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Angriffe auf Schiffe im Golf von Oman
International 2 Min. 13.06.2019

Angriffe auf Schiffe im Golf von Oman

International 2 Min. 13.06.2019

Angriffe auf Schiffe im Golf von Oman

Seit Wochen wachsen am Golf die Spannungen mit dem Iran. Schon vor vier Wochen wurden von dort Sabotageakte gegen Tanker gemeldet. Nun trifft es Schiffe von Reedereien aus Deutschland und Norwegen.

(dpa) - Inmitten der Spannungen mit dem Iran ist es nahe der Küste des Landes zu schweren Zwischenfällen mit Handelsschiffen von Reedereien aus Deutschland und Norwegen gekommen. Im Golf von Oman geriet der Öltanker „Front Altair“ der norwegischen Reederei Frontline am Donnerstagmorgen nach einem Angriff in Brand, wie die norwegische Seefahrtsbehörde erklärte. Die deutsche Reederei Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) in Singapur teilte zudem mit, es seien 21 Seeleute von ihrem mit Methanol beladenen Frachter „Kokuka Courageous“ gebracht worden. Das Schiff sei am Morgen beschädigt und ein Crewmitglied leicht verletzt worden. Die Hintergründe der Vorfälle waren zunächst unklar.

Die Front Altair geriet nach dem Zwischenfall in Brand.
Die Front Altair geriet nach dem Zwischenfall in Brand.
Foto:AFP

Die US-Marine erklärte, sie haben zwei Notrufe erhalten. US-Schiffe seien in der Region unterwegs und leisteten Hilfe, teilte die 5. Flotte der US-Marine in Bahrain mit. Es gebe Berichte, dass dort zwei Tanker angegriffen worden seien.

Die norwegische Seefahrtsbehörde meldete weiter, es sei von drei Explosionen auf der der „Front Altair“ berichtet worden. Die Reederei bestätigte eine Attacke auf den Öltanker „Front Altair“ zunächst nicht. Bisher sei nur klar, dass es eine Explosion und einen Brand an Bord der „Front Altair“ gegeben habe, sagte ein Sprecher der Tankerreederei Frontline der Deutschen Presse-Agentur. Berichte, das Schiff sei bereits gesunken, stimmten nicht. „Es ist nicht gesunken“, sagte er.

Nach Angaben der Reederei BSM besteht auch keine Gefahr, dass die „Kokuka Courageous“ sinkt. Die Ladung sei „intakt“. Der Schaden sei auf der Steuerbordseite im hinteren Teil des Frachters, sagte der Sprecher. Die 21 Seeleute seien mit einem Rettungsboot auf ein anderes Schiff gebracht worden, die „Coastal Ace“. Der leicht verletzte Seemann habe dort Erste Hilfe bekommen. Bei den Seeleuten handele es sich ausnahmslos um Philippiner. Deutsche seien keine an Bord gewesen.


This grab taken from a video released by the US Central Command (USCENTCOM) on June 14, 2019, reportedly shows an Iranian navy patrol boat in the Gulf of Oman approaching the Japanese operated methanol tanker Kokuka Courageous and removing an unexploded mine. (Photo by - / US Central Command (CENTCOM) / AFP)
USA veröffentlichen Video von angeblichem Angriff auf Öltanker
Schwere Zwischenfälle mit Tankern am Golf von Oman haben die Spannungen in der Region angeheizt. Für die USA ist schon kurz danach klar, wer für die mutmaßlichen Angriffe verantwortlich ist.

Der Zwischenfall ereignete sich diesen Angaben zufolge in etwa 70 Seemeilen Entfernung vom arabischen Emirat Fudschairah und etwa 14 Seemeilen entfernt von der iranischen Küste. Weiterer Anrainer der dortigen Meerenge ist das arabische Sultanat Oman. Die BSM gehört zur Hamburger Reederei Schulte Group.

Der 2016 gebaute Öltanker „Front Altair“ fährt unter der Flagge der Marschallinseln. Er war nach Angaben des Dienstes „Marine Traffic“ auf dem Weg von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nach Taiwan. Frontline gilt als die größte Tankerflotte der Erde. Sie ist im Besitz des norwegischen Milliardärs John Frederiksen. Die „Kokuka Courageous“ hatte „Marine Traffic“ zufolge vor drei Tagen in Saudi-Arabien abgelegt und war unterwegs nach Singapur.

Bereits vor vier Wochen hatten die VAE Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe im Golf von Oman gemeldet. Nach saudi-arabischen Angaben wurden zwei Tanker des Landes schwer beschädigt. Die genauen Umstände blieben jedoch unklar.

US-Sicherheitsberater John Bolton sprach später von Angriffen mit Seeminen, für die „fast sicher“ der Iran verantwortlich sei. Beweise für seine Anschuldigung legte er nicht vor. Die Regierung in Teheran wies den Vorwurf zurück und sprach von „lächerlichen Behauptungen“.

Die USA hatten zusammen mit ihren Verbündeten Saudi-Arabien und den VAE in den vergangenen Wochen den Druck auf den Iran massiv erhöht. Das sunnitsche Saudi-Arabien sieht in dem schiitischen Nachbarn einen Erzfeind. Riad wirft der Regierung in Teheran vor, sich in die inneren Angelegenheiten der arabischen Länder einzumischen.

Saudi-Arabien beschuldigt den Iran unter anderem, in Jemens Bürgerkrieg die Huthi-Rebellen zu unterstützen. Diese hatten in den vergangenen Wochen Saudi-Arabien wiederholt mit Drohnen angegriffen. An diesem Donnerstag endet der Besuch des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe im Iran, der im Atomkonflikt mit den USA vermitteln will.


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