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Ammoniumnitrat: Tödliche Unfälle und Anschläge mit der Chemikalie
International 06.08.2020

Ammoniumnitrat: Tödliche Unfälle und Anschläge mit der Chemikalie

31 Menschen starben 2001 bei einer Ammoniumnitrat-Explosion im französischen Toulouse.

Ammoniumnitrat: Tödliche Unfälle und Anschläge mit der Chemikalie

31 Menschen starben 2001 bei einer Ammoniumnitrat-Explosion im französischen Toulouse.
Foto: AFP
International 06.08.2020

Ammoniumnitrat: Tödliche Unfälle und Anschläge mit der Chemikalie

Die Chemikalie Ammoniumnitrat soll im Hafen von Beirut jahrelang in großen Mengen und ohne Sicherheitsvorkehrungen gelagert worden sein.

(dpa) - Die Detonation vom Dienstag steht nach unterschiedlichen Berichten in Verbindung mit dieser Substanz. Eine Untersuchungskommission soll bis zur kommenden Woche einen ersten Bericht vorlegen. Ammoniumnitrat wird heute vor allem als Düngemittel verwendet. Beim Erhitzen können die durchsichtigen und farblosen Kristalle explodieren.


05.08.2020, Libanon, Beirut: Ein Wachmann eines Audi-Autohauses steht vor den zerstörten Ausstellungsräumen, die in Folge einer massiven Explosion im Hafen von Beirut beschädigt wurden. Die gewaltige Detonation am Vortag, die Tote und Verletzte gefordert hat, legte einen Großteil des Hafens lahm und beschädigte Gebäude in der ganzen Stadt. Tausende haben ihre Unterkunft verloren. Foto: Marwan Naamani/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Wie konnte es zu der verheerenden Detonation in Libanons Hauptstadt kommen? Eine Untersuchungskommission soll in wenigen Tagen erste Ergebnisse vorlegen.

Bis zum Zweiten Weltkrieg basierten auch viele Sprengstoffe auf der Substanz. Sie führte schon mehrfach zu tödlichen Explosionen und wurde auch bei Anschlägen eingesetzt. Ein Überblick:

2004 - Im Bahnhof von Ryongchon in Nordkorea nahe der chinesischen Grenze kollidieren ein Tankwagen und zwei mit Ammoniumnitrat beladene Zugwaggons. Ein Funkenschlag löst eine Explosion aus. Mindestens 169 Menschen sterben, darunter viele Kinder. 1300 Menschen werden verletzt, Tausende Häuser zerstört oder beschädigt.

2001 - Nach einer fatalen Kettenreaktion kommt es in einer Düngemittel-Fabrik bei Toulouse in Südfrankreich zu einer verheerenden Explosion: 31 Menschen sterben, 2500 werden verletzt, Tausende Gebäude zerstört oder beschädigt.

1995 - Bei einem Anschlag am 19. April 1995, dem bis dahin folgenschwersten Attentat in den USA, explodiert vor einem Regierungsgebäude in Oklahoma-City ein Kleinlastwagen mit einer Mischung aus Dieselkraftstoff und Ammoniumnitrat. Die Detonation tötet 168 Menschen, darunter viele Kinder. Attentäter ist der Golfkriegsveteran Timothy McVeigh.


TOPSHOT - A general view shows the damaged grain silos of Beirut's harbour and its surroundings on August 5, 2020, one day after a powerful twin explosion tore through Lebanon's capital, resulting from the ignition of a huge depot of ammonium nitrate at the city's main port. - Rescuers searched for survivors in Beirut after a cataclysmic explosion at the port sowed devastation across entire neighbourhoods, killing more than 100 people, wounding thousands and plunging Lebanon deeper into crisis. The blast, which appeared to have been caused by a fire igniting 2,750 tonnes of ammonium nitrate left unsecured in a warehouse, was felt as far away as Cyprus, some 150 miles (240 kilometres) to the northwest. (Photo by STR / AFP)
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Die gewaltigen Detonationen im Hafen der libanesischen Hauptstadt kamen zu einem für das Land verheerenden Zeitpunkt. Ohne Hilfe aus dem Ausland kann die angeschlagene Zedernrepublik jetzt nicht überleben – eine Analyse.

1947 - Der französische Frachter „Grandcamp“ mit 2300 Tonnen Ammoniumnitrat-Düngemittel an Bord explodiert im Hafen von Texas City in den USA. Das Feuer greift auf die Stadt über. Mindestens 510 Menschen kommen ums Leben, Tausende werden verletzt. Im selben Jahr explodiert im Hafen im französischen Brest der mit Ammoniumnitrat beladene Frachter „Ocean Liberty“. 21 Menschen kommen ums Leben.

1921 - Am 21. September 1921 explodiert auf dem BASF-Werksgelände in Oppau bei Ludwigshafen ein Düngemittel-Silo. 561 Menschen kommen ums Leben, fast 2000 werden verletzt. Das Chemiewerk ist ein einziges Trümmerfeld, auch von den damals etwa 1000 Wohnhäusern in Oppau sind 800 komplett zerstört oder unbewohnbar. Am Werk waren 4500 Tonnen Ammoniaksulfatsalpeter explodiert, das auch Ammoniumnitrat enthält. Der Vorfall gilt als eines der schwersten Industrieunglücke Europas.    

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