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Am Mittwoch: Astronauten starten erstmals wieder von den USA zur ISS
International 5 2 Min. 27.05.2020

Am Mittwoch: Astronauten starten erstmals wieder von den USA zur ISS

Cape Canaveral, Florida: Von hier aus startet die SpaceX Falcon 9 am Mittwochabend.

Am Mittwoch: Astronauten starten erstmals wieder von den USA zur ISS

Cape Canaveral, Florida: Von hier aus startet die SpaceX Falcon 9 am Mittwochabend.
Foto: AFP
International 5 2 Min. 27.05.2020

Am Mittwoch: Astronauten starten erstmals wieder von den USA zur ISS

Rund neun Jahre nach dem letzten Flug eines US-Space-Shuttles sollen erstmals wieder US-Astronauten von den USA aus zur Internationalen Raumstation starten.

(dpa) - Nach knapp neunjähriger Pause sollen am Mittwochabend erstmals wieder Astronauten von den USA aus zur Raumstation ISS abheben. Um 22.32 Uhr (MESZ) sollen die US-Raumfahrer Robert Behnken und Douglas Hurley mit einer „Falcon 9“-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus in einer „Crew Dragon“-Raumkapsel zur Internationalen Raumstation starten. Einen Tag später sollen sie an der ISS andocken und rund einen Monat bleiben. US-Vizepräsident Mike Pence bezeichnete den Start als Beginn einer „neuen Ära von amerikanischer Führungsstärke im All“.

Es handelt sich um den letzten Flugtest für den vom privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX entwickelten „Crew Dragon“. Wegen der Coronavirus-Pandemie ist der Zugang zu dem Gelände des Weltraumbahnhofs im US-Bundesstaat Florida stark eingeschränkt. US-Präsident Donald Trump hat seine Teilnahme aber angekündigt. Für alle, die den Start von zu Hause aus verfolgen wollen, haben die Nasa und Einrichtungen wie das American Museum of Natural History in New York Livestreams und ausgiebige Online-Begleitung angekündigt.

Zweite bemannte Missionen für 2020 geplant

Zuletzt waren im Sommer 2011 Astronauten mit der Raumfähre „Atlantis“ zur ISS geflogen. Danach mottete die US-Raumfahrtbehörde Nasa ihre Space-Shuttle-Flotte aus Kostengründen ein und war für Flüge zur ISS seither auf Russland angewiesen. Das war mit bis zu 80 Millionen Euro pro Flug in einer russischen Sojus-Kapsel nicht nur teuer, sondern kratzte auch mächtig am Ego.

Eigentlich waren eigene Flüge aus den USA zur ISS von der Nasa schon für 2017 angekündigt gewesen - im Zuge technischer Probleme, Finanzierungsschwierigkeiten und Umstrukturierungen nach der Wahl von US-Präsident Trump wurde das Projekt aber immer weiter aufgeschoben.

Wenn alles nach Plan verläuft, soll es noch in diesem Jahr einen weiteren Start eines „Crew Dragon“ geben, der dann vier Astronauten zur ISS bringen soll. Auch nach vielen Jahren Erfahrung in der Raumfahrt besteht laut dem Generaldirektor der europäischen Raumfahrtbehörde (ESA), Jan Wörner, immer noch ein Risiko bei der Mission. „So ein Raketenstart ist eine kontrollierte Explosion. Deshalb muss man auch heute Sorge haben“, sagte Wörner am Mittwoch im „Deutschlandfunk“.

Russland will den aktuellen Flug genau beobachten. „Wir haben großes Interesse an der technischen Komponente, weil wir daran arbeiten, unsere Raumschiffe zu verbessern“, sagte der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos in Moskau, Dmitri Rogosin. Sollte die Mission klappen, werde man beim Transport künftiger Besatzungen die Verantwortung mit den Amerikanern teilen. „Das ist ganz normal.“

Klar habe Roskosmos mit den Transportflügen von US-Raumfahrern Geld verdient. Doch die Verantwortung dafür sei enorm gewesen, sagte Rogosin kurz vor dem Start einem russischen Radiosender. „Das hat die für die Sicherheit zuständigen Mitarbeiter extrem viel Nerven und Gesundheit gekostet. Es kann nicht mit Geld berechnet werden.“


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Er könne sich gut vorstellen, wie sich die Amerikaner in den vergangenen neun Jahren damit gefühlt haben müssen, nicht selbst fliegen zu können, sagte Rogosin. „Das ist eine Frage der Ehre und des Nationalstolzes. Wir wünschen ihnen deshalb viel Erfolg.“

ESA-Generaldirektor Wörner befürwortet zudem eine Kommerzialisierung der Raumfahrt. „Ich glaube, das ist der richtige Schritt“, erklärte er. So hätte man es auch in der Luftfahrt erlebt. In der ESA versuche man daher, mehr Verantwortung in Firmen zu übertragen und eher Leistungen einzukaufen. „Die öffentliche Hand gibt da keine Kontrolle weg“, sagte Wörner.


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