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Amnesty: Muslime werden diskriminiert
International 2 Min. 24.04.2012 Aus unserem online-Archiv

Amnesty: Muslime werden diskriminiert

In Belgien und Frankreich herrscht ein Burka-Verbot in der Öffentlichkeit. Für Amnesty International werden damit die Menschenrechte eingeschränkt.

Amnesty: Muslime werden diskriminiert

In Belgien und Frankreich herrscht ein Burka-Verbot in der Öffentlichkeit. Für Amnesty International werden damit die Menschenrechte eingeschränkt.
Foto: AP
International 2 Min. 24.04.2012 Aus unserem online-Archiv

Amnesty: Muslime werden diskriminiert

Kopftuch, Bärte, Minarette - öffentlich sichtbare Bekenntnisse von Muslimen zu ihrer Religion sind in Europa oft nicht gern gesehen. Dabei werden Muslime in ihren Menschenrechten eingeschränkt, mahnt Amnesty International, und fordert die Regierungen zum Handeln auf.

(dpa) - Muslime in Europa sehen sich täglich mit Vorurteilen konfrontiert - und brauchen im Kampf dagegen nach Ansicht von Amnesty International (AI) mehr Hilfe der Regierungen. Dabei geht es etwa um ihre Kleidung als äußere Demonstration der Religionszugehörigkeit, aber auch um den Bau von Moscheen, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Report der Menschenrechtsorganisation.

„Es gibt keinen Zweifel daran, und es ist ganz sicher auch nicht neu, dass viele Muslime diskriminiert werden“, sagte John Dalhuisen, Europa- und Zentralasien-Chef bei AI bei Vorstellung des Berichts in Brüssel.

Für muslimische Mädchen und Frauen sei es oft schwieriger, einen Job zu finden, wenn sie ein Kopftuch tragen, heißt es in dem Report unter anderem. Männer mit Bart berichteten ebenfalls von Nachteilen. Auch der Bau von Moscheen und Minaretten werde in zahlreichen Ländern blockiert. AI appelliert an die Regierungen, keine gesetzlichen Restriktionen wie etwa ein Kopftuch-Verbot auszusprechen und jedem zu ermöglichen, seine Religion frei auszuleben.

Strenge Regulierungen in der Schweiz

„In vielen Ländern Europas ist die Ansicht weit verbreitet, dass der Islam akzeptabel ist, solange Muslime nicht allzu sichtbar sind“, beklagte Marco Perolini, der bei AI für Fragen der Diskriminierung zuständig ist. Die Politik sei in der Pflicht, solchen Einstellungen entgegenzutreten. Denn: „Religiöse und kulturelle Symbole zu tragen gehört zum Recht des Menschen auf freie Meinungsäußerung.“

Beim Bau von Minaretten - also Moschee-Türmen zum Ausrufen der Gebetsstunden - habe vor allem die Schweiz seit 2010 strenge Regulierungen. Damit bestärke sie anti-islamische Vorurteile und stelle sich gegen internationale Verpflichtungen. Im spanischen Katalonien gebe es ähnliche Probleme.

Der Bericht befasst sich mit der Situation von Muslimen in Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Spanien und in der Schweiz und legt laut AI zahlreiche Fälle von Diskriminierung offen. „Muslime werden dafür verantwortlich gemacht, was im Nahen Osten und in Nordafrika passiert“, erzählt etwa ein Muslim, der in der Schweiz lebt. Deshalb seien sie häufig direkten Anschuldigungen auf der Straße, aber auch versteckter Diskriminierung ausgesetzt.

„Mir wurde bei Vorstellungsgesprächen schon gesagt, sobald sie mein Kopftuch gesehen hatten: „Sie können sich gleich wieder umdrehen, wir wollen ihre Zeit nicht vergeuden““, sagte Hajare Boujitat, eine junge belgische Mutter, bei der Präsentation des Berichts in Brüssel.