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Ankara: Explosion fordert mindestens 34 Tote
International 10 2 Min. 13.03.2016 Aus unserem online-Archiv

Ankara: Explosion fordert mindestens 34 Tote

Polizei und Rettungskräfte bergen eine verletzte Person, nachdem es zu einer Explosion im Zentrum von Ankara gekommen war.

Ankara: Explosion fordert mindestens 34 Tote

Polizei und Rettungskräfte bergen eine verletzte Person, nachdem es zu einer Explosion im Zentrum von Ankara gekommen war.
Foto: AFP
International 10 2 Min. 13.03.2016 Aus unserem online-Archiv

Ankara: Explosion fordert mindestens 34 Tote

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Bei einem erneuten Autobomben-Anschlag im Zentrum der türkischen Hauptstadt Ankara sind mindestens 27 Menschen getötet worden. 125 Menschen seien bei der Detonation am Sonntagabend verletzt worden.

(dpa) -  Bei einem erneuten Autobomben-Anschlag im Zentrum der türkischen Hauptstadt Ankara sind mindestens 34 Menschen getötet worden. 125 Menschen seien bei der Detonation am Sonntagabend verletzt worden, 19 davon schwer, sagte Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu nach einem „Sicherheitsgipfel“ der Regierung. Unter den 34 Toten seien ein oder vermutlich sogar zwei Selbstmordattentäter, die sich in einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug in der Nähe einer belebten Bushaltestelle in die Luft sprengten.

Die Explosion ereignete sich am zentralen Kizilay-Platzes in der Nähe einer belebten Bushaltestelle. Anadolu meldete, der Anschlag habe auf Zivilisten abgezielt. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie zahlreiche Krankenwagen zum Anschlagsort eilten. Fotos vom Unglücksort zeigten ausgebrannte Fahrzeuge.Die US-Botschaft hatte erst am Freitag vor einem drohenden Anschlag in einem Viertel in der Nähe des Anschlagsorts gewarnt und dazu aufgerufen, die Gegend zu meiden.

Die türkische Regierung verhängte am Sonntagabend eine Nachrichtensperre über den Anschlag, die aber nicht offizielle Verlautbarungen betrifft. Türkische Medien berichteten, ein Gericht in Ankara habe eine Sperre für soziale Medien verfügt, nachdem dort Fotos zu dem Anschlag geteilt worden seien. Twitter und Facebook waren am Abend aber weiter zugänglich.

Die Regierung kam zu einem „Sicherheitsgipfel“ zusammen. Auch die pro-kurdische Partei HDP verurteilte die Tat. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wirft der HDP Verbindungen zur PKK vor.

In einer ersten Reaktion verurteilte Russlands Präsident Wladimir Putin den Anschlag auf das Schärfste. Putin trauere mit dem türkischen Volk, teilte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Abend mit. Europarats-Generalsekretär Thorbjørn Jagland äußerte sich bestürzt. „Diese rücksichtslosen terroristischen Angriffe sind ein Angriff auf unsere europäische Werte - auf uns alle“, heißt es in einer am späten Abend verbreiteten Erklärung. 

Am 17. Februar war es zuletzt zu einem schweren Anschlag in Ankara gekommen, als sich ein Selbstmordattentäter in einem Auto neben Bussen mit Armeeangehörigen in die Luft sprengte. Zu dieser Tat bekannte sich die aus der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hervorgegangene Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK).

Die TAK hatte damals zugleich gedroht: „Unser Rachefeldzug gegen den faschistischen türkischen Staat wird weitergehen.“ Zugleich kündigte die Gruppe Anschläge auch in Touristengebieten an und warnte Urlauber davor, in die Türkei zu reisen.

Am 12. Januar hatte sich in Istanbul ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, zwölf deutsche Touristen kamen dabei ums Leben. Diese Tat wurde der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zugeschrieben. Das gilt ebenso für einen Selbstmordanschlag im Oktober vergangenen Jahres in Ankara, der einer pro-kurdischen Demonstration galt. Bei dem schwersten Anschlag in der Geschichte der türkischen Republik kamenmehr als 100 Menschen ums Leben.


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