung" durch Dschihadisten.

"Es macht aber keinen Sinn, vor allen möglichen Zielen - Kirchen, Synagogen, Zeitungen und anderen Institutionen - Polizei und Militär zu postieren. Erstens haben wir die Mittel nicht und zweitens wäre das auch nicht durch die aktuelle Bedrohungslage gerechtfertigt", sagte Schneider am Freitag im Anschluss an eine Sitzung des Ministerrats. Hinweise auf konkrete Ziele von Terroraktionen gebe es nicht, so Schneider. Deshalb müsse man auch unbedingt Ruhe bewahren und nicht in Panik verfallen.


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