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Anne Frank Fonds ist von Forschungsprojekt „enttäuscht“
International 23.01.2022
Wer verriet Anne Frank?

Anne Frank Fonds ist von Forschungsprojekt „enttäuscht“

Anne Franks "Tagebuch" gibt es auch auf Letzebuergesch.
Wer verriet Anne Frank?

Anne Frank Fonds ist von Forschungsprojekt „enttäuscht“

Anne Franks "Tagebuch" gibt es auch auf Letzebuergesch.
Foto: Marc Wilwert
International 23.01.2022
Wer verriet Anne Frank?

Anne Frank Fonds ist von Forschungsprojekt „enttäuscht“

Die kürzlich veröffentlichte Theorie, ein jüdischer Notar habe das jüdische Mädchen und seine Familie an die Nazis verraten, stößt auf heftige Kritik. Jetzt meldet sich auch der Anne Frank Fonds zu Wort, der die Rechte und Lizenzen von Anne Franks berühmtem „Tagebuch" verwaltet.

(dpa) - Die Rechteinhaber von Anne Franks Tagebuch haben das Forschungsprojekt zum Verrat ihres Verstecks in Frage gestellt. „Wir hofften auf eine seriöse und faktenbasierte Recherche“, sagte John D. Goldsmith, der Präsident des Anne Frank Fonds, der Schweizer Zeitung „Sonntagsblick“. „Doch die Art und Weise, wie da ,geforscht‘ worden war, hat uns enttäuscht.“


Eine Seite aus Anne Franks berühmten Tagebuch
Historiker kritisieren Untersuchung zum Verrat an Anne Frank
Wer verriet das Versteck von Anne Frank an die Nazis? Ein Forscherteam nennt den Namen eines jüdischen Notars. Doch daran gibt es Kritik.

Ein internationales Team hatte fünf Jahre untersucht, wer 1944 das Versteck von acht jüdischen Menschen in Amsterdam an die Nazis verraten hatte. Die aus Frankfurt stammende Anne Frank (1929-1945) schrieb in dem Hinterhaus ihr heute weltberühmtes Tagebuch. Zwei Jahre lang lebten die Familien dort, bevor sie entdeckt und deportiert wurden. Nur Annes Vater Otto überlebte. Laut den Ergebnissen, die am vergangenen Montag präsentiert wurden, soll sehr wahrscheinlich der jüdische Notar Arnold van den Bergh das Versteck verraten haben. Er habe seiner Familie das Leben retten wollen.

Jetzt lautet die Kernaussage: Ein Jude verrät Juden. Das bleibt im Gedächtnis und das beunruhigt.  

John D. Goldsmith

Das Forschungsprojekt sei nicht ergebnisoffen und nicht rein wissenschaftlich ausgerichtet gewesen, kritisierte Goldsmith. Für die aufgestellten Behauptungen würden die Belege fehlen. „Jetzt lautet die Kernaussage: Ein Jude verrät Juden. Das bleibt im Gedächtnis und das beunruhigt“, sagte er. Zuvor hatten bereits mehrere Historiker Zweifel an den Methoden und Ergebnissen des Projekts angemeldet.

Der von Otto Frank gegründete Anne Frank Fonds verwaltet unter anderem die Rechte und Lizenzen an dem Tagebuch. Die Einnahmen werden für Bildungsprojekte und wohltätige Zwecke verwendet.


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