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Am Holocaust-Gedenktag: Gedenken in Auschwitz und Theresienstadt
International 2 Min. 27.01.2017 Aus unserem online-Archiv

Am Holocaust-Gedenktag: Gedenken in Auschwitz und Theresienstadt

Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz bei der Gedenkfeier zum Jahrestag der Befreiung des Lagers vor 72 Jahren.

Am Holocaust-Gedenktag: Gedenken in Auschwitz und Theresienstadt

Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz bei der Gedenkfeier zum Jahrestag der Befreiung des Lagers vor 72 Jahren.
REUTERS
International 2 Min. 27.01.2017 Aus unserem online-Archiv

Am Holocaust-Gedenktag: Gedenken in Auschwitz und Theresienstadt

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
KZ-Überlebende haben 72 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz der Opfer des Nazi-Regimes gedacht. Angesichts des wachsenden Rechtspopulismus in Europa warnten sie bei Gedenkfeiern in Polen und Tschechien vor neuem Hass.

(dpa) - Auschwitz-Überlebende haben am internationalen Holocaust-Gedenktag auf dem Gelände des ehemaligen deutschen Vernichtungslagers der Opfer gedacht. „Das Leid, das euch dort widerfahren ist, ist für uns unvorstellbar“, sagte Polens Regierungschefin Beata Szydlo bei einer Gedenkfeier zum 72. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz-Birkenau. Die Geschehnisse dürften nie vergessen werden, sagte sie. Erinnerung sei die Pflicht nachfolgender Generationen.

Dutzende Auschwitz-Überlebende nahmen an der Veranstaltung bei Krakau teil. „Ich sehe es als Pflicht, den jungen Menschen zu sagen, zu was Terror und Hass führen können“, sagte der ehemalige polnische KZ-Häftling Bogdan Bartnikowski. Mindestens 1,1 Millionen Menschen waren unter nationalsozialistischer Herrschaft in Auschwitz-Birkenau vergast, zu Tode geprügelt oder erschossen worden oder an Krankheiten und Hunger gestorben.

Papst Franziskus gedachte ebenfalls der Opfer der Nationalsozialisten. „Ich möchte heute aller Opfer des Holocausts gedenken“, schrieb der Pontifex auf Twitter. „Mögen ihr Leid und ihre Tränen niemals vergessen sein!

Bei Feierlichkeiten in Tschechien mahnte der Überlebende des KZ Theresienstadt, Miroslav Kubik: „Die vielen, vielen Millionen Opfer des vorigen Jahrhunderts müssen uns ein Memento sein.“

Eine Delegation des bayerischen Landtags nahm an einer Gedenkstunde im Senat in Prag teil. Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) wertete das gemeinsame Erinnern als „große Geste der Versöhnung“. Der Streit um die Nachkriegsvertreibung der Sudetendeutschen hatte die Beziehungen zwischen München und Prag jahrzehntelang überschattet.

Am Nachmittag legten deutsche und tschechische Vertreter in aller Stille Kränze am ehemaligen Krematorium des KZ Außenlagers in Leitmeritz nieder. Mehr als 4500 Häftlinge des Lagers fanden in einem unterirdischen Stollensystem den Tod, in dem Panzermotoren für den Kriegseinsatz hergestellt wurden. Während der Nazi-Herrschaft waren mehr als 81 000 Juden aus dem „Protektorat Böhmen und Mähren“ deportiert worden; nur rund 10 500 überlebten den Holocaust.

Das Internationale Auschwitz Komitee (IAK) teilte mit, die derzeitigen rechtspopulistischen Entwicklungen in Europa würden die Überlebenden sehr beunruhigen. Sie wollten nicht nur Gegenstand von Gedenkfeiern sein. „Sie hofften und hoffen, dass die Menschen verstehen, dass es um ihre Zukunft geht, wenn sie sich der Schrecken und Fehler der Vergangenheit erinnern“, teilte IAK-Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner mit.

Um nachfolgende Generationen effektiver vor Gefahren von Populismus und Fremdenfeindlichkeit warnen zu können, bat das Museum Auschwitz um Mithilfe bei der Suche nach Dokumenten und Fotos ehemaliger Wachmänner des Konzentrationslagers. Das Museum hofft, dadurch Mentalität der Täter besser nachvollziehen zu können, wie es hieß.

Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee rund 7500 überlebende Häftlinge von Auschwitz-Birkenau befreit. Mit dem Holocaust-Gedenktag wird am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.


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