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Angespannte Lage in Bolivien: Wahllokale geöffnet
International 18.10.2020

Angespannte Lage in Bolivien: Wahllokale geöffnet

Die Wahllokale in Bolivien haben geöffnet. Der Andenstaat ist politisch zerrissen.

Angespannte Lage in Bolivien: Wahllokale geöffnet

Die Wahllokale in Bolivien haben geöffnet. Der Andenstaat ist politisch zerrissen.
Foto: AFP
International 18.10.2020

Angespannte Lage in Bolivien: Wahllokale geöffnet

7,3 Millionen Wahlberechtigte sind in Bolivien dazu aufgerufen, bei den Präsidenten- und Parlamentswahlen ihre Stimme abzugeben. Es herrscht eine angespannte Stimmung.

(dpa) - Mit der Öffnung der Wahllokale haben in Bolivien die Präsidenten- und Parlamentswahlen begonnen. Gut 7,3 Millionen Wahlberechtigte sind dazu aufgerufen, inmitten der Corona-Pandemie und im Schatten des ehemaligen Präsidenten Evo Morales ihre Stimme abzugeben. Der Andenstaat ist politisch zerrissen zwischen Anhängern des linken Ex-Staatschefs von der Partei MAS und seinen Gegnern liberaler bis ultrarechter Ausprägung.


TOPSHOT - A riot police officer is reached by a petrol bomb during clashes with demonstrators protesting against police brutality in Medellin, Colombia on September 10, 2020. - At least 10 people were killed and hundreds wounded after rioting broke out in the Colombian capital Bogota during protests over the death of a man repeatedly tasered by police, authorities said Thursday. (Photo by JOAQUIN SARMIENTO / AFP)
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Nach der Präsidentenwahl im Oktober 2019 hatte Morales auf Druck des Militärs zurücktreten müssen. Ihm wurde Wahlbetrug vorgeworfen. Morales setzte sich ins Ausland ab - eine Interimsregierung mit der erzkonservativen Übergangspräsidentin Jeanine Áñez, die Neuwahlen ausrufen sollte, übernahm. Seine Anhänger und Verbündeten in der Region sprechen von einem Putsch.

Angst vor Gewalt

In dem Andenstaat herrscht nun eine große Ungewissheit, auch wegen einer möglichen Rückkehr Morales' im Falle eines Sieges des MAS-Kandidaten und ehemaligen Wirtschaftsministers Luis Arce. Ebenso groß ist die Angst vor Gewalt. Am Samstagabend begann eine Operation von Polizei und Militär, um die „Ordnung der guten Regierungsführung“ bei den Wahlen durchzusetzen, wie die bolivianische Zeitung „El Deber“ Verteidigungsminister Fernando López zitierte.


Mapuche indigenous people demonstrate in support of an imprisoned spiritual authority, or "machi," who is holding a hunger strike, before being dispersed and clashing with the police special forces in Temuco, Araucania Region, south of Santiago, on August 4, 2020 amid increasing racist expressions against the ethnic group. - Violence has escalated in the Araucania region where Mapuches reclaim ancestral lands seized by the state at the end of the 19th century and sold to logging companies. (Photo by Mario QUILODRAN / AFP)
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In jüngsten Umfragen kam Arce auf 33,6 Prozent, der liberale Ex-Präsident Carlos Mesa auf 26,8 Prozent und der ultrarechte Bürgerkomitee-Führer Luis Fernando Camacho auf 13,9 Prozent der Stimmen. Für einen Sieg in der ersten Runde sind mehr als 50 Prozent der Stimmen nötig - oder über 40 Prozent und zehn Prozentpunkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten.

Morales lebt im Exil in Argentinien; an den Wahlen darf er nicht teilnehmen. Die Wahlbehörde entschied, dass es keine Schnellauszählung der Stimmen am Sonntag geben werde.   

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