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Amokläufe an Schulen: Eltern von Opfern veröffentlichen "Werbespot"
International 2 2 Min. 19.09.2019

Amokläufe an Schulen: Eltern von Opfern veröffentlichen "Werbespot"

Amokläufe an Schulen: Eltern von Opfern veröffentlichen "Werbespot"

Foto: YouTube Screenshot / Sandy Hook Promise
International 2 2 Min. 19.09.2019

Amokläufe an Schulen: Eltern von Opfern veröffentlichen "Werbespot"

Sarah CAMES
Sarah CAMES
Zwischen dem 1. Januar und dem 19. September 2019 gab es in den USA bereits 302 Massenschießereien - im Schnitt mehr als eine pro Tag.

Das etwa einminütige Video, das die gemeinnützige Organisation "Sandy Hook Promise" am Dienstag veröffentlichte, fängt an wie viele andere Werbespots, die zum Schulbeginn über die Fernsehbildschirme flackern. Die Kinder in dem Video freuen sich über ihre neuen Schulsachen, vom "perfekten Schulranzen" bis zu bunten Ordnern, die den Schulalltag einfacher machen sollen.

Doch schon nach wenigen Sekunden wird klar, dass in dem Video nichts beworben wird -  es ist eine Warnung. Es wird unruhig auf den Gängen, Schüler fangen an zu rennen, schlagen Fenster ein, oder verstecken sich auf der Schultoilette. Das Video endet mit dem Satz "Amokläufe an Schulen sind vermeidbar, wenn du die Zeichen erkennst."

Hinter der Vereinigung "Sandy Hook Promise" stehen die Eltern und Angehörige von Kindern, die bei dem Anschlag auf eine Grundschule in Newtown, Connecticut erschossen worden sind. Bei dem Amoklauf starben 28 Menschen, darunter 20 Kinder im Alter von zwischen fünf und zehn Jahren. Auch sechs Mitarbeiter der Schule und die Mutter des Täters wurden am Vormittag des 14. Dezember 2012 hingerichtet.

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Das Video der Vereinigung soll auf sehr reale Problematik von Waffengewalt an Schulen hinweisen. Die Mutter des sechsjährigen Dylan Hockley, der im Kugelhagel der halbautomatischen Waffe des Täters starb, äußerte sich dem amerikanischen Fernsehsender NBC gegenüber zu dem Video: "Wir wollen nicht, dass die Leute ihre Augen davor verschließen. So zu tun, als gäbe es solche schrecklichen Vorfälle nicht, bringt uns der Lösung nicht näher."


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Tatsächlich könnte das Jahr 2019 in den USA wieder einen neuen Negativrekord in Sachen Waffengewalt setzen. Laut Informationen des Gun Violence Archive fanden zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 19. September 2019 bereits 302 Massenschießereien statt - dabei ist das Jahr erst 263 Tage alt.

In den USA gibt es immer wieder Rufe nach einer Einschränkung des Waffengesetzes. Nach dem Schulmassaker von Parkland am 14. Februar 2018, bei dem 17 Schüler und Erwachsene ihr Leben verloren, gründeten Überlebende des Amoklaufs die Protestbewegung "March for our Lives". Knapp einen Monat nach dem Massaker fanden in allen 50 Bundesstaaten zeitgleich Kundgebungen und Proteste statt. An dem Protest in Washington DC nahmen rund 800.000 Menschen teil. Doch die Protestrufe der Demonstranten fielen bisher sowohl im Kapitol als auch im Weißen Haus auf taube Ohren, konkrete Umsetzungen ihrer Forderungen gibt es bis heute keine.

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